Fettabbau mit CBL-514: MRT zeigt 141 ml Differenz zu Placebo
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 01:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin neuartiger pharmakologischer Ansatz zur Reduzierung von Fettgewebe stand im Mittelpunkt von Auswertungen, die Caliway Biopharmaceuticals auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) vom 28. September bis 2. Oktober 2026 in Mailand präsentierte.
Im Fokus der Analysen steht der Wirkstoffkandidat CBL-514, der Fettzellen durch gezielte Apoptose absterben lässt, anstatt sie lediglich im Volumen zu verkleinern. Ursprünglich war die Substanz von dem Unternehmen für die Behandlung gutartiger Fettgewebsgeschwülste (Lipome) entwickelt worden.
Studienergebnisse zum Abbau von Viszeral- und Unterhautfett
Grundlage der in Mailand vorgestellten Daten bilden die Phase-II-Studien CBL-0204 mit 107 Teilnehmenden und CBL-0205 mit 173 Teilnehmenden. Für eine gezielte Viszeralfett-Analyse wurde eine Untergruppe von 41 Personen mit einem Body-Mass-Index von 22 bis 30 kg/m² untersucht.
In diesem Kollektiv erhielten 23 Teilnehmende CBL-514 in einer Dosierung von bis zu 600 mg alle drei Wochen über einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen, während 17 Personen ein Placebo verabreicht bekamen.
Mittels Magnetresonanztomografie (MRT) ermittelte Messungen zeigten vier Wochen nach der letzten Gabe eine Abnahme des viszeralen Fetts in der Verum-Gruppe um 71 ml (?12,01 %), während in der Placebogruppe ein Zuwachs um 31 ml (+5,68 %) verzeichnet wurde. Dies entspricht einer Differenz von rund 102 ml (17,69 %, p=0,0002).
Wer sich mit dem Thema Fettstoffwechsel befasst, sollte auch seine Blutwerte im Blick behalten. Dieser kostenlose Report erklärt verständlich, welche Werte wirklich wichtig sind und wie man Vitalstoffmängel frühzeitig erkennt. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos sichern
Bei Nachkontrollen nach 8 bis 12 Wochen lag die Reduktion unter CBL-514 bei 63 ml (?10,45 %), verglichen mit einer Zunahme um 78 ml (+11,76 %) unter Placebo, was eine Differenz von 141 ml (22,21 %, p=0,0021) ergab.
Auch beim Unterhautfettgewebe (Subkutanfett) dokumentierten die Untersuchungen Veränderungen. Nach acht Wochen verloren 69,6 % der Behandelten in der CBL-514-Gruppe mindestens 150 ml subkutanes Fett, während dieser Wert in der Placebogruppe bei 0 % lag.
Eine vom Hersteller finanzierte, begutachtete Phase-2-Studie mit 108 Erwachsenen und bis zu vier Behandlungen am Bauch wies zudem nach vier Wochen eine durchschnittliche Reduktion des Unterhautfetts um gut 20 % in der CBL-514-Gruppe aus, während die Placebogruppe praktisch unverändert blieb. Dieser Unterschied war auch nach 12 Wochen noch nachweisbar.
Verträglichkeit und präklinische Kombinationstests
Hinsichtlich des Sicherheitsprofils traten nach Angaben des Unternehmens leichte bis mittlere Reaktionen an den Injektionsstellen auf; schwere unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet.
Neben den klinischen Daten am Menschen wurden auch Resultate aus Tierversuchen dargelegt. Bei Ratten führte eine kombinierte Gabe von CBL-514 und dem GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonisten Tirzepatid zu einem höheren Gewichtsverlust als die Monotherapie. Nach dem Absetzen von Tirzepatid nahmen die mit der Kombination behandelten Tiere zudem weniger wieder an Gewicht zu.
Tausende gesundheitsbewusste Menschen nehmen ihre Vorsorge mittlerweile selbst in die Hand und nutzen fundierte Experten-Tipps zur Analyse ihrer Werte. Erfahren Sie in diesem 25-seitigen PDF-Guide, wie Sie Ihre Laborwerte richtig interpretieren und Fehldiagnosen vermeiden. Kostenlosen 25-Seiten-Report hier anfordern
Fachliche Einordnung und offene Forschungsfragen
Unter Fachleuten stoßen die Ergebnisse auf geteilte Resonanz. W. Timothy Garvey von der University of Alabama Birmingham, der eine der Studien koordinierte, stufte das Wirkprinzip als hochinnovativ ein und hob mögliches Potenzial für die Regulierung von Blutdruck und Cholesterinwerten hervor.
Andere Wissenschaftler mahnen hingegen zur Zurückhaltung. Marie Spreckley von der University of Cambridge wies darauf hin, dass die vorliegenden Daten bislang keinen Nachweis darüber lieferten, ob die Intervention tatsächlich die allgemeine Gesundheit verbessere.
Hierfür seien größere Untersuchungen erforderlich. Justin Rochford von der University of Aberdeen warnte vor den Risiken einer unkontrollierten Fettumverteilung in die Leber sowie möglichen Fettablagerungen in anderen Organen.
Einschränkend kommt hinzu, dass wesentliche Teile der neuen Daten bislang primär als Kongressbeitrag und Firmenmitteilung vorliegen und nicht als umfassende Peer-Review-Publikation. Caliway Biopharmaceuticals hat unterdessen die klinische Weiterentwicklung vorangetrieben: Im September 2026 wurde der erste Teilnehmer im Rahmen einer Phase-III-Studie behandelt. Erste Ergebnisse aus diesem Programm werden für Ende 2027 erwartet.
