Brustkrebs-Prävention: Flavonoide senken Risiko um 15 Prozent
Veröffentlicht: 04.07.2026 um 18:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders profitieren jene mit genetischer Vorbelastung.
Die in npj Breast Cancer veröffentlichte Analyse wertete Daten von über 93.000 Frauen aus der UK Biobank aus. Über durchschnittlich 11,8 Jahre beobachteten die Forscher den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebsinzidenz. Das Ergebnis: Teilnehmerinnen mit der höchsten Flavonoidaufnahme hatten ein um 15 Prozent niedrigeres Risiko als Frauen mit der geringsten Zufuhr.
Schutz besonders bei genetischer Veranlagung
Die Schutzwirkung der Pflanzenstoffe war bei Frauen mit hoher genetischer Disposition für Brustkrebs am stärksten ausgeprägt. Als besonders wirksam identifizierte die Studie Flavanone und Proanthocyanidine. Diese stecken in:
- Äpfeln, Beeren, Orangen und Grapefruits
- Weintrauben, Zwiebeln und Paprika
- Grünem und schwarzem Tee
- Dunkler Schokolade
Bemerkenswert: Die positiven Effekte ließen sich statistisch unabhängig vom Rotweinkonsum bestätigen.
Weitere Schutzfaktoren aus der Ernährung
Neben Flavonoiden rücken andere Inhaltsstoffe in den Fokus. Indol-3-Carbinol (I3C) aus Brokkoli und anderen Kreuzblütlern gilt wegen seiner antioxidativen Eigenschaften als potenziell krebsschützend. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt zudem mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich – etwa aus Linsen, Soja, Nüssen oder Quinoa.
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Auch die mediterrane Ernährung spielt eine Rolle. Die PREDIMED-Studie belegte bereits die Schutzwirkung von extra nativem Olivenöl. Die enthaltenen Polyphenole wie Oleocanthal wirken entzündungshemmend – ein relevanter Faktor für die Krebsprävention.
Prävention ist mehr als Ernährung
Die Forschung zeigt: Ernährung ist nur ein Baustein eines umfassenden Schutzkonzepts. Fachleute empfehlen zusätzlich:
- Gesundes Gewicht: Einen normalen Body-Mass-Index halten
- Bewegung: Mindestens 150 Minuten Sport pro Woche
- Verzicht auf Alkohol: Kein oder nur geringer Konsum
- Früherkennung: Regelmäßige Screenings ab 40, bei BRCA-Mutationen früher
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Für bereits erkrankte Frauen gibt es ermutigende Daten. Eine finnische Studie mit über 7.000 Patientinnen zeigte: Statine senkten bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs die krebsspezifische Sterblichkeit um über 30 Prozent. Parallel belegten Forscher der University of California in San Francisco (UCSF), dass pflanzliche Ernährung und aktiver Lebensstil das Rückfallrisiko verringern.
Die Erkenntnisse unterstreichen den wachsenden Stellenwert der Ernährungswissenschaft in der Onkologie – sowohl zur Vorbeugung als auch nach einer Erkrankung.
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