DF1000, Chinas

DF1000: Chinas KI-Chip trickst US-HandelsbeschrÀnkungen aus

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 17:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

DFSX prÀsentiert KI-Chip DF1000 in 14nm-Technik, der durch 3D-Stapelung hohe Leistung erreicht und Handelsbarrieren umgeht.

Chinesisches Startup umgeht US-ChipbeschrÀnkungen mit cleverem KI-Beschleuniger
Nahaufnahme eines Hightech-Siliziumwafers mit komplexen Schaltkreisen und leuchtenden Datenpfaden von 3,5D-Chiplets und 3D-DRAM. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein Shanghaier Halbleiter-Startup prÀsentiert einen KI-Beschleuniger, der HandelsbeschrÀnkungen austrickst.

Dongfang Suanxin (DFSX), auch bekannt als Shanghai Orient Computing Core Technology, hat sich aus der Geheimhaltung gewagt. Das Unternehmen stellte den DF1000 vor – einen Prozessor, der mit veralteter 14-Nanometer-Technologie auskommt und dennoch beeindruckende Leistung liefert. Möglich macht das eine raffinierte 3.5D-„Infinity Chiplet“-Architektur in Kombination mit 3D-DRAM.

Technische Finesse statt Nanometer-WettrĂŒsten

Der DF1000 wird komplett in einer heimischen 14nm-Lieferkette gefertigt. Die Chinesen verzichten bewusst auf modernere Fertigungsverfahren, die Exportkontrollen unterliegen. Trotz der Àlteren Technik erreicht der Chip 520 TFLOPS bei BF16-Berechnungen.

Das HerzstĂŒck ist eine 3D-gestapelte Near-Memory-Architektur. Statt auf klassisches HBM zu setzen, verbindet DFSX den Speicher per Wafer-Level-Hybrid-Bonding direkt mit den Logikschichten. Das Ergebnis: 6,4 TB/s Speicherbandbreite – nach Unternehmensangaben das Doppelte des NVIDIA H100 und rund 33 Prozent mehr als der H200. Hinzu kommen 900 GB/s Inter-Chip-Bandbreite. Ein 128-Karten-Cluster lĂ€uft bereits stabil.

Der Fahrplan: Vom Aufholer zum Überholer

Der DF1000 erreicht etwa die halbe Rechenleistung pro Chip aktueller 4nm-Konkurrenz. Doch DFSX hat einen klaren Plan:

  • DF2000 (viertes Quartal 2026): 1.000 TFLOPS BF16, 15 TB/s Bandbreite – soll aktuelle High-End-Chips ĂŒbertreffen
  • DF3000 (Ende 2027): 2.000 TFLOPS BF16, 20 TB/s Bandbreite – direkte Konkurrenz fĂŒr NVIDIAs nĂ€chste „Blackwell“-Generation
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Die Hardware wird vom hauseigenen Software-Stack CAAP unterstĂŒtzt, der mit gĂ€ngigen KI-Frameworks kompatibel ist. Dazu kommen der Dianfeng-Beschleuniger, der TY64-Superknoten und der QY100-Server.

Milliardenschwere Investoren an Bord

Erst am 20. Mai 2024 gegrĂŒndet, beschĂ€ftigt DFSX heute ĂŒber 500 Mitarbeiter. Nach einer Serie-A+-Finanzierungsrunde im April 2026 liegt die Bewertung bei umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro.

Hinter dem Startup steht ein Konsortium aus staatlichen und privaten Investoren: der Nationale KI-Industriefonds, Yunfeng Capital, Xiaomi, JD.com, Meituan und Didi. GrĂŒnder Wei Shaojun betont die strategische Entscheidung, nicht dem Nanometer-WettrĂŒsten hinterherzujagen, sondern auf architektonische Innovation durch 3D-Stapelung zu setzen.

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Breitere Entwicklung: Chinas Chip-Offensive

Der DF1000 ist kein Einzelfall. Huawei prĂ€sentierte auf der ISCAS 2026 seine „LogicFolding“-Technologie, die Logikschichten per Hybrid-Bonding face-to-face stapelt. Das verbessert die Transistordichte um 55 Prozent und die Energieeffizienz um 41 Prozent. Langfristiges Ziel: bis 2031 die Leistung von 1,4nm-Chips erreichen – ohne EUV-Lithografie.

Auch das Institut fĂŒr Mikroelektronik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften meldet Fortschritte: ein 4-lagig gestapelter IGZO-3D-DRAM. Die Botschaft ist klar: Wenn die Fertigungsspitze blockiert bleibt, weichen Chinas Chip-Entwickler auf clevere Verpackung und vertikales Stapeln aus.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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