Fischöl-Kapseln: Studie zeigt keine Wirkung gegen Alzheimer
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 22:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Die gezielte NĂ€hrstoffaufnahme und soziale Faktoren sind entscheidend fĂŒr kognitive Leistung und MobilitĂ€t im Alter. Experten betonen die Notwendigkeit individuell angepasster Empfehlungen.
Fischöl-Studie: EnttĂ€uschende Ergebnisse fĂŒr Kapseln
Eine aktuelle Studie liefert ernĂŒchternde Ergebnisse zur NahrungsergĂ€nzung. Am 8. Juli veröffentlichten Forscher Daten von 365 Erwachsenen zwischen 55 und 80 Jahren mit erhöhtem Alzheimer-Risiko. Die tĂ€gliche Einnahme von 2000 mg DHA-Fischöl ĂŒber zwei Jahre erhöhte zwar die DHA-Konzentration im Gehirn um 17 Prozent. Eine Verbesserung der kognitiven Leistung oder eine Verlangsamung des Gehirnabbaus blieb jedoch aus.
Fachleute raten daher zu einer ausgewogenen ErnĂ€hrung statt teurer Kapseln. Bessere Ergebnisse verspricht die MIND-DiĂ€t â eine Kombination aus mediterraner Kost und der DASH-DiĂ€t. Sie kann das Alzheimer-Risiko um bis zu 35 Prozent senken. Empfohlen werden mindestens sechs Portionen BlattgemĂŒse und zwei Portionen Beeren pro Woche, plus regelmĂ€Ăig NĂŒsse, fetter Fisch und HĂŒlsenfrĂŒchte.
Schlafmangel als Risikofaktor
Doch nicht nur die ErnÀhrung spielt eine Rolle. Daten aus dem Jahr 2021 zeigen: Wer weniger als sechs Stunden schlÀft, erhöht sein Demenzrisiko um rund 30 Prozent. Ein unterschÀtzter Faktor in der PrÀvention.
Blue Zones: Mehr als nur gesundes Essen
Das Konzept der âBlue Zonesâ rĂŒckt vermehrt in den Fokus der Forschung. In Regionen wie Okinawa, Sardinien oder Ikaria werden Menschen ĂŒberdurchschnittlich alt. Analysen aus dem Juli 2026 zeigen: Langlebigkeit basiert nicht allein auf ErnĂ€hrung, sondern auf einer Kombination aus pflanzenbasierter Kost, alltagsintegrierter Bewegung und starken sozialen Netzwerken.
Das Prinzip âHara Hachi Buâ â nur essen, bis man zu 80 Prozent gesĂ€ttigt ist â gilt hier als zentraler Faktor. Die ĂŒber 80 Jahre laufende Harvard Study of Adult Development bestĂ€tigt: Soziale Verbundenheit ist der stĂ€rkste Faktor fĂŒr ein langes Leben. Soziale Isolation erhöht das Sterberisiko in einem MaĂe, das mit dem Konsum von 15 Zigaretten tĂ€glich vergleichbar ist.
In Deutschland lebten Ende 2024 rund 17.900 Menschen, die das 100. Lebensjahr erreicht hatten.
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MangelernÀhrung: Das unterschÀtzte Problem
Trotz aller Erkenntnisse bleibt MangelernĂ€hrung im Alter ein ernstes Problem. Ăber 25 Prozent der Krankenhauspatienten sind betroffen. Der Körper benötigt im Alter zwar weniger Kalorien, der Bedarf an bestimmten MikronĂ€hrstoffen bleibt jedoch gleich oder steigt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Proteinversorgung: Mageres Fleisch, Fisch, Eier und HĂŒlsenfrĂŒchte sind essenziell fĂŒr den Muskelerhalt. Vitamin B12, Vitamin D und Kalzium sind fĂŒr Knochen und Nervensystem entscheidend. FĂŒr Frauen ĂŒber 50 wird die Einnahme von Kreatin-Monohydrat (3 bis 5 Gramm tĂ€glich) diskutiert â sofern keine Nierenerkrankungen vorliegen.
In den Sommermonaten gewinnt die FlĂŒssigkeitszufuhr an Bedeutung. Experten empfehlen wasserreiches Obst und GemĂŒse wie Gurken, Tomaten oder Wassermelonen. Bei Kau- oder Schluckbeschwerden sind Smoothies und Cremesuppen eine praktische Alternative.
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Regionale Hilfe und Bildungsangebote
Mehrere Projekte bringen das Wissen ĂŒber SeniorenernĂ€hrung in die FlĂ€che. In Brandenburg bietet eine Vernetzungsstelle seit Mai 2026 Beratungen auf Basis der DGE-Empfehlungen an. In Bremen startete Ende 2025 das Projekt âErnĂ€hrungswende im Quartierâ mit einer Anlaufstelle fĂŒr gesunde ErnĂ€hrung und Lebensmittelrettung.
Volkshochschulen bieten bundesweit Kurse zu MikronĂ€hrstoffen, veganem Kochen und Fitness im Alter an. FĂŒr den 21. Oktober ist ein Vortrag in Bremen geplant, der ĂŒber den verĂ€nderten NĂ€hrstoffbedarf und den Einsatz von NahrungsergĂ€nzungsmitteln informiert. Die Bildungsangebote sollen Senioren dabei unterstĂŒtzen, ihre ErnĂ€hrung proaktiv zu gestalten und gesundheitlichen Risiken vorzubeugen.
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