Brustkrebs-Nachsorge: Mediterrane Ernährung senkt Stoffwechselstörungen um 65%
29.05.2026 - 19:22:47 | boerse-global.de
Eine aktuelle italienische Studie belegt nun die positiven Effekte auf den Stoffwechsel.
Mediterrane Ernährung senkt Risiko für Stoffwechselstörungen
Die auf der ASCO-Konferenz 2026 in Chicago vorgestellte Untersuchung liefert wichtige Erkenntnisse für die Nachsorge. Forscher des Istituto Nazionale Tumori Pascale in Neapel begleiteten 492 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium über drei Jahre. Die Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe folgten einem strukturierten Programm aus mediterraner Kost, täglich 30 Minuten Spaziergang und Vitamin-D3-Einnahme.
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Die Ergebnisse sind vielversprechend: Zwar unterschied sich das Rückfallrisiko zwischen beiden Gruppen nicht signifikant. Doch die Stoffwechselwerte verbesserten sich deutlich. Die Interventionsgruppe verlor durchschnittlich drei Kilogramm, die Kontrollgruppe nur 1,7 Kilo. Besonders beeindruckend: Das Metabolische Syndrom ging in der Programm-Gruppe um 65 Prozent zurück, in der Kontrollgruppe nur um 34 Prozent.
Eine erste Auswertung zeigte zudem: Bei Patientinnen mit hormonsensitiven Tumoren, die das Programm konsequent umsetzten, sank das Rückfallrisiko um 76 Prozent.
Warnung vor riskanten „Krebs-Diäten“
Doch Vorsicht ist geboten: Experten raten von extremen Diäten ab, die Zucker, Fette oder Kohlenhydrate komplett verbannen. Prof. Martin Smollich vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein warnt vor solchen Regimen. „Sie können zu Mangelernährung und körperlicher Schwäche führen“, erklärte der Ernährungsexperte im Mai. Die Folge: Patientinnen brechen ihre Therapie häufiger ab.
Smollich betont: Jeder Krebspatient hat Anspruch auf eine individuelle Ernährungsberatung. Vitamin D empfiehlt er nur bei nachgewiesenem Mangel. Von hochdosierten Antioxidantien wie Selen, Grüntee-Extrakt oder Beta-Carotin rät er ab – sie könnten die Wirksamkeit der Krebstherapie beeinträchtigen.
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Eine weitere Studie untersuchte die Ernährung älterer Krebspatienten. Demnach können Cannabinoide wie THC oder Nabilon bei krankheitsbedingter Appetitlosigkeit helfen, Gewicht und Kalorienaufnahme zu steigern.
Digitale Helfer für die Nachsorge
Die Digitalisierung hält Einzug in die Krebsnachsorge. Prof. Pia Wülfing, Gründerin von „PINK! Aktiv gegen Brustkrebs“, erhielt im Mai den Deutschen Startup-Preis als Impact-Unternehmerin des Jahres. Ihre App PINK! Coach ist als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) gelistet und kann von Ärzten verschrieben werden.
Auch regionale Initiativen wachsen. Ende Mai eröffnete auf Sardinien das Zentrum „Dragon Rosa“. Es nutzt Drachenbootfahren als spezielle Physiotherapie für Frauen nach Brustamputationen. Eine Vortragsreihe im Oktober am Brustzentrum Mülheim-Oberhausen wird sich unter anderem mit Brustrekonstruktion und Ernährungsbedürfnissen bei triple-negativem Brustkrebs befassen.
Personalisierte Therapie rückt näher
Die Forschung setzt zunehmend auf maßgeschneiderte Behandlungen. Prof. Michael P. Lux betont: Biomarker-Tests auf BRCA1 und BRCA2 sind entscheidend für die optimale Therapie und die Erkennung erblicher Risiken.
Neue Studien untersuchen, wie die Behandlung für Niedrigrisiko-Patientinnen reduziert werden kann. Die SIGNAL-ER-101-Studie testet, ob der Nachweis molekularer Resterkrankung (MRD) die Therapie steuern kann. Geplant sind rund 725 Teilnehmerinnen an 50 US-Standorten. Frühere Daten zeigten: Über 95 Prozent der MRD-negativen Patientinnen blieben nach fünf Jahren fernmetastasenfrei.
In der Pharmaindustrie gibt es Verzögerungen: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Prüfung von AstraZenecas Camizestrant verlängert. Der Wirkstoff soll bei fortgeschrittenem Brustkrebs mit ESR1-Mutationen helfen. Eine Entscheidung wird nun für August 2026 erwartet.
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