Canvas-Hack, ShinyHunters

Canvas-Hack: ShinyHunters erbeutet 240 Millionen DatensÀtze

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 00:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle erbeuten ĂŒber 240 Millionen DatensĂ€tze von Bildungsplattformen. Schulen weltweit sind betroffen.

Hacker-Angriffswelle: Millionen SchĂŒlerdaten in Gefahr
Verschwommene Gestalt in Kapuzenjacke an Tastatur, mit digitalem Code und Schul-Silhouetten im Hintergrund, symbolisiert Cyber-Bedrohungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Weltweit sind Schulen und UniversitĂ€ten ins Visier von Hackern geraten. Allein die Gruppe ShinyHunters erbeutete ĂŒber 240 Millionen DatensĂ€tze.

Die Angriffswelle der vergangenen Tage traf Bildungseinrichtungen auf mehreren Kontinenten. Besonders schwer wiegt der Einbruch in die Lernplattform Canvas des Anbieters Instructure. Die Hackergruppe ShinyHunters soll rund 3,65 Terabyte an Daten gestohlen haben – betroffen sind etwa 9.000 Schulen weltweit.

Daten von Millionen SchĂŒlern und Lehrern kompromittiert

Die gestohlenen Informationen umfassen Namen, E-Mail-Adressen, SchĂŒlerausweisnummern und private Kommunikation. Insgesamt sollen mehr als 240 Millionen DatensĂ€tze betroffen sein. Ein zweiter Vorfall traf die Bildungsplattform Infinite Campus: Hier verschafften sich Angreifer ĂŒber eine Schwachstelle in einer Salesforce-Instanz Zugriff auf rund 137.000 Mitarbeiterkonten. Die Plattform wird von rund 11 Millionen SchĂŒlern genutzt.

Auch das Glendale Community College in Kalifornien wurde Opfer einer Erpressung. Fast 794.000 DatensÀtze mit sensiblen Informationen wie Sozialversicherungsnummern landeten im Darknet. Der Vorfall datiert auf Juni 2026.

Drohungen und Erpressung: Schulen im Ausnahmezustand

In Ebermannstadt (Bayern) ermitteln die Behörden seit Freitag gegen einen Hacker. Der TĂ€ter verschaffte sich ĂŒber den Kommunikationsdienst Discord Zugriff auf den Computer einer Familie. Er gab sich als 14-jĂ€hriger SchĂŒler aus und postete auf einem internen Schulforum eine Amoklauf-Drohung. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein – eine konkrete Gefahr bestand jedoch nicht. WĂ€hrend der Befragung der Familie ließ der TĂ€ter demonstrativ teure Pizzen an den Wohnort liefern.

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Die St Anne's Catholic School im britischen Southampton musste nach einem Ransomware-Angriff fĂŒr vier Tage schließen. Die Schulleitung schaltete das National Cyber Security Centre und die Datenschutzbehörde ein. Im kalifornischen Fresno erhielten SchĂŒler Droh-Mails von einem Hacker aus England – auch diese erwiesen sich als unbegrĂŒndet.

Bildungseinrichtungen im Visier: Ein wachsender Trend

Die Angriffswelle ist kein Zufall. Branchenanalysten verzeichnen einen Anstieg der Cyberangriffe auf Hochschulen um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den USA erlebten 2025 bereits 52 Prozent aller Schulbezirke einen Sicherheitsvorfall – ein Plus von 36 Prozent.

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Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 2,4 Prozent aller globalen Ransomware-Angriffe auf den Bildungssektor. Sicherheitsforscher beobachten zudem neue Taktiken: Discord wird zunehmend als Plattform fĂŒr professionelle Cyberangriffe genutzt. Neue Schadsoftware-Varianten wie EchoCreep und GraphWorm sowie KI-generierte Tools wie InfernoGrabber machen die Lage zusĂ€tzlich unĂŒbersichtlich.

FĂŒr deutsche Bildungseinrichtungen bedeutet dies: Der Schutz von SchĂŒlerdaten wird zur wachsenden Herausforderung. Die zunehmende Digitalisierung von Schulen und UniversitĂ€ten bietet Angreifern immer neue AngriffsflĂ€chen.

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