DemenzprÀvention, Kombination

DemenzprÀvention: Kombination von GedÀchtnis- und Sporttraining senkt Risiko um 25%

27.05.2026 - 19:11:46 | boerse-global.de

Deutsche StĂ€dte setzen auf kombinierte Bewegungs- und GedĂ€chtnisĂŒbungen fĂŒr Senioren. Studien belegen messbare Erfolge gegen Demenz.

DemenzprĂ€vention: Kombination von GedĂ€chtnis- und Sporttraining senkt Risiko um 25% - Foto: ĂŒber boerse-global.de
DemenzprĂ€vention: Kombination von GedĂ€chtnis- und Sporttraining senkt Risiko um 25% - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Statt isoliertem GedÀchtnistraining oder klassischen Sportangeboten setzen deutsche Kommunen zunehmend auf die Kombination beider AnsÀtze.

StĂ€dte wie Ratingen, WĂŒrzburg und MĂŒnchen zeigen, wie das funktioniert. Die Idee: Geistige und körperliche Fitness werden gleichzeitig trainiert. Wissenschaftliche Studien belegen, dass diese Kombination das Risiko fĂŒr Demenzerkrankungen senken kann.

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„Frisch gedacht" startet in Ratingen

Anfang Juni 2026 beginnt in Ratingen das Programm „Frisch gedacht". Die Veranstaltungsreihe in der stĂ€dtischen BegegnungsstĂ€tte Ratingen-SĂŒd folgt den Richtlinien des Bundesverbandes GedĂ€chtnistraining.

Die zertifizierte Trainerin Martina Schröder leitet die Einheiten. Das Konzept verbindet Übungen zur Aufmerksamkeit und MerkfĂ€higkeit direkt mit physischen Elementen wie Armkreisen, Kniebeugen und DehnĂŒbungen.

Das kostenfreie Angebot am 3. und 10. Juni dient gleichzeitig als Sturzprophylaxe. Die niedrige finanzielle HĂŒrde ist bewusst gewĂ€hlt – PrĂ€vention soll fĂŒr alle zugĂ€nglich sein.

„Gestalt" in WĂŒrzburg: Gehen, Spielen, Tanzen

In WĂŒrzburg lĂ€uft das Projekt „Gestalt" der FAU Erlangen-NĂŒrnberg. Die AbkĂŒrzung steht fĂŒr „Gehen, Spielen, Tanzen als lebenslange TĂ€tigkeiten". Es richtet sich explizit an Menschen ab 60 Jahren.

Das Programm umfasst zwölf Einheiten à 90 Minuten, freitags im ABZ-Heiligkreuz. Der Fokus liegt auf der Integration von Bewegung in den Alltag, um der Entstehung von Demenz aktiv entgegenzuwirken.

Die wissenschaftliche Begleitung durch die UniversitĂ€t sichert die QualitĂ€t der Maßnahmen.

Jonglieren fĂŒrs Gehirn in MĂŒnchen

Ende Mai 2026 zeigt die MĂŒnchner Gehirn-Wissen-Akademie, wie spezialisiert die Angebote werden. Unter der Leitung von Stephan Ehlers lernen Teilnehmer, wie Jonglieren mit drei BĂ€llen die kognitiven FĂ€higkeiten steigert.

Das Format richtet sich nicht nur an Privatpersonen. Auch FachkrĂ€fte aus Schule, Verein und Therapie erhalten Impulse, die Wissen ĂŒber die Gehirnfunktion mit praktischen Übungen verknĂŒpfen.

Was die Wissenschaft sagt

Die Praxisangebote werden durch aktuelle Studienergebnisse gestĂŒtzt. Forscher betonen: Besonders das Training der Informationsverarbeitung im Gehirn bietet messbaren Schutz.

Eine Langzeitstudie mit rund 3.000 Teilnehmenden ĂŒber 65 Jahren untersuchte spezielle kognitive Herausforderungen. Das Computerspiel „Doppelentscheidung" senkte das Demenzrisiko um etwa 25 Prozent. Dabei mĂŒssen Probanden gleichzeitig ein Fahrzeug und ein Verkehrsschild identifizieren.

