EASE-Studie, Ansatz

EASE-Studie ab August: Neuer Ansatz bei Lipödem und Adipositas

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 08:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein Fachbericht zeigt: Ernährungstherapie kann Lipödem-Schmerzen spürbar reduzieren. Neue Studien fokussieren auf intuitive Essgewohnheiten.

Lipödem-Therapie: Ernährung lindert Beschwerden bei Frauen
Nahaufnahme des Beins einer Frau mit Anzeichen von Lipödem, eine unterstützende Hand ruht sanft auf dem Unterschenkel. Fokus auf medizinische Versorgung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Ernährungstherapie kann die Erkrankung nicht heilen, wohl aber die Beschwerden spürbar lindern. Das zeigt ein aktueller Fachbericht in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „Ernährungs Umschau“.

Die Fettansammlungen an Armen und Beinen lassen sich durch Diäten allein nicht abbauen. Therapeutische Maßnahmen zielen daher primär auf Beschwerdelinderung und eine verbesserte Lebensqualität ab.

Konservative und operative Behandlung

Die Therapie des Lipödem-Syndroms gliedert sich in konservative und operative Verfahren. Zu den konservativen Säulen gehören:

  • Manuelle Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie
  • Regelmäßige Bewegung
  • Sorgfältige Hautpflege
  • Ernährungstherapie

Fachkliniken wie Lipo Medical in Augsburg betonen: Die Maßnahmen müssen individuell geplant werden, um Schwellungen und Druckschmerzen effektiv zu reduzieren.

Als operative Option kommt in den Stadien 1 bis 3 die Liposuktion infrage – häufig als wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL). Laut Angaben der Sana Kliniken dauert ein solcher Eingriff zwei bis drei Stunden. Pro Sitzung lassen sich vier bis sechs Liter krankhaftes Fettgewebe entfernen. Postoperativ ist das Tragen eines Kompressionsmieders für sechs bis acht Wochen nötig.

Wichtig: Auch nach chirurgischen Eingriffen bleibt das Lipödem eine chronische Erkrankung, die fortlaufende Betreuung erfordert.

Paradigmenwechsel: Gewichtsneutralität und intuitives Essen

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In der Forschung zeichnet sich ein neuer Schwerpunkt ab: Psychosoziale Aspekte und individuelles Wohlbefinden rücken in den Fokus. Die Universität Gießen plant unter der Leitung von Prof. Ulrike Gisch für den Spätherbst 2026 die EASE-Studie (Erleben, Achtsamkeit, Stigma-Reduktion, Erkundung).

Das Projekt untersucht einen gewichtsneutralen Ansatz bei Adipositas und verwandten Krankheitsbildern. Die Rekrutierungsphase startet im August 2026. Die Studie vergleicht ein Programm mit zwölf Sitzungen zu intuitivem Essen und Achtsamkeit mit etablierten Gewichtsreduktionsprogrammen.

Ziel ist es, die Machbarkeit und Akzeptanz von Ansätzen zu belegen, die den Fokus von reiner Kalorienrestriktion auf einen stigmatisierungsfreien Umgang mit dem eigenen Körper lenken. Für Lipödem-Patientinnen, die im Sommer oft unter Hitzeeinwirkung auf die Kompressionsversorgung leiden, gewinnen solche Konzepte der Selbstfürsorge zunehmend an Bedeutung.

Interdisziplinäre Vernetzung und begleitende Maßnahmen

Die Komplexität von Fettverteilungsstörungen erfordert eine Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Das Universitätsklinikum Homburg hat im Juli 2026 ein spezielles Board gegen das Metabolische Syndrom initiiert. Kardiologen, Diabetologen und Ernährungsmediziner arbeiten dort zusammen. Einen ähnlichen Trend zeigt das Universitätsklinikum Leipzig, das im Juli 2026 als ernährungsmedizinische Schwerpunktabteilung zertifiziert wurde.

Aktuelle Metaanalysen weisen zudem auf die Relevanz von Mikronährstoffen hin. Bei Patienten mit metabolischen Vorerkrankungen wurden häufig Defizite bei Vitamin D, Magnesium und Eisen festgestellt. Ein im Juli 2026 veröffentlichter Konsens internationaler Fachgesellschaften wie EASO und EFAD empfiehlt daher für Patienten unter modernen Inkretin-basierten Therapien eine strukturierte Begleitung durch Ernährungstherapie und Krafttraining – um den Verlust an Muskelmasse zu minimieren.

Praktische Hilfe für den Alltag

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Ergänzend zu klinischen Angeboten finden praktische Ansätze Einzug in die Patientenversorgung. Die Volkshochschule Sonthofen bietet im Oktober 2026 unter der Leitung von Jasmine Mühlegg spezielle Kochkurse für Lip- und Lymphpatienten an. Der Fokus liegt auf entzündungshemmender Ernährung.

Solche Angebote unterstützen die Empfehlung, Ernährungstherapie als festen, praxisnahen Baustein in den Alltag der Betroffenen zu integrieren.

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