Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Gehirn zeigt messbare VerÀnderungen in MRT

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 06:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen VerĂ€nderungen im Gehirn bei chronischen Schmerzen und erklĂ€ren, wie Schlaf sowie kurze Ruhephasen die GedĂ€chtnisleistung unterstĂŒtzen.

Schmerzforschung: Gehirnstruktur, MigrÀne und Schlaf im Fokus
Eine antike Silberschale auf einem hölzernen Altar in einer Kirche, beleuchtet durch das Licht eines Buntglasfensters. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In der kulturhistorischen Betrachtung von Krankheiten und deren Linderung nehmen religiöse Motive und traditionelle Praktiken seit Jahrhunderten einen festen Platz ein. Insbesondere der Umgang mit Schmerzen und neurologischen Leiden zeigt eine Entwicklung von symbolischen Heilungsriten hin zu modernen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen ĂŒber die Struktur und Regeneration des menschlichen Gehirns.

Religiöse Symbolik und das Prinzip des heilbringenden Leidens

Ein markantes Beispiel fĂŒr die historische VerknĂŒpfung von Religion und Schmerztherapie findet sich in der Verehrung Johannes des TĂ€ufers. Die katholische Kirche begeht jĂ€hrlich am 29. August den Gedenktag seiner Enthauptung. Im Zeitraum vom 15. bis zum 17. Jahrhundert etablierte sich in diesem Zusammenhang der Einsatz sogenannter JohannesschĂŒsseln. Diese Artefakte wurden von GlĂ€ubigen als heilsam bei Kopfschmerzen und Halskrankheiten angesehen.

Dieses Vorgehen folgte einem theologischen Prinzip, nach dem das erlittene Leiden eines Heiligen zur Quelle der Heilung fĂŒr andere werden kann. Ähnliche Zuschreibungen finden sich bei Stephanus, der nach seiner Steinigung als Schutzpatron gegen entsprechende Leiden gilt, oder bei Lucia, deren Martyrium mit dem Ausstechen der Augen verbunden ist und die bei Augenleiden angerufen wird.

Diese Traditionen der SchmerzbewĂ€ltigung setzen sich bis in die Gegenwart in Form von Pilgerreisen fort. Ein Beispiel hierfĂŒr ist die 350. Fußwallfahrt von Werne nach Werl, die am 29. August 2026 verzeichnet wird. Hunderte Pilgernde bewĂ€ltigen dabei eine Strecke von 33 km.

Im Rahmen dieser religiösen Praxis, die unter anderem von Weihbischof Rolf Lohmann begleitet wird, findet am 30. August 2026 ein Pontifikalamt statt, bei dem auch die Segnung eines neuen Votivbildes vorgesehen ist.

Neurologische VerÀnderungen bei chronischen Schmerzerkrankungen

Die moderne Wissenschaft nĂ€hert sich der SchmerzbewĂ€ltigung ĂŒber strukturelle Analysen des Gehirns. Eine durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Studie des Inselspitals Bern und der UniversitĂ€t Freiburg untersuchte mittels Magnetresonanztomographie (MRT) die Gehirne von 30 Personen mit chronischen primĂ€ren Schmerzen im Vergleich zu 30 gesunden Kontrollpersonen.

Anzeige

Chronische Beschwerden können den Alltag massiv beeintrĂ€chtigen und die LebensqualitĂ€t mindern. Dieser kostenlose Selbsttest hilft Ihnen dabei, Gelenk- und RĂŒckenschmerzen besser einzuordnen und erste Klarheit ĂŒber mögliche Muster zu gewinnen. Kostenlosen Schmerz-Selbsttest jetzt anfordern

Die Forscher stellten dabei signifikante Unterschiede in der Hirnfaltung fest. Bei den Betroffenen war die linke HirnhĂ€lfte, die verstĂ€rkt mit Emotionen und Erinnerungen assoziiert wird, stĂ€rker gefaltet, wĂ€hrend die rechte HirnhĂ€lfte, die fĂŒr die Sinnesverarbeitung zustĂ€ndig ist, flacher erschien. Ob diese strukturellen Abweichungen die Ursache oder die Folge der chronischen Schmerzen sind, bleibt Gegenstand kĂŒnftiger Langzeituntersuchungen.

Ein weiteres Feld der Schmerzforschung betrifft die MigrĂ€ne, unter der in Österreich etwa 1 Mio. Menschen leiden, wobei Frauen mit einer Betroffenenrate von 1 zu 5 hĂ€ufiger vertreten sind. Experten wie Vladimir Svirkov beschreiben die Therapie als mehrstufigen Prozess, der bei der Identifikation von Triggerfaktoren beginnt und ĂŒber den Einsatz von Triptanen bis hin zu monoklonalen Antikörpern oder Botox bei chronischen VerlĂ€ufen reicht.

Die Bedeutung von Schlaf und Regeneration fĂŒr die neuronale Gesundheit

Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die BewĂ€ltigung neurologischer Herausforderungen und die GedĂ€chtnisbildung ist der Schlaf. Forscher der UniversitĂ€t York identifizierten in einer Studie, die in PLOS Biology veröffentlicht wurde, den sogenannten Theta-Rhythmus als entscheidend fĂŒr die Markierung wichtiger Erinnerungen wĂ€hrend des Lernens.

Anzeige

Wer sich mit der langfristigen Gesundheit seines Gehirns und der Vorbeugung von GedĂ€chtnisabbau beschĂ€ftigt, findet in diesem Ratgeber wertvolle UnterstĂŒtzung. Erfahren Sie, wie Sie mit gezielten Übungen und Alltagstipps Ihre geistige Fitness bis ins hohe Alter erhalten können. 7 Geheimnisse fĂŒr geistige Fitness kostenlos entdecken

In Versuchen mit 31 Erwachsenen im Alter von 18 bis 23 Jahren zeigte sich, dass diese Informationen im Schlaf effizienter in das LangzeitgedĂ€chtnis ĂŒberfĂŒhrt werden als in Wachphasen.

ErgĂ€nzend dazu belegt eine Meta-Analyse von 51 Studien aus dem Januar 2026, dass bereits kurze Phasen der Wachruhe positive Effekte auf das GedĂ€chtnis haben können, insbesondere bei Ă€lteren Menschen. Eine Studie der UniversitĂ€t Edinburgh wies nach, dass bereits 10 Minuten Ruhe nach dem Lernen die Erinnerungsleistung ĂŒber eine Woche hinweg verbessert.

Die Deutsche Herzstiftung betont zudem die physischen Risiken von Schlafmangel. Ein Schlafpensum von unter 5 oder ĂŒber 9 Stunden erhöht das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich; empfohlen werden generell 7 Stunden Schlaf.

Besonders gefĂ€hrlich sei die Schlafapnoe mit bis zu 300 Atemaussetzern pro Nacht, die das Risiko fĂŒr Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle steigert. Auch bei Parkinson-Patienten spielen Schlafstörungen laut Prof. Dr. Dirk Woitalla eine zentrale Rolle fĂŒr die LebensqualitĂ€t, wobei hier oft eine Anpassung der Medikation und eine strikte Schlafhygiene erforderlich sind.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70017913 |