Ernährungstherapie: Mediterrane Kost senkt Brustkrebsrisiko um 76%
30.05.2026 - 20:21:52 | boerse-global.deBesonders bei chronisch-entzĂĽndlichen Darmerkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen und in der Krebsnachsorge zeichnen sich vielversprechende Ergebnisse ab.
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Gezielte Diäten gegen Darmerkrankungen
Die Ernährungstherapie rückt bei der Behandlung von Darmerkrankungen in den Fokus. Professor Henit Yanai vom Rabin Medical Center erklärte am 29. Mai: Gerade bei leichten Verläufen von Morbus Crohn zeigt eine gezielte Diät Erfolge. Eine Studie in Food Research International ergänzt: Die Beschränkung der Aminosäure Methionin lindert im Tiermodell Symptome von Colitis ulcerosa.
Auch das Reizdarmsyndrom lässt sich mit Probiotika behandeln. Ein Bericht der MMW verwies auf die Wirksamkeit von Lactobacillus plantarum 299v. Forscher der UNLV veröffentlichten zudem in Nature Communications Erkenntnisse zur Phytinsäure – sie aktiviert ein Protein, das die Darmbarriere schützt und ein „Leaky-Gut-Syndrom“ reparieren könnte.
Professor Timon E. Adolph von der Medizinischen Universität Innsbruck bremste jedoch die Euphorie: Für abschließende Bewertungen der direkten Auswirkungen auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs fehlten noch Daten.
Herz und Kreislauf: Was schadet, was schĂĽtzt?
Aktuelle Studien warnen vor hochverarbeiteten Lebensmitteln. Eine Untersuchung des französischen Instituts INSERM mit rund 112.000 Probanden zeigte: Hoher Konsum von Nitriten oder Sorbaten erhöht das Bluthochdruckrisiko um bis zu 29 Prozent, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 16 Prozent. Auch Zitronensäure wurde mit einem 22 Prozent höheren Blutdruckrisiko in Verbindung gebracht – allerdings ohne direkten Kausalitätsbeleg.
Die Kehrseite: Pflanzliche Lebensmittel schützen. Analysen in BMJ Nutrition Prevention & Health zeigen: Regelmäßiger Verzehr von Hülsenfrüchten und Sojaprodukten senkt das Bluthochdruckrisiko um bis zu 30 Prozent. Die stärksten Effekte gab es bei etwa 170 Gramm täglich.
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Krebsnachsorge: Mediterrane Kost als Gamechanger
Eine italienische Studie, Ende Mai auf dem ASCO-Kongress in Chicago vorgestellt, liefert beeindruckende Zahlen für Brustkrebspatientinnen im Frühstadium. Ein dreijähriges Programm aus mediterraner Kost, täglicher Bewegung und Vitamin D3 senkte das Auftreten des Metabolischen Syndroms um 65 Prozent. Bei hormonsensitiven Tumoren sank das Rückfallrisiko sogar um 76 Prozent.
Doch nicht nur Krebs: Eine Studie in Neurology mit über 92.000 Datensätzen zeigt: Pflanzenbetonte Ernährung reduziert das Demenzrisiko um 7 Prozent. Und wer weniger als fünf Hauptmahlzeiten pro Woche zu sich nimmt, hat laut Journal of Affective Disorders ein 1,55-fach erhöhtes Depressionsrisiko.
KI hilft beim Kochen – und beim Sparen
Forscher der UC Davis setzen auf Künstliche Intelligenz, um gesunde Ernährung alltagstauglich zu machen. Ein KI-Modell analysierte über 135.000 Mahlzeiten. Ergebnis: Bereits der Austausch von ein bis drei Zutaten verbessert den Nährwert um rund 10 Prozent und senkt die Kosten um bis zu 34 Prozent.
Praxis hinkt hinterher
Trotz der wissenschaftlichen Evidenz hapert es in der medizinischen Versorgung. Eine FOCUS-Gesundheit-Umfrage unter 8.500 Medizinern ergab: 80 Prozent der Ärzte sprechen das Thema Lebensstil an – eine flächendeckende Ernährungsberatung scheitert jedoch oft an der fehlenden Kostenübernahme durch die Krankenkassen.
Die Industrie reagiert derweil: Das Unternehmen MRH Health erhielt einen Forschungszuschuss von 2,6 Millionen Euro fĂĽr die Entwicklung oraler mikrobiom-basierter Therapeutika.
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