Bluthochdruck: Zusatzstoffe erhöhen Risiko um 22 Prozent
10.06.2026 - 03:41:15 | boerse-global.de
Doch nicht alle Lebensmittel sind gleich wirksam – und manche Zusatzstoffe erhöhen das Risiko sogar.
LDL-Werte im Fokus
Die Kontrolle der Cholesterinwerte bleibt entscheidend für die Herzgesundheit. Wie die Deutsche Herzstiftung Anfang Juni darlegte, sind erhöhte LDL-Werte maßgeblich genetisch bedingt. Professor Ulrich Laufs wies auf gestaffelte LDL-Zielwerte hin, die sich am individuellen Risiko orientieren.
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Für Personen mit niedrigem Risiko gilt ein Wert von unter 116 mg/dl als Ziel. Bei sehr hohem Risiko wird ein Wert von unter 55 mg/dl angestrebt. Besonders bei Frauen nach der Menopause sei häufig ein Anstieg des LDL-Spiegels zu beobachten.
Lipoprotein(a) im Visier
Ergänzend zur LDL-Messung rücken Experten den Lipoprotein(a)-Wert (Lp(a)) in den Fokus. Eine im März im Fachjournal JACC: Advances veröffentlichte Studie zeigt, dass dieser Wert im Lebensverlauf ansteigen kann. Fachleute der Deutschen Schlaganfallbegleitung empfehlen eine frühzeitige und gegebenenfalls wiederholte Messung.
Der optimale Wert liegt unter 30 mg/dL. Allerdings sind für die Senkung von Lp(a) derzeit noch keine zugelassenen Medikamente in Deutschland verfügbar.
Flavanole als natürlicher Gefäßschutz
In der Ernährungsforschung gewinnen Flavanole an Bedeutung. Forschungsergebnisse von Dr. Javier Ottaviani heben den Nutzen von Blaubeeren, Pflaumen, Kirschen und grünem Tee hervor. Pflaumen enthalten demnach etwa 450 mg Flavanole pro 500 g, grüner Tee rund 200 mg pro 250 ml.
Die Auswahl der Quellen sei dabei entscheidender als die reine Menge. Bestimmte Lebensmittel wie Ingwer, Knoblauch, Beeren und Omega-3-reicher Tiefseefisch werden aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften als unterstützend für die Blutgefäße bezeichnet.
Die American Heart Association rät zu ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Experten betonen jedoch: Diese Lebensmittel können eine medikamentöse Therapie nicht ersetzen.
Pfefferminzöl gegen Bluthochdruck?
Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist Pfefferminzöl. Eine kleine Studie mit 40 Teilnehmern, veröffentlicht am 8. Juni in PLOS One, deutet auf eine blutdrucksenkende Wirkung hin. Die tägliche Einnahme von 0,1 ml Pfefferminzöl senkte den systolischen Blutdruck um 8 mmHg.
Die Forscher sehen Menthol als möglichen Wirkstoff, stufen die Ergebnisse jedoch als vorläufig ein.
Risiken durch Zusatzstoffe
Während natürliche Lebensmittel gesundheitsfördernd wirken können, weisen großangelegte Analysen auf die Risiken hochverarbeiteter Produkte hin. Die französische NutriNet-Santé-Studie untersuchte Daten von 112.000 Personen.
Das Ergebnis: Zusatzstoffe wie Natriumnitrit, Kaliumsorbat und Zitronensäure erhöhen das Risiko für Bluthochdruck um 22 Prozent.
Vorsicht vor einseitigen Diäten
Gleichzeitig warnen Organisationen wie Foodwatch vor Ernährungstrends wie dem sogenannten Sardinenfasten. Dabei konsumieren Menschen über mehrere Tage ausschließlich Sardinen.
Zwar sind Sardinen reich an Omega-3-Fettsäuren, doch fehlt es der Diät an Ballaststoffen und Kohlenhydraten. Die Aufnahme von Salz und Purinen sei potenziell zu hoch, kritisieren Experten.
Fortschritte bei Propolis
Im Bereich der Naturstoffextraktion gibt es Fortschritte bei Propolis. Forscher der Universität Brawijaya berichten über den Einsatz der Pulsed Electric Field-Technologie, um Bioaktivstoffe effizienter zu gewinnen.
Parallel dazu haben Wissenschaftler der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften eine wasserlösliche Propolis-Form entwickelt. Sie kommt ohne Alkohol aus und soll eine höhere antioxidative Aktivität aufweisen.
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Genetik bestimmt Medikamentenwirkung
In der medikamentösen Prävention lieferte eine Analyse der DECLARE-TIMI 58-Studie neue Erkenntnisse. Veröffentlicht am 8. Juni in Nature Medicine, zeigt sie: Der Wirkstoff Dapagliflozin wirkt bei bestimmten Patienten außergewöhnlich gut.
Bei Patienten mit einem spezifischen genetischen Risiko für Kardiomyopathie senkte der SGLT2-Hemmer das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz um 82 Prozent. Bei Patienten ohne diese Veranlagung betrug die Risikoreduktion 30 Prozent.
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