Digitaler Euro: EZB wählt 36 Partner für Millionen-Pilot 2027
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 06:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Darunter finden sich namhafte Institute wie die Deutsche Bank, UniCredit, Revolut, Adyen und Stripe sowie die österreichischen Geldhäuser RBI und BAWAG. Aus über 50 Bewerbern wurden die Teilnehmer für das ambitionierte Pilotprojekt gekürt.
Testphase startet 2027
Der Pilot startet in der zweiten Jahreshälfte 2027 und läuft über zwölf Monate. Getestet werden sowohl Online- als auch Offline-Transaktionen – von Privatperson zu Privatperson sowie von Privatperson zu Unternehmen. Die gesetzliche Grundlage soll noch 2027 kommen, doch mit einer offiziellen Einführung des digitalen Euro rechnen Experten frühestens 2029. Die Kosten bis dahin? Rund 1,3 Milliarden Euro.
Die EZB-Spitze betont: Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Vor allem aber geht es darum, Europas Abhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungsnetzwerken zu verringern. In Österreich liegt die Abhängigkeit von US-Anbietern bei stolzen 90 Prozent, wie die Nationalbank warnt.
Globale Entwicklungen: QR-Codes, Mobilbanking und digitale Währungen
Während Europa am digitalen Euro arbeitet, treiben andere Länder ihre eigenen Projekte voran. In den USA hat das Accredited Standards Committee X9 den neuen X9.150-Standard für QR-Codes an der Kasse veröffentlicht. Ziel: sichere, interoperable Konto-zu-Konto-Zahlungen. Zum Vergleich: Die USA verzeichnen rund 45 Millionen Echtzeitzahlungen pro Monat – Brasilien kommt auf acht Milliarden.
Pakistan setzt auf das heimische System PayPak als Rückgrat der Digitalisierung. Die Zahl der Mobilfunk-Banking-Nutzer ist dort auf 137 Millionen gestiegen, die Zahl der digitalen Transaktionen legte von 6,9 auf fast 12 Milliarden zu.
Die Philippinen halten an ihrem Ziel fest, bis 2028 60 bis 70 Prozent des Einzelhandelsumsatzes digital abzuwickeln. Ein neuer Erlass vom 4. Juli 2026 schreibt faire Preise für Überweisungen vor. 2024 lag der digitale Anteil bei 57,4 Prozent – ein Anstieg um knapp fünf Prozentpunkte.
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Cyberbedrohungen: KI-gestützte Angriffe auf dem Vormarsch
Mit der Verbreitung digitaler Zahlungen wachsen auch die Risiken. Der Digital Threat Report 2025-26 warnt vor immer komplexeren Identitätsangriffen. Kriminelle zielen verstärkt auf Manipulationen von Vertrauensketten – über APIs, biometrische Systeme und Drittanbieter.
Besonders betroffen sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Eine Studie von IDEMIA zeigt: 97 Prozent der Einwohner nutzen regelmäßig digitale Dienste, aber 63 Prozent wurden bereits gehackt oder Opfer von Datendiebstahl. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 38 Prozent. Die VAE reagieren mit einer nationalen Cybersicherheitsstrategie und haben SMS-TANs für Finanztransaktionen verboten.
Digitale Geldbörsen wie Apple Pay und Google Pay treiben inzwischen 38 Prozent aller mobilen Checkouts an – ein Anstieg von 24 Prozent seit Anfang 2024. Die Kehrseite: Die Zahl der Kontodiebstähle im Zusammenhang mit digitalen Wallets stieg um 22 Prozent im Jahresvergleich.
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Deutsche zahlen weiterhin gerne mit Karte
In Deutschland bleibt die Karte das dominierende Zahlungsmittel. Eine aktuelle Studie des EHI Retail Instituts zeigt: 65,1 Prozent des stationären Einzelhandelsumsatzes werden per Karte bezahlt. Die girocard hält dabei einen Anteil von 40,5 Prozent. Mobile Zahlungen machen inzwischen über 19 Prozent aller Kartenzahlungen aus. Ein neuer technischer Standard ermöglicht zudem die Integration der girocard in Händler-Apps – Pilotprojekte starten noch in diesem Monat.
Genossenschaftsbanken reformieren Schutzsystem
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat sein institutionelles Sicherungssystem reformiert. Hintergrund sind riskante Geschäfte einzelner Mitgliedsbanken. Die Gruppe umfasst 646 Banken mit über 30 Millionen Kunden und erzielte 2025 einen Vorsteuergewinn von 11,6 Milliarden Euro. Der neue Verhaltenskodex für Vorstände und Aufsichtsräte soll künftige Stabilität gewährleisten.
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