Professorin Marilyn Albert von der Johns Hopkins Medicine erklĂ€rt: Solche Spiele erhöhen die PlastizitĂ€t des Gehirns. Auch im höheren Alter bleibt das Gehirn fĂ€hig, neue Verbindungen zu knĂŒpfen.

Professorin Barbara Sahakian von der University of Cambridge ergÀnzt: Neben spezialisierter Software sind geistig fordernde AktivitÀten und ein gesunder Lebensstil entscheidend.

Sportvereine in der Pflege

In MĂŒlheim an der Ruhr geht der Sportbund neue Wege. Das Projekt „Sport & Demenz trotz(t) Demenz" lĂ€uft ab diesem Jahr in zwei stationĂ€ren Einrichtungen.

Übungsleiter lokaler Sportvereine wie dem DĂŒmptener TV und TBD Speldorf fĂŒhren die Einheiten im wöchentlichen Wechsel durch. Ziel ist es, die LebensqualitĂ€t der Betroffenen zu erhöhen und soziale Kontakte zu fördern.

Die Existenz von Wartelisten fĂŒr weitere Einrichtungen zeigt den hohen Bedarf.

Digitale Fitness und Entspannung

Das Angebot fĂŒr Senioren wird immer vielfĂ€ltiger. Der Kurs „Netzhelden im Alter" an der VHS Lingen im Juni 2026 vermittelt Medienkompetenz. Gefördert durch die NiedersĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung lernen Teilnehmer den Umgang mit digitalen EndgerĂ€ten und das Erkennen von Falschinformationen.

Gleichzeitig bleiben klassische Bewegungsformen wichtig. Die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau startet Anfang Juni 2026 einen Hatha-Yoga-Kurs fĂŒr Senioren ab 60 Jahren.

Dass PrĂ€vention auch Freude machen muss, zeigt das „Lachtanz-Kaffee" im Mehrgenerationenhaus Neustadt/Wied. Ende Mai leitete Lachyogalehrerin Heike MĂŒller eine Einheit „Bollywood Lachyogatanz" – konzipiert fĂŒrs Sitzen oder mit Rollator.

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PrÀvention als Antwort auf den demografischen Wandel

Der Ausbau dieser Angebote ist eine direkte Reaktion auf die demografische Entwicklung. Kommunen erkennen: Investitionen in PrÀvention entlasten langfristig die Pflegesysteme.

Die Kombination aus physischer AktivitĂ€t und kognitivem Training folgt dem wissenschaftlichen Konsens. Multitasking-FĂ€higkeiten und motorische Sicherheit sind die wichtigsten SĂ€ulen fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben im Alter.

Wirtschaftlich zeigt sich ein wachsender Markt. Die Bereitschaft, fĂŒr hochwertige Workshops wie das Jonglier-Seminar in MĂŒnchen fĂŒr 99 Euro zu bezahlen, ist vorhanden. Gleichzeitig bleibt öffentliche Förderung essenziell, um breite Teilhabe zu ermöglichen.

Blick nach vorn

Die Professionalisierung und wissenschaftliche Fundierung der Seniorenangebote wird sich verstĂ€rken. Positive RĂŒckmeldungen und hohe Nachfrage fĂŒhren bereits jetzt zur Planung von Fortsetzungen.

Entscheidend fĂŒr den langfristigen Erfolg ist die flĂ€chendeckende VerfĂŒgbarkeit und Barrierefreiheit. Die Einbeziehung von Menschen mit MobilitĂ€tseinschrĂ€nkungen setzt MaßstĂ€be.

Gelingt es, wissenschaftliche Erkenntnisse ĂŒber GehirnplastizitĂ€t in attraktive soziale Formate zu ĂŒbersetzen, kann die PrĂ€ventionsarbeit die Phase gesunder Lebensjahre im Alter deutlich verlĂ€ngern.

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