Intel Nova Lake: Kehrtwende zur Eigenproduktion bei 80–90%
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 17:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Statt wie ursprünglich geplant den Großteil der Produktion an den taiwanesischen Konkurrenten TSMC zu vergeben, will Intel nun 80 bis 90 Prozent der Rechenkerne in den eigenen Fabriken fertigen. Das berichten Analysten von KeyBanc Capital Markets.
Bisher war vorgesehen, dass 60 bis 70 Prozent der Nova-Lake-Produktion bei TSMC auf dem modernen N2-Knoten laufen. Die Kehrtwende kommt nicht überraschend: Intels hauseigener 18A-Fertigungsprozess macht plötzlich enorme Fortschritte.
Durchbruch bei den Fertigungsraten
Der entscheidende Faktor ist die Ausbeute. Lag die sogenannte Yield-Rate für den 18A-Knoten im Vorquartal noch bei mageren 65 Prozent, sind es inzwischen rund 85 Prozent. Die Defektdichte (D0) konnte auf Werte zwischen 0,1 und 0,2 gesenkt werden – in Einzelfällen sogar darunter.
Zum Vergleich: TSMCs N2-Prozess kommt auf etwa 90 Prozent Ausbeute, Samsungs SF2-Knoten liegt bei 50 bis 60 Prozent. Intel hat den Abstand zum Branchenprimus damit deutlich verkleinert. Hinzu kommen offenbar weniger attraktive Preise von TSMC, die den Rückzug auf die eigenen Fertigungsstraßen zusätzlich befeuert haben.
Historischer Meilenstein in Oregon und Arizona
Einen weiteren Erfolg kann Intel bei der Panther-Lake-Serie verbuchen. Die Core-Ultra-Series-3-Prozessoren werden bereits in hohen Stückzahlen auf dem 18A-Knoten gefertigt. ASML bestätigte am 15. Juli, dass Intel Foundry die Serienproduktion aufgenommen hat – und zwar mit den hochmodernen High-NA-EUV-Belichtungsanlagen vom Typ EXE:5200B.
Panther Lake ist damit das erste Logikprodukt weltweit, das in Großserie mit dieser Technologie hergestellt wird. Intel hat bestimmte 18A-Schichten in Hillsboro (Oregon) dual qualifiziert – die Ausbeute liegt auf dem Niveau der älteren NXE-Plattform.
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Die Produktionskapazität beträgt derzeit rund 30.000 Wafer pro Monat, verteilt auf Hillsboro und Fab 52 in Phoenix, Arizona. ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 daraufhin auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben.
Externe Kunden: AMD, Nvidia und OpenAI an Bord
Intel Foundry macht nicht nur bei den eigenen Prozessoren Boden gut. Branchenberichten zufolge hat der Konzern mehrere namhafte externe Kunden gewonnen. Dazu zählen AMD, Nvidia, Marvell, Microsoft, Micron und OpenAI.
Besonders gefragt ist Intels EMIB-Packaging-Technologie (Embedded Multi-die Interconnect Bridge). Sie kommt bei Hochleistungsprojekten wie Nvidias Feynman-GPU, Googles TPU HumuFish und Amazons Trainium 3 zum Einsatz.
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Herausforderungen bleiben
Trotz der Fortschritte gibt es noch Baustellen. Für die Nova-Lake-Plattform müssen Ingenieure derzeit späte Designänderungen und Probleme mit der thermischen Dichte bei hohen Leistungsstufen in den Griff bekommen. Der nächste große Schritt: das Risiko-Produktionsstart des 14A-Knotens ist für 2028 geplant.
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