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Europäisches Parlament: EPGenAI Hub ab September mit KI-Modellen live

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Europäische Parlament startet mit EPGenAI Hub eine eigene Multi-Modell-KI-Plattform für Abgeordnete und Mitarbeiter, um Datenschutz und Sicherheit zu gewährleisten.

EU-Parlament testet EPGenAI Hub: Eigene KI-Plattform für Abgeordnete
Eine menschliche Hand interagiert mit einer holografischen Schnittstelle, die KI-Datenmuster zeigt, im Hintergrund das verschwommene Europäische Parlament. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Brüssel – Das Europäische Parlament erprobt eine neue, hauseigene KI-Plattform. Abgeordnete und Mitarbeiter sollen damit sicher auf moderne Sprachmodelle zugreifen können.

Der sogenannte EPGenAI Hub befindet sich derzeit in der Beta-Phase. Ein breiterer Rollout ist bereits für September 2026 geplant. Das Parlament wäre damit das erste große gewählte Legislativorgan weltweit, das eine Multi-Modell-Infrastruktur für Künstliche Intelligenz einsetzt.

Multi-Modell-Hub: Zugriff auf führende KI-Systeme

Die Plattform bündelt den Zugang zu verschiedenen KI-Modellen großer Entwickler. Dazu gehören Meta, OpenAI, Anthropic und Mistral. Nutzer können zwischen lokalen Modellen wie Llama, GPT-OSS und Mistral Small wählen oder auf externe Frontier-Modelle wie ChatGPT und Claude Sonnet zurückgreifen.

Das Projekt folgt auf die Verabschiedung des EU AI Act im März 2024. Die genauen Bedingungen zur Datenverarbeitung für alle integrierten Modelle sind allerdings noch nicht endgültig geklärt.

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Richtlinien: Transparenz und Datenschutz im Fokus

Die Einführung des offiziellen Hubs kommt nicht von ungefähr. Bereits heute nutzen schätzungsweise 2.100 Mitarbeiter – rund 20 Prozent der Belegschaft – täglich KI-Tools. Die neue Plattform soll die unkontrollierte Nutzung öffentlicher KI-Dienste eindämmen und die Datensicherheit gewährleisten.

Interne Richtlinien schreiben vor:
- Kennzeichnungspflicht für „KI-gestützte" Arbeiten
- Striktes Verbot der Eingabe sensibler oder geheimhaltungsbedürftiger Daten in externe Modelle

Eine Pflicht zur Offenlegung von KI-Nutzung besteht für die Abgeordneten selbst jedoch nicht. Das sorgt für Diskussionen. Einige Ausschussvorsitzende äußern Bedenken, dass KI-generierte Änderungsanträge die Qualität und Authentizität der Gesetzgebungsarbeit beeinträchtigen könnten.

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KI-Offensive in der gesamten EU-Verwaltung

Der Vorstoß des Parlaments ist Teil eines größeren Trends. Bereits im März 2026 startete die Generaldirektion für Internationale Partnerschaften (DG INTPA) einen eigenen KI-Assistenten, entwickelt mit Accenture. Das Tool hat bereits über 2.000 aktive Nutzer und mehr als 400.000 Anfragen verarbeitet. Es verknüpft moderne Sprachmodelle mit internen Dokumenten.

Während die interne Nutzung wächst, bleibt die EU im regulatorischen Austausch mit großen Technologieanbietern. Google und Apple haben zuletzt Datenschutzbedenken zu den Regeln des Digital Markets Act angemeldet. Diese sehen einen breiteren Zugang für konkurrierende KI-Assistenten vor. Google soll bis August 2027 mehrere Android-Funktionen für Drittanbieter öffnen und bis Januar 2027 anonymisierte Suchdaten teilen. Apple hat die Einführung seiner Siri-KI-Funktionen auf dem europäischen Markt mit Verweis auf Datenschutz- und Regulierungskomplexität verschoben.

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