Demenzrisiko: MĂ€nner schneiden beim LIBRA-Score deutlich schlechter ab
09.06.2026 - 13:41:27 | boerse-global.de
Das belegt eine neue Auswertung der NAKO-Gesundheitsstudie der UniversitÀt Leipzig.
Die Forscher analysierten Daten von rund 150.000 Teilnehmern zwischen 20 und 75 Jahren. Sie nutzten den sogenannten LIBRA-Score (Lifestyle for Brain Health), um das individuelle Risiko zu berechnen. Das Ergebnis: MĂ€nner schneiden bei diesem Wert tendenziell schlechter ab als Frauen.
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Risikofaktoren verÀndern sich mit dem Alter
Die Studie zeigt auch: Das Risikoprofil ist stark altersabhĂ€ngig. Bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren sind es vor allem Verhaltensfaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen, die die kognitive Leistung beeinflussen. Bei Ă€lteren Probanden rĂŒcken dagegen kardiovaskulĂ€re Risiken in den Vordergrund.
Eine ergĂ€nzende Studie der University of California San Diego mit ĂŒber 17.000 Teilnehmern kommt zu einem anderen Ergebnis: Frauen sind demnach stĂ€rker von Faktoren wie hohem Body-Mass-Index (BMI) und Bluthochdruck betroffen. Die Forschung zeigt also: Geschlechtsspezifische PrĂ€vention ist entscheidend.
Kochgruppe fĂŒr Witwer: Seit 20 Jahren ein Erfolgsmodell
In der Praxis setzen Einrichtungen lĂ€ngst auf zielgruppenspezifische Angebote. Ein Paradebeispiel ist die Kochgruppe fĂŒr Witwer in LĂŒneburg. Seit rund zwei Jahrzehnten treffen sich dort monatlich bis zu zehn MĂ€nner unter der Leitung eines ehrenamtlichen Profikochs. Kulinarik steht im Fokus â doch der soziale Austausch ist das eigentliche Ziel.
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Auch andere Formate etablieren sich: Am 20. Juni 2026 findet in Seeheim-Jugenheim ein spezieller Trauerspaziergang fĂŒr MĂ€nner statt. Kostenfrei und ohne Anmeldung können Betroffene ins GesprĂ€ch kommen. In Stadtroda bietet das Programm âFit55+â jeden Dienstag RĂŒckenpilates und Seniorensport â fĂŒr körperliche und geistige VitalitĂ€t.
FachkrÀfte lernen, Demenzkranke zu aktivieren
Die wachsende KomplexitĂ€t der Betreuung erfordert gut ausgebildete FachkrĂ€fte. Im FrĂŒhjahr 2026 schlossen in Rheine 13 Teilnehmer eine Qualifizierung nach § 43b SGB XI ab. Die Malteser in Emsdetten boten Anfang April eine Fortbildung fĂŒr Betreuungsassistenten mit Schwerpunkt Demenz-Aktivierung an.
Daneben gewinnen generationenĂŒbergreifende Projekte an Bedeutung. In Steinhagen-Amshausen besuchen GrundschĂŒler einer zweiten und dritten Klasse regelmĂ€Ăig eine Tagespflege. Sie basteln und spielen mit den Senioren â und fördern so Geduld, RĂŒcksichtnahme und gesellschaftliche Teilhabe.
Wissen entlastet Angehörige
Im Juni 2026 laufen bundesweit Informationswochen. In Bergisch Gladbach etwa gibt es FachvortrÀge zu Vorsorgevollmacht, Delir und den Unterschieden zwischen Alzheimer und Altersvergesslichkeit. Das Ziel: Pflegende Angehörige durch Wissen und Vernetzung zu entlasten. Denn wer die Krankheit versteht, kann besser mit ihr umgehen.
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