DemenzprÀvention, Geschwindigkeitstraining

DemenzprÀvention: Geschwindigkeitstraining senkt Alzheimer-Risiko um 25%

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 17:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bis 2060 droht Verdopplung der DemenzfÀlle in SH. Kommunen fördern PrÀvention, Studien belegen Wirksamkeit von Fasten und Training.

Demenz-PrĂ€vention: Kommunen und Forschung setzen neue MaßstĂ€be
Seniorperson bei der Gartenarbeit in einem Hochbeet als Teil eines Demenz-PrĂ€ventionsprojekts. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Zahl der Demenzkranken steigt rasant. Bis 2060 könnte sich die Zahl der FĂ€lle in Schleswig-Holstein nahezu verdoppeln, prognostiziert eine AOK-Analyse vom Juli 2026. Auch in Österreich zeichnet sich ein dramatischer Trend ab: von derzeit rund 170.000 Betroffenen auf ĂŒber 290.000 im Jahr 2050.

Um gegenzusteuern, setzen Kommunen und Forschungseinrichtungen verstÀrkt auf PrÀvention vor Ort. Das Ziel: die kognitive Gesundheit in der alternden Bevölkerung langfristig erhalten.

Kommunen vernetzen sich

In Menden trafen sich im Juli rund 80 Akteure aus der Pflege- und Gesundheitsverwaltung. Sie diskutierten den Ausbau regionaler Versorgungsstrukturen. Als Vorbilder dienen die Pflege- und Gesundheitsnetzwerke aus Herscheid und Plettenberg, die eine engere Verzahnung der Dienstleister ermöglichen.

Im österreichischen Bleiburg wurde im selben Monat die Zertifizierung als „Demenz.Aktivgemeinde“ abgeschlossen. Ziel ist es, das Bewusstsein im öffentlichen Raum zu schĂ€rfen und Betroffene besser zu integrieren.

GĂ€rtnern gegen das Vergessen

Praktische Projekte gewinnen an Bedeutung. In ThĂŒringen lĂ€uft seit dem FrĂŒhjahr 2026 das Projekt „Pflegeacker“ in mehreren Seniorenwohngemeinschaften. Unter Anleitung von Gartentherapeuten nutzen Bewohner Hochbeete – zur Förderung der Feinmotorik und zur DemenzprĂ€vention. Finanziert wird das Vorhaben von der Techniker Krankenkasse.

Internationale Kooperationen liefern Daten zur Wirksamkeit kognitiver Programme. Eine im Juni veröffentlichte Studie in den „Archives of Gerontology and Geriatrics“ untersuchte ein sechsmonatiges Interventionsprogramm in der japanischen Gemeinde Kikuyo. Forscher der UniversitĂ€t Kumamoto stellten fest: Die Aufmerksamkeitsfunktion ist ein sensibler Indikator fĂŒr den Erfolg solcher Maßnahmen.

In Italien startet ab September in Imola das Projekt „Geografie della memoria“. Kulturelle AktivitĂ€ten in Museen und Bibliotheken sollen als ergĂ€nzende Maßnahme fĂŒr Menschen mit kognitiven BeeintrĂ€chtigungen und deren Betreuer dienen.

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Fasten schÀrft den Geist

Die Bedeutung des Lebensstils fĂŒr die Gehirngesundheit untermauern aktuelle Studien. Auf der Konferenz NUTRITION 2026 prĂ€sentierte die Rutgers University eine Pilotstudie: Intermittierendes Fasten mit einem tĂ€glichen Essensfenster von acht bis neun Stunden verbesserte bei Ă€lteren Frauen die FĂ€higkeiten zur rĂ€umlichen Planung und Problemlösung signifikant.

Weitere Erkenntnisse liefern Langzeitbeobachtungen:

  • Kognitives Training: Die ĂŒber 20 Jahre gefĂŒhrte ACTIVE-Studie mit rund 2.800 Teilnehmern zeigt: Gezieltes Geschwindigkeitstraining zur Identifizierung von Objekten senkt das Risiko fĂŒr Alzheimer und verwandte Demenzformen um 25 Prozent.
  • Bewegung und DiĂ€t: Die WHO empfiehlt zur PrĂ€vention tĂ€glich mindestens 3.000 Schritte. Die sogenannte MIND-DiĂ€t wird mit einer Reduktion des Demenzrisikos um bis zu 40 Prozent in Verbindung gebracht.
  • Tanzen: Forschungsergebnisse der UniversitĂ€t Kyoto aus dem Herbst 2025 deuten darauf hin, dass regelmĂ€ĂŸiges Tanzen die funktionelle KonnektivitĂ€t im Gehirn und die AusschĂŒttung von Oxytocin fördern kann.

Vorsicht vor zu viel Fernsehen

DemgegenĂŒber stehen Risikofaktoren. Eine Untersuchung der University of Southern California an ĂŒber 1.700 Probanden brachte langes Fernsehen mit einer Verringerung des Volumens im Hippocampus und einer Zunahme von LĂ€sionen in der weißen Substanz in Verbindung.

FrĂŒherkennung wird ausgebaut

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Um die FrĂŒherkennung zu verbessern, setzen Gesundheitsorganisationen auf kostenlose Screening-Angebote. Im Juli wurden in Hanoi und in der indonesischen Region Karanganyar großangelegte Untersuchungen fĂŒr Senioren durchgefĂŒhrt. Erfasst wurden neben Demenz-Screenings auch Blutdruck, Blutzucker und die visuelle Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Neue soziale Anlaufstellen entstehen ebenfalls. Im niederösterreichischen Wolkersdorf ist fĂŒr Oktober die Eröffnung eines spezialisierten CafĂ©s geplant. Es soll als Treffpunkt fĂŒr Menschen mit Demenz und deren Angehörige dienen – und den sozialen RĂŒckzug nach einer Diagnose verhindern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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