Ernährung, Studie

Ernährung im Alter: Studie mit 1.769 Erwachsenen findet zwei Biomarker

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ernährungsanalysen verbinden gesündere Kost mit bestimmten Blutwerten; 5-Amino-1MQ wurde bislang nur präklinisch an Mäusen untersucht.

Alternsforschung: Studien untersuchen Ernährung, Pilze und 5-Amino-1MQ
Nahaufnahme von pflanzlichen Zellstrukturen unter einem Mikroskop zur Veranschaulichung biologischer Alterungsprozesse. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Publikationen und Studien widmen sich verstärkt der Frage, wie biologische Alterungsprozesse verlangsamt werden können. Im Mittelpunkt der aktuellen Forschung stehen dabei sowohl pflanzliche Ernährungsformen als auch spezifische chemische Wirkstoffe wie 5-Amino-1MQ, die gezielt in zelluläre Stoffwechselwege eingreifen.

Zelluläre Stoffwechselwege und das Molekül 5-Amino-1MQ

Ein Ansatzpunkt der pharmakologischen Forschung zielt auf die Regulierung des zellulären Energiestoffwechsels ab. Angaben des Chemikalienherstellers NINGBO INNO PHARMCHEM CO.,LTD. aus Ningbo in der chinesischen Provinz Zhejiang zufolge hemmt das kleine Molekül 5-Amino-1MQ, das aus Methylchinolinium besteht, das Enzym Nicotinamid-N-Methyltransferase (NNMT).

Da dieses Enzym NAD+ metabolisiert, führt dessen Hemmung zu einem Anstieg der zellulären NAD+-Spiegel sowie einer gesteigerten Nicotinamid-Verfügbarkeit. Dies könnte wiederum die Aktivität von SIRT1 unterstützen, einem Protein, das für DNA-Reparatur, Entzündungsreduktion, Stressresistenz und Insulinsensitivität relevant ist.

Eine erhöhte Aktivität des Enzyms NNMT wird wissenschaftlich mit Adipositas und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Laut den Herstellerberichten zeigen präklinische Versuche an gealterten Mäusen, dass 5-Amino-1MQ den Fettabbau sowie den Energieverbrauch steigern und zu einer verbesserten Muskelkraft und -funktion beitragen kann. Bislang liegen hierzu jedoch keine klinischen Ergebnisse oder Untersuchungen an Menschen vor.

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Ernährungsformen und Biomarker im Alter

Neben synthetischen Molekülen wird die Bedeutung der täglichen Ernährung für die biologische Verfassung älterer Menschen erforscht. Eine Studie aus Stockholm untersuchte 1.769 Erwachsene ab 60 Jahren, die Fragebögen zu ihrem Ernährungsverhalten im vorangegangenen Jahr ausfüllten.

Die Forschenden analysierten drei verschiedene Ernährungsmuster – die mediterrane Ernährung, das Risiko für chronische Krankheiten sowie das Entzündungspotenzial – im Abgleich mit 54 Blut-Biomarkern aus den Bereichen Stoffwechsel, Entzündung, Gefäßsystem und Gehirn. Bei der Auswertung wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status, körperliche Bewegung und Rauchgewohnheiten kontrolliert.

Die Analyse zeigte, dass sich zwei Biomarker über alle drei untersuchten Qualitätsmaße der Ernährung hinweg abbildeten: Bei einer gesünderen Kost fiel der Folatspiegel höher aus, während der Wachstumsdifferenzierungsfaktor-15 niedrigere Werte aufwies.

Die am stärksten entzündungshemmende Ernährungsform war zudem mit sechs vorteilhaften Biomarkern assoziiert, welche Blutzucker, Appetit, Knochen, Leber sowie die Immunfunktion betrafen.

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Als methodische Einschränkungen nannten die Autoren das Querschnittsdesign, die Erfassung über Selbstauskünfte sowie eine Studienpopulation, die aus einer gut gebildeten und gesunden städtischen Bevölkerung bestand, weshalb keine Kausalitäten abgeleitet werden können.

Mikronährstoffe und Naturstoffe aus Pilzen

Einen weiteren Baustein bildet die Suche nach spezifischen bioaktiven Substanzen in Naturstoffen. Forschende der Maynooth University entwickelten eine zeitsparende und kostengünstige Screening-Methode für Ergothionein (EGT). Dem Antioxidans wird eine mögliche Relevanz für gesundes Altern zugeschrieben.

In der Fachzeitschrift Food Chemistry berichteten Wissenschaftler der Abteilungen für Biologie sowie Sportwissenschaft und Ernährung über die Untersuchung von 43 Pilzisolaten aus Speisepilzen und wilden Fruchtkörpern aus Maynooth und der Grafschaft Kildare.

Mithilfe von Dünnschichtchromatographie wiesen die Forscher bei acht Isolaten aus sieben Pilzarten eine Produktion von Ergothionein nach. Insbesondere die Arten Pleurotus pulmonarius und Rhodocollybia butyracea erwiesen sich als vielversprechend, wenngleich für eine exakte Bestätigung und Quantifizierung weiterhin massenspektrometrische Verfahren erforderlich sind.

Die Ergebnisse verdeutlichen das Spektrum der Langlebigkeitsforschung, die von Ernährungsanalysen bis hin zur Identifikation einzelner regulatorischer Moleküle reicht.

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