Flavanole, Herzsterblichkeit

Flavanole: 500 mg tÀglich senken Herzsterblichkeit um 27%

11.06.2026 - 11:41:50 | boerse-global.de

TĂ€gliche Flavanol-Aufnahme von 500 mg kann Herzsterblichkeit um 27 Prozent senken, zeigt eine Juni-Studie.

Flavanole senken Herzrisiko: Die richtige Obst- und GemĂŒseauswahl
Flavanole - Eine Nahaufnahme von frischen Pflaumen, Cranberrys, Brombeeren und einer Tasse grĂŒnem Tee auf einem Holztisch, die Herzgesundheit symbolisieren. 11.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigen aktuelle Studien aus dem Juni 2026.

Allein in Bayern starben 2020 rund 50.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – knapp 40 Prozent aller TodesfĂ€lle. Forscher der University of Reading haben nun einen entscheidenden Faktor identifiziert: Flavanole.

500 Milligramm tÀglich machen den Unterschied

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Eine im Juni in „Food & Function“ veröffentlichte Studie zeigt: Wer tĂ€glich 500 mg Flavanole zu sich nimmt, senkt die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 27 Prozent. Das Problem: Die sekundĂ€ren Pflanzenstoffe sind in Obst und GemĂŒse sehr ungleich verteilt.

Die allgemeine „Five-a-Day“-Regel reicht oft nicht aus. In der großen EPIC-Norfolk-Kohortenstudie erreichten nur knapp 18 Prozent der Teilnehmer die empfohlene Menge von 500 mg.

Besonders effiziente Quellen sind Pflaumen (ca. 450 mg pro 500 g), Cranberries (300 mg pro 250 g) und Brombeeren (250 mg pro 200 g). Auch grĂŒner Tee liefert mit rund 200 mg pro Tasse einen wesentlichen Beitrag. Experten raten: Äpfel mit Schale essen (etwa 110 mg Flavanole) und auf Milch oder Zucker in Tee und Kakao verzichten – das beeintrĂ€chtigt die Aufnahme der Wirkstoffe.

Cholesterin: Gene bestimmen den Großteil

Die Deutsche Herzstiftung wies im Juni darauf hin: LDL-Cholesterinwerte sind zu 70 bis 80 Prozent genetisch bedingt. Nur 20 bis 30 Prozent resultieren direkt aus der Nahrung.

Dennoch kann eine konsequente Lebensstilanpassung den LDL-Wert um 10 bis 20 Prozent senken. Kardiologe Prof. Ulrich Laufs betont den direkten Zusammenhang zwischen niedrigen LDL-Werten und sinkenden Herzinfarkt- und Schlaganfallraten.

Hintergrund: Laut Herzbericht 2025 werden in Deutschland jĂ€hrlich ĂŒber 185.000 Menschen wegen Herzinfarkten ins Krankenhaus eingeliefert. FĂŒr Hochrisikopatienten bleiben medikamentöse Lipidsenker unverzichtbar – Bewegung und ErnĂ€hrung bilden die Basis der PrĂ€vention.

Olivenöl und NĂŒsse: Die richtigen Fette wĂ€hlen

Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern bewertet die Kombination von Olivenöl und NĂŒssen als gesundheitlich vorteilhaft. Olivenöl enthĂ€lt ĂŒberwiegend einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren, die das Herz-Kreislauf-System unterstĂŒtzen.

Ein purer Verzehr als „Öl-Shots“ sei nicht nötig. Entscheidend ist der regelmĂ€ĂŸige Ersatz ungĂŒnstiger Fettquellen in tĂ€glichen Mahlzeiten.

Auch Mandeln und ErdnĂŒsse punkten: Mandeln liefern Vitamin E und Magnesium, ErdnĂŒsse Protein und FolsĂ€ure. Eine Studie aus 2022 in „Future Foods“ zeigt: Bereits zweimaliger Verzehr von ErdnĂŒssen pro Woche senkt das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der tĂ€gliche Konsum von Avocados kann ĂŒber sechs Monate die glykĂ€mische Last verbessern.

Vorsicht bei Zusatzstoffen und Pestiziden

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Die französische NutriNet-SantĂ©-Studie untersuchte Daten von ĂŒber 112.000 Teilnehmern. Ergebnis: Antioxidative Konservierungsstoffe wie ZitronensĂ€ure oder AscorbinsĂ€ure sind mit einem um 22 Prozent erhöhten Bluthochdruckrisiko verbunden. Die Autoren betonen: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – ein direkter KausalitĂ€tsbeweis steht aus.

Parallel dazu alarmieren VerbraucherschĂŒtzer. Ein Labortest von foodwatch fĂŒhrte im Juni zum RĂŒckruf von KreuzkĂŒmmel einer Lidl-Eigenmarke: Die Pestizidbelastung mit Flamprop ĂŒberschritt den Grenzwert um das 200-fache. Insgesamt enthielten zwei Drittel der getesteten GewĂŒrzproben verbotene Pestizide.

Auch bei Zuckerersatzstoffen ist Vorsicht geboten. Eine Studie aus 2023 assoziierte hohe Erythrit-Spiegel mit erhöhtem Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse. Eine brasilianische Untersuchung aus 2025 deutet zudem auf einen Zusammenhang zwischen kĂŒnstlichen SĂŒĂŸstoffen und schnellerem kognitivem Abbau hin.

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