Demenzprävention: Bluttest p-tau217 sagt Risiko zu 78% voraus
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 08:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die wirtschaftliche Last beträgt rund 1.134 Milliarden Euro pro Jahr. Umso wichtiger ist die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent der Demenzrisiken sind vermeidbar.
WHO schärft Präventionsempfehlungen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zur Demenzprävention aktualisiert. Zu den zentralen Säulen zählen Bewegung, gesunde Ernährung sowie der Verzicht auf Tabak und übermäßigen Alkohol. Besonders wirksam: die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.
Neu aufgenommen hat die WHO soziale Aktivitäten und kognitives Training – etwa durch Lesen oder Spiele. Auch Hörgeräte bei Hörverlust und die Reduzierung von Luftverschmutzung gelten nun als präventive Faktoren. Von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren rät die Organisation dagegen ab – es sei denn, ein klinisch nachgewiesener Mangel liegt vor.
Die WHO unterscheidet zwischen starken Empfehlungen (Bewegung, Rauchstopp) und konditionalen Empfehlungen (soziale Kontakte, saubere Luft).
Risiko zeigt sich schon bei jungen Erwachsenen
Eine Studie der Universität Leipzig, veröffentlicht im Juli 2026 im Fachjournal Alzheimer's & Dementia, liefert neue Erkenntnisse zur Früherkennung. Die Forscher werteten Daten von 150.000 Teilnehmenden der NAKO-Gesundheitsstudie aus.
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Das Ergebnis: Bereits bei 20- bis 39-Jährigen zeigt der LIBRA-Demenzrisiko-Index einen Zusammenhang mit der kognitiven Leistung. Die Risikoprofile unterscheiden sich je nach Alter: Bei Jüngeren dominieren Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen, bei Älteren kardiovaskuläre Risiken. Zudem haben Menschen mit niedrigerem sozioökonomischem Status ein höheres Risiko. Männer schnitten in der Untersuchung statistisch schlechter ab als Frauen.
Bluttest sagt Demenzrisiko voraus
Auf der AAIC 2026 präsentierten Forscher vielversprechende Daten zu einem Bluttest auf das Protein p-tau217. Bei symptomfreien 70-Jährigen sagen sehr hohe Werte eine kognitive Beeinträchtigung innerhalb von zehn Jahren mit 78-prozentiger Wahrscheinlichkeit voraus. Innerhalb von fünf Jahren liegt das Risiko bei 38 Prozent. Der Test liefert damit Informationen, die über Hirnscans oder Gentests hinausgehen.
Auch bei Medikamenten gibt es Fortschritte: Eine Mitte Juli 2026 im JAMA Network Open veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren – eigentlich zur Diabetesbehandlung entwickelt – das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken können.
Neue Konzepte und Screening-Pläne
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Medizinische Fachgesellschaften (AHA/ACC) führten im Juli 2026 das Konzept des CKM-Syndroms (kardiovaskulär-kidney-metabolisch) ein. Es soll die Wechselwirkungen zwischen Herz-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen besser abbilden – allesamt relevante Demenz-Risikofaktoren.
In Deutschland plant die Politik ab 2028 bundesweite Pflicht-Screenings für Typ-2-Diabetes. Das könnte einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung und Behandlung eines der wichtigsten Demenz-Risikofaktoren leisten.
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