Studie, Wattenmeer

Studie: Wie verÀndert sich das Wattenmeer?

02.07.2025 - 04:30:35 | dpa.de

Das Wattenmeer wandelt sich – und kaum eine Art bleibt davon verschont. Ein Forschungsteam hat das Ökosystem nun systematisch unter die Lupe genommen.

Ein Forschungsteam hat untersucht, wie sich das Wattenmeer verÀndert hat. (Archivfoto) - Foto: Sina Schuldt/dpa

Die biologische Vielfalt im Wattenmeer hat sich laut einer neuen Studie ĂŒber Jahrzehnte stark verĂ€ndert. Die Populationen vieler Fische, Pflanzen und Vögel gehen zurĂŒck, wie ein Forschungsteam der UniversitĂ€ten Oldenburg und Groningen im Fachjournal «Global Change Biology» berichtet. Die Wissenschaftler untersuchten systematisch und ganzheitlich, wie sich die Anzahl der Organismen pro Art und Standort im Wattenmeer mit der Zeit wandelte.

DafĂŒr sammelte das Team nach eigenen Angaben Daten von 200 Stationen entlang der WattenmeerkĂŒste zwischen Den Helder in den Niederlanden und BlĂ„vand in DĂ€nemark. Die Ă€ltesten Informationen stammen aus dem Jahr 1900, seit den 1970er- und 1980er-Jahren gibt es mehr Angaben. «Unsere Methode könnte somit dabei helfen, die lokale GefĂ€hrdung einzelner Arten frĂŒhzeitig zu erkennen», meint die Oldenburger Meeresökologin Anika Happe.

Weniger Muscheln, Seegras und Möwen

Die Forschenden stellten fest, dass sich das Ökosystem Wattenmeer im Lauf der Zeit merklich umorganisiert hat. Nur wenige Populationen blieben unverĂ€ndert. So nahmen etwa die BestĂ€nde des Atlantischen Kabeljaus und der Plattfische ab, auch bei vielen Muscheln, Schnecken, Seegras und Salzwiesen sei ein rĂŒcklĂ€ufiger Trend zu beobachten. Zu den Gewinnern gehören Neuankömmlinge im Watt wie die Pazifische Auster oder die Amerikanische Schwertmuschel.

Demnach sanken vor allem die PopulationsgrĂ¶ĂŸen von jenen Fischen, die das Wattenmeer als Kinderstube nutzen, von Pflanzen, die die KĂŒstenlinie stabilisieren und seit den frĂŒhen 2000er-Jahren auch von Vögeln, die das Wattenmeer als Rastplatz entlang ihrer Migrationsroute oder als BrutstĂ€tte nutzen. Laut der Studie nahmen die meisten Populationen von Seevögeln zwar anfangs zu. Seit den spĂ€ten 1990er- und frĂŒhen 2000er-Jahren sinkt die Anzahl vieler Watvögel und Möwen jedoch. 

Negative Entwicklungen traten hĂ€ufig bei verwandten Arten auf. Die Forschenden gehen davon aus, dass diese Spezies Ă€hnliche Überlebensstrategien haben und daher gemeinsam unter verĂ€nderten Umweltbedingungen leiden könnten. In weiteren Untersuchungen will das Team nun die Ursachen fĂŒr die VerĂ€nderungen erforschen.

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