Demenz-PrÀvention, Rauchen

Demenz-PrÀvention: Rauchen und Bewegungsmangel schaden bereits mit 20

15.06.2026 - 15:20:30 | boerse-global.de

Eine neue Studie belegt messbare kognitive Einbußen durch Rauchen und Bewegungsmangel bereits bei jungen Erwachsenen.

Leipziger Studie: Ungesunder Lebensstil schadet dem Gehirn schon mit 20
Demenz-PrĂ€vention - Eine junge Hand hĂ€lt eine leuchtende Gehirnillustration, umgeben von Symbolen fĂŒr gesunde Lebensweise, vor einem unscharfen neuronalen Netz. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine Leipziger Studie zeigt: Schon mit 20 Jahren hinterlÀsst ein ungesunder Lebensstil messbare Spuren.

Forscher der UniversitĂ€t Leipzig haben erstmals fĂŒr Erwachsene zwischen 20 und 39 Jahren nachgewiesen, dass Risikofaktoren fĂŒr Demenz bereits in jungen Jahren die kognitive LeistungsfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigen. Die im Mai im Fachjournal Alzheimer's & Dementia veröffentlichte Studie nutzt den sogenannten LIBRA-Score (Lifestyle for Brain Health). Dieser Index fasst zwölf beeinflussbare Faktoren zusammen – von ErnĂ€hrung bis Bewegung.

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Rauchen und Bewegungsmangel als Hauptrisiken

FĂŒr die Untersuchung werteten die Wissenschaftler Daten von knapp 150.000 Teilnehmern der NAKO-Gesundheitsstudie aus. Das Alter der Probanden lag zwischen 20 und 75 Jahren. Das Ergebnis: Ein erhöhter LIBRA-Wert korreliert bereits bei den JĂŒngeren mit schlechteren Testergebnissen.

Allerdings unterscheiden sich die Risikofaktoren je nach Altersgruppe. WĂ€hrend bei Menschen ĂŒber 60 vor allem Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Herzkrankheiten eine Rolle spielen, dominieren bei den 20- bis 39-JĂ€hrigen andere Faktoren: Rauchen, ausgeprĂ€gter Bewegungsmangel und Depressionen.

Geschlecht und sozialer Status spielen mit

Die Analyse zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. MĂ€nner weisen im Durchschnitt höhere LIBRA-Scores auf als Frauen. Gleichzeitig verstĂ€rkt ein niedriger sozioökonomischer Status das Risiko kognitiver BeeintrĂ€chtigungen – bei Frauen besonders stark.

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Die Korrelation zwischen ungesundem Lebensstil und schlechteren kognitiven Leistungen ließ sich ĂŒber alle Altersgruppen hinweg nachweisen. Das unterstreicht eine zentrale Erkenntnis: Die Grundlagen fĂŒr die geistige Gesundheit im Alter werden bereits Jahrzehnte vor möglichen Symptomen gelegt.

Milliardenkosten und PrÀventionspotenzial

Die Zahlen sind alarmierend. Nach Angaben des Deutschen Zentrums fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Bis 2050 könnte die Zahl auf 2,7 Millionen steigen. Die gesellschaftlichen Kosten wurden bereits 2016 auf jĂ€hrlich 73 Milliarden Euro geschĂ€tzt.

Experten des DZNE betonen: Rund 36 Prozent der DemenzfĂ€lle gehen auf beeinflussbare Risikofaktoren zurĂŒck. Die Leipziger Studie liefert nun Belege dafĂŒr, dass PrĂ€vention nicht erst im Alter ansetzen sollte. FrĂŒhe Interventionen gegen Rauchen und Bewegungsmangel sowie eine bessere Behandlung von Depressionen könnten das langfristige Erkrankungsrisiko deutlich senken.

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