Demenzrisiko, Magenmittel

Demenzrisiko: GÀngige Magenmittel erhöhen Alzheimer-Gefahr um 44%

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 06:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Langzeiteinnahme von Magenmitteln und Anticholinergika erhöht Demenzrisiko deutlich. Hitzewellen verstÀrken Gefahren durch Diuretika und Betablocker.

Medikamentenrisiken bei Senioren: Neue Studien zu Demenz und Hitze
Nahaufnahme der Hand einer Ă€lteren Person, die verschiedene Pillendosen hĂ€lt, einige offen mit herausfallenden Pillen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen ein Spannungsfeld zwischen therapeutischem Nutzen und erheblichen Risiken – von kognitiven BeeintrĂ€chtigungen bis zu Gefahren bei Hitzewellen.

Demenzrisiko durch gÀngige Medikamente

Protonenpumpenhemmer (PPI) gegen Sodbrennen stehen im Fokus. Die langfristige Einnahme ist einer Studie zufolge mit einem um 44 Prozent erhöhten Demenzrisiko verbunden. Bei ĂŒber zehn Jahren Einnahmedauer steigt der Wert auf 47 Prozent. Zudem erhöhen PPI das Risiko fĂŒr Asthma- oder COPD-SchĂŒbe um 18 Prozent.

Noch deutlicher fĂ€llt die Warnung vor Anticholinergika aus. Dazu gehören bestimmte Betablocker, Antihistaminika und Antidepressiva. Eine Untersuchung der UC San Diego in der Fachzeitschrift Neurology zeigt: Die Einnahme erhöht das Risiko fĂŒr leichte kognitive BeeintrĂ€chtigungen um 47 Prozent. Bei genetischer Alzheimer-Vorbelastung kann sich das Risiko sogar vervierfachen.

Auch Glucosamin ist nicht harmlos. Bei bestehenden leichten kognitiven Defiziten stieg das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent, die Sterblichkeit nahm ebenfalls zu.

Gute Nachrichten: Zwei Wirkstoffklassen schĂŒtzen

Nicht alle Medikamente sind problematisch. SGLT2-Hemmer senkten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. In den USA ĂŒbernimmt Medicare seit dem 1. Juli 2026 die Kosten fĂŒr GLP-1-PrĂ€parate bei Senioren mit einem BMI ab 30 – zum Festpreis von 50 Dollar pro Monat.

Statine: Ursache fĂŒr Muskelbeschwerden gefunden

Forscher der McMaster University in Kanada haben einen Mechanismus identifiziert, der Muskelbeschwerden unter Statinen erklĂ€rt. In Science Advances beschreiben sie, wie Statine die Isoprenylierung in Muskelzellen stören. Das aktiviert EntzĂŒndungsprozesse und fĂŒhrt zu Muskelabbau. Der Effekt unterscheidet sich von der gewĂŒnschten Cholesterinsenkung. In Experimenten ließen sich die SchĂ€den durch gezielte Signalweg-Aktivierung oder Immunblockade verhindern.

Hitzewellen: Diese Medikamente werden zur Gefahr

Steigende Temperaturen machen die Auswirkungen von Medikamenten auf die Thermoregulation brisant. Fachleute warnen vor mehreren Wirkstoffklassen:

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Wer regelmĂ€ĂŸig Magenmittel wie Pantoprazol oder Omeprazol einnimmt, sollte das Risiko kennen: Eine Studie belegt ein um 44 Prozent erhöhtes Demenzrisiko bei Langzeitanwendung. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie gefĂ€hrliche Wirkstoffe erkennen und welche Alternativen es gibt. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Diuretika erhöhen das Dehydrierungsrisiko. Betablocker schrĂ€nken die Hautdurchblutung und damit die KörperkĂŒhlung ein. Antidepressiva und Antipsychotika beeintrĂ€chtigen die Schweißproduktion. Insulin kann bei Hitze schneller absorbiert werden und zu Unterzuckerung fĂŒhren.

Sturzrisiko nach Klinikentlassung

Eine Studie im CMAJ warnt vor Sedativa nach Krankenhausaufenthalten. Patienten ĂŒber 66 Jahre hatten nach der Einnahme ein um 20 Prozent höheres Sturzrisiko. Auch die Rate an Wiederaufnahmen und TodesfĂ€llen innerhalb von 30 Tagen stieg. Experten raten zu engmaschigen Medikationschecks und nicht-medikamentösen Alternativen.

Deutschland: Neue Regeln fĂŒr Apotheken

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ist in Kraft. Chronisch Kranke profitieren: Wurde ein Medikament ĂŒber mindestens drei Quartale verschrieben, können Apotheken einmalig die kleinste PackungsgrĂ¶ĂŸe ohne neues Rezept abgeben. Ausgenommen sind Opioide, Antibiotika und Schlafmittel. Eine Regelung fĂŒr Akutversorgung ohne Rezept kommt frĂŒhestens im Juli 2027.

Seit dem 1. Juli 2026 bieten Apotheken assistierte Telemedizin an. Die Bundesregierung plant zudem Integrierte Notfallzentren. Ziel: jĂ€hrlich ĂŒber 1,2 Millionen unnötige Notfallbesuche vermeiden. FĂŒr die Pharmaindustrie ist ab 2027 ein stabiler Herstellerabschlag von 15,5 Prozent vorgesehen.

NahrungsergÀnzung: Bringt kaum etwas

Eine Meta-Analyse im BMJ mit Daten von ĂŒber 150.000 Erwachsenen aus 69 Studien stellt den Nutzen von Kalzium und Vitamin D zur SturzprĂ€vention infrage. Die Supplementierung allein senke das Frakturrisiko nicht klinisch bedeutsam. Stattdessen empfehlen Experten Kraft- und Gleichgewichtstraining sowie das Beseitigen von Stolperfallen.

Warnung vor Mischkonsum

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Anticholinergika – etwa bestimmte Betablocker oder Antidepressiva – können das Alzheimer-Risiko bei genetischer Vorbelastung vervierfachen. Erfahren Sie in unserem Report, welche Medikamente Sie meiden sollten und wie Sie Ihren Medikationsplan sicher optimieren. Medikations-Check jetzt sichern

Die Behörden schlagen Alarm, besonders bei jĂŒngeren Menschen. 2025 verzeichnete Deutschland mit 2.150 Drogentoten ein Rekordniveau. Der Bundesdrogenbeauftragte warnt vor gefĂ€lschten Tabletten und der Kombination von Benzodiazepinen oder Opioiden mit Alkohol. Über 80 Prozent der TodesfĂ€lle gehen auf Mischkonsum zurĂŒck.

Eine neue Option gibt es dagegen fĂŒr wiederkehrende Harnwegsinfektionen: Seit dem 7. Juli 2026 ist mit Methenaminhippurat (Cystohipp) ein nicht-antibiotisches Mittel verfĂŒgbar.

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