DASH-Diät, Blutdruck

DASH-Diät: Blutdruck sinkt nach acht Wochen ähnlich stark wie mit Medikamenten

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien verbinden die DASH-Kost mit niedrigerem Blutdruck, Gewichtsverlust und besseren Blutfettwerten; bei schwerer Niereninsuffizienz ist ärztliche Abklärung nötig.

DASH-Ernährung senkt Blutdruck und verbessert weitere Gesundheitswerte
Eine Auswahl an frischem Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Ernährungsumstellungen bilden eine wesentliche Säule bei der Behandlung von Bluthochdruck. Klinische Studien belegen, dass die DASH-Diät bereits nach acht Wochen den systolischen Blutdruck in einem Maße senken kann, das mit der Wirkung einer Standarddosis eines Blutdruckmedikaments vergleichbar ist.

Die Abkürzung DASH steht für „Dietary Approaches to Stop Hypertension“ und beschreibt ein Ernährungsmuster, das gezielt auf blutdrucksenkende Nährstoffe setzt.

Nährstoffprofil und die fünf Grundregeln des Konzepts

Die blutdrucksenkende Wirkung der DASH-Diät beruht maßgeblich auf einer gezielten Zufuhr von Mineralstoffen: Kalium, Kalzium und Magnesium fördern gemeinsam die Ausscheidung von Natrium über die Nieren und tragen dazu bei, die Gefäßwände zu entspannen.

Strukturell basiert das Konzept auf fünf zentralen Vorgaben für den Alltag:
- Vollkornprodukte statt weißem Reis oder verarbeiteten Getreideprodukten (mindestens zwei Drittel des Getreidekonsums),
- täglich jeweils fünf Portionen Obst sowie fünf Portionen Gemüse als kaliumreiche Lieferanten,
- ein bis zwei Tassen fettarme Milch oder ungesüßter Joghurt,
- weißes Fleisch oder Hülsenfrüchte anstelle von rotem Fleisch,
- gesunde Fette und Nüsse, darunter beispielsweise ein Esslöffel ungesalzene Nüsse pro Tag.

In entsprechenden Studienplänen setzt sich eine typische DASH-Testdiät aus 52 bis 55 Prozent Kohlenhydraten, 16 bis 18 Prozent Protein sowie rund 30 Prozent Fett bei moderater Kalorienreduktion zusammen.

Anzeige

Wer seinen Blutdruck über die DASH-Diät hinaus auf natürlichem Weg regulieren möchte, findet in diesem Ratgeber weitere hocheffektive Methoden. Erfahren Sie, wie Sie mit speziellen Techniken und dem richtigen Wissen Ihre Werte auch ohne zusätzliche Medikamente verbessern können. 8 natürliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck jetzt kostenlos entdecken

Meta-Analysen bestätigen Effekte auf Gewicht und Gefäße

Die Auswirkungen der Ernährungsform gehen über die reine Blutdruckregulation hinaus. Eine Meta-Analyse von 13 randomisierten kontrollierten Studien, von denen zehn das Körpergewicht erfassten, zeigte nach acht bis 24 Wochen eine zusätzliche Gewichtsabnahme von durchschnittlich 1,42 Kilogramm im Vergleich zu Kontrolldiäten (95-Prozent-Konfidenzintervall: -2,03 bis -0,82 Kilogramm).

In sechs Studien über acht bis 52 Wochen sank der Body-Mass-Index um durchschnittlich 0,42 Kilogramm pro Quadratmeter, während der Taillenumfang nach 24 Wochen um 1,05 Zentimeter zurückging.

Bei chronisch Erkrankten ergab eine Auswertung von 54 Studien eine Reduktion des Körpergewichts um 1,59 Kilogramm, des BMI um 0,64 Kilogramm pro Quadratmeter und des Taillenumfangs um 1,93 Zentimeter. Gleichzeitig sank der systolische Praxisblutdruck um durchschnittlich 3,94 mmHg und der diastolische um 2,44 mmHg.

Zudem verbesserten sich die Blutfettwerte: Das Gesamtcholesterin sank signifikant um 5,12 Milligramm pro Deziliter und das LDL-Cholesterin um 3,53 Milligramm pro Deziliter. Beobachtungsdaten weisen zudem eine Hazard Ratio von 0,81 für das Auftreten einer Hypertonie bei hoher Therapietreue auf.

Anzeige

Neben der Ernährung spielen auch die exakten Laborwerte eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Therapie. Dieser kostenlose Guide hilft Ihnen dabei, Ihre Blutwerte wie Cholesterin und Vitalstoffe richtig zu deuten und mögliche Fehlinterpretationen zu vermeiden. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier anfordern

Natriumreduktion und klinische Sicherheitsfragen

Ein wesentlicher Hebel bleibt die Reduktion des Kochsalzkonsums. Während die Weltgesundheitsorganisation maximal 5 Gramm Salz täglich empfiehlt und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung maximal 6 Gramm vorsieht, nehmen Männer im Schnitt 10 Gramm und Frauen 8,4 Gramm pro Tag auf.

Etwa 75 bis 90 Prozent dieses Salzkonsums entfallen auf industriell verarbeitete Lebensmittel. Rund 50 Prozent der Hypertoniker gelten als salzsensitiv.

Wird die Salzzufuhr um rund 5 Gramm täglich gesenkt, sinkt der systolische Blutdruck um 6 bis 8 mmHg und der diastolische um rund 3 mmHg. Bereits eine Senkung um 2 mmHg verringert die Schlaganfallsterblichkeit um 10 Prozent und das allgemeine kardiovaskuläre Risiko um 7 Prozent.

Der Einsatz von Kaliumsalzen (75 Prozent Natriumchlorid, 25 Prozent Kaliumchlorid) senkt das Schlaganfallrisiko nachweislich um 14 Prozent, wobei ein physiologischer Mindestbedarf von etwa 1,4 Gramm Salz pro Tag besteht.

Hinsichtlich der Sicherheit einer kaliumreichen DASH-Ernährung zeigte eine am 8. Oktober 2026 vorgestellte Untersuchung des Beth Israel Deaconess Medical Center an 356 hypertensiven Erwachsenen über zwölf Wochen, dass die Kaliumwerte im Blut nicht in gefährliche Bereiche stiegen.

Zu Beginn lagen die Werte in der DASH-Gruppe bei 4,16 mmol/L und in der Kontrollgruppe bei 4,18 mmol/L; beide Gruppen verblieben im Normalbereich, obwohl die DASH-Gruppe eine Zufuhr von rund 4.700 Milligramm Kalium pro Tag anstrebte.

Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (Stadium 4 oder 5) besteht jedoch weiterhin das Risiko einer Hyperkaliämie, weshalb Betroffene eine solche Ernährungsumstellung zwingend ärztlich abklären müssen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70309779 |