Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Erste Übungen nach 24 Stunden entscheidend

Veröffentlicht: 28.06.2026 um 21:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Personalkrise und Spargesetze belasten Praxen, während neue Zelltherapien hohe Kosten verursachen.

Gesundheitsbranche: Fachkräftemangel trifft auf teure Zelltherapie
Hände eines Physiotherapeuten, die den Arm eines Patienten während der Rehabilitation sanft führen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Therapiemethoden und KI erweitern die Behandlungsmöglichkeiten, doch Fachkräftemangel und Spargesetze setzen die Praxen massiv unter Druck.

Jeder vierte Berufsanfänger gibt nach fünf Jahren auf

Der Personalmangel ist dramatisch – vor allem im Saarland. Rund 25 Prozent der gesamten Fachkräftelücke im Gesundheitswesen entfallen dort auf die Physiotherapie. Die Folgen spüren Patienten direkt: längere Wartezeiten auf Termine.

Ein Hauptgrund: Die Verweildauer im Beruf ist erschreckend niedrig. Etwa ein Viertel der Berufsanfänger steigt bereits nach vier bis fünf Jahren wieder aus.

Hinzu kommt der wirtschaftliche Druck durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund schlägt Alarm. Ohne finanziellen Ausgleich vom Bund drohe eine Finanzierungslücke von rund 5 Milliarden Euro für die Behandlung von Grundsicherungsbeziehern. Der Bundestag soll bis zum 10. Juli 2026 entscheiden.

Frühe Therapie entscheidet über Erfolg

Trotz aller Probleme zeigt die Medizin klare Wege auf. Nach Operationen sollten erste Übungen idealerweise innerhalb von 24 Stunden beginnen. Für einen nachhaltigen Erfolg empfehlen Experten mindestens zwei Termine pro Woche – teure Geräte seien nicht zwingend nötig.

Anzeige

Da teure Geräte für den Therapieerfolg oft gar nicht nötig sind, zeigt dieser Ratgeber von Prof. Dr. Wessinghage, wie Sie mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse erzielen. 17 Übungen für nur 3 Minuten täglich kostenlos herunterladen

Die Hochschule Osnabrück geht neue Wege: Sie erforscht die Gesundheit von Profimusikern. Während im Profisport physiotherapeutische Betreuung Standard ist, fehlt sie in der Musikbranche oft. Sensoren sollen helfen, Bühnenpräsenz und körperliche Belastung besser in Einklang zu bringen.

Ein wachsendes Problem bleibt das sogenannte Medical Gaslighting. Patienten berichten, dass chronische Schmerzen nicht ernst genommen werden. Ein dokumentierter Fall schildert eine sechsjährige Odyssee mit Knieschmerzen, bevor eine Ursache gefunden wurde. Krankenhäuser wie das Johanna Etienne Krankenhaus in Neuss wollen mit Informationsveranstaltungen gegensteuern – etwa am 8. Juli 2026 zum Thema Schulterschmerzen.

Zelltherapie: 90 Prozent Remission – aber zu welchem Preis?

An der Schnittstelle zur Physiotherapie entstehen hochpreisige Alternativen. Die CASTLE-Studie des Uniklinikums Erlangen, veröffentlicht in Nature Medicine, zeigt beeindruckende Erfolge: Bei 90 Prozent der 70 untersuchten Patienten mit Lupus und Arthritis konnte eine Komplettremission durch CD19-CAR-T-Zell-Infusionen erzielt werden.

Die Kosten? Zwischen 300.000 und 500.000 Euro pro Patient.

Das Uniklinikum Bonn testet ebenfalls eine Zelltherapie mit Nabelschnurblut-Zellen gegen Rheuma. Roche legte Anfang 2026 Daten zu Fenebrutinib bei Multipler Sklerose vor: Das Risiko für das Fortschreiten von Behinderungen soll um 12 Prozent niedriger sein als bei Standardtherapien. Der Neurologe Hemmer mahnt jedoch: Eine abschließende Bewertung sei erst nach vollständiger Publikation möglich.

Anzeige

Während die moderne Medizin auf teure Zelltherapien setzt, lässt sich Muskelschwund und Gelenkschmerzen oft schon mit gezieltem Heimtraining entgegenwirken. Die 6 wichtigsten Kraft-Übungen für Zuhause jetzt gratis sichern

Auch die Digitalisierung zieht ein. In Dresden wird KI-gestützte Diagnostik und Robotik in der Chirurgie massiv ausgebaut. Fiona Kolbinger erhielt 2026 den mit 210.000 Euro dotierten Jung-Karriere-Förderpreis für KI-Modelle zur Operationsplanung bei Bauchkrebs.

Zuckersteuer ab 2028 geplant

Die Forschung zeigt: Stoffwechselkontrolle ist der Schlüssel. Eine Stallisierung des Blutzuckers bei Prädiabetes senkt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle um über 40 Prozent. Bestimmte Medikamente aus der Gruppe der SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten könnten sogar das Alzheimer-Risiko senken.

Um Anreize für gesündere Ernährung zu setzen, plant die Bundesregierung für 2028 eine gestaffelte Zuckersteuer auf gesüßte Getränke. Je nach Zuckergehalt sollen bis zu 30 Cent pro Liter fällig werden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69648101 |