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Chronische Schmerzen: Elektrostimulation senkt Fibromyalgie um 30%

Veröffentlicht am: 19.06.2026 um 19:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Elektrostimulation lindert Schmerzen bei Fibromyalgie-Patienten deutlich. Experten setzen auf ganzheitliche Behandlungskonzepte.

Chronische Schmerzen: Psychische Faktoren und TENS-Therapie im Fokus
HĂ€nde halten den Kopf einer Person, die Schmerz oder Stress ausdrĂŒckt, mit abstrakten Elementen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung hat sich in den letzten Jahren gewandelt: weg von rein körperlichen AnsÀtzen, hin zu einer biopsychosozialen Betrachtungsweise. Aktuelle Studien zeigen: Schmerzempfinden und emotionaler Zustand sind untrennbar miteinander verbunden.

Jeder fĂŒnfte Erwachsene ist stark gestresst

Psychischer Stress ist ein wesentlicher Treiber fĂŒr SchmerzzustĂ€nde. Das belegen Daten des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ aus dem Jahr 2024. An der Studie nahmen ĂŒber 27.000 Personen teil. Ergebnis: Jeder fĂŒnfte Erwachsene fĂŒhlt sich stark gestresst. Besonders betroffen sind Frauen, die Altersgruppe der 18- bis 64-JĂ€hrigen und Menschen mit geringerem Bildungsabschluss.

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Der Trend zeigt nach oben. WĂ€hrend das RKI eine Zunahme der Stressbelastung gegenĂŒber 2014 feststellte, bestĂ€tigt eine Krankenkassen-Studie die Entwicklung: Der Anteil gestresster Menschen stieg von 57 Prozent im Jahr 2013 auf 66 Prozent im Jahr 2025. Experten empfehlen FlexibilitĂ€t, proaktives Handeln und Problemlösungsstrategien als Gegenmittel.

Die therapeutische Beziehung als SchlĂŒssel

In der Fachwelt herrscht Einigkeit: Der psychische Zustand beeinflusst die Schmerzwahrnehmung massiv. Die Neurologin Astrid Gendolla betont, dass Schmerztherapie auch als eine Form der Bindung verstanden werden mĂŒsse. Die QualitĂ€t der therapeutischen Beziehung entscheide maßgeblich ĂŒber den Heilungserfolg.

Psychologin Kirsten Hilger ergĂ€nzt: Bei chronischen VerlĂ€ufen stoßen HausĂ€rzte oder OrthopĂ€den oft an Grenzen. Dann sei die Überweisung an spezialisierte Schmerzzentren ratsam. Diese verfolgen einen multimodalen Ansatz und beziehen psychologische Faktoren systematisch ein.

Ein etabliertes Verfahren ist die Schematherapie. Der Psychologe Jeffrey Young entwickelte sie in den 1980er Jahren. Die Annahme: UnerfĂŒllte GrundbedĂŒrfnisse in der Kindheit – wie Sicherheit, Autonomie oder WertschĂ€tzung – fĂŒhren zu ungĂŒnstigen BewĂ€ltigungsmustern wie Unterwerfung oder Überkompensation. Ziel ist es, den Zugang zu einem gesunden Erwachsenen-Modus zu stĂ€rken. Die therapeutische Beziehung dient dabei als korrigierende Erfahrung.

Elektrostimulation zeigt deutliche Erfolge

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Neben psychotherapeutischen Verfahren gewinnen physikalische Methoden an Bedeutung. Eine 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie untersuchte die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) bei Fibromyalgie-Patienten. 384 Patienten in 28 Physiotherapie-Zentren nahmen teil, der Frauenanteil lag bei 91 Prozent.

Die Ergebnisse belegen den Zusatznutzen der Elektrostimulation. Bei tĂ€glicher Anwendung von zwei Stunden in Kombination mit Physiotherapie zeigte sich eine signifikant stĂ€rkere Reduktion bewegungsinduzierter Schmerzen. 41 Prozent der Teilnehmenden erreichten eine Schmerzreduktion von mindestens 30 Prozent. Rund 72 Prozent berichteten von einer klinischen Verbesserung – in der Kontrollgruppe waren es nur 51 Prozent. Die positiven Effekte waren bereits nach 30 Tagen messbar und hielten sechs Monate an.

Die Kombination aus technologischen Hilfsmitteln und klassischen Therapieformen kann die LebensqualitĂ€t von Schmerzpatienten nachhaltig verbessern. Fachleute plĂ€dieren daher fĂŒr Behandlungskonzepte, die neurologische, psychologische und physikalische Erkenntnisse integrieren.

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