Flavonoide: 500 mg tÀglich senken Herztod-Risiko um 27%
09.06.2026 - 08:12:25 | boerse-global.de
Eine neue Analyse zeigt: Wer tĂ€glich 500 Milligramm Flavonoide zu sich nimmt, senkt sein Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re TodesfĂ€lle deutlich. Doch die meisten Deutschen erreichen diesen Wert nicht â selbst mit fĂŒnf Portionen Obst und GemĂŒse.
Die in âFood and Functionâ vorgestellte Untersuchung wertete Daten von ĂŒber 30.000 Teilnehmern aus den USA und GroĂbritannien aus. Ergebnis der zugrunde liegenden COSMOS-Studie: Eine tĂ€gliche Aufnahme von 500 mg Flavanolen kann das Risiko fĂŒr einen Herztod um bis zu 27 Prozent senken.
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Das Problem: Weniger als 25 Prozent der Bevölkerung erreichen diesen Zielwert. Selbst wer sich an die empfohlenen fĂŒnf Portionen Obst und GemĂŒse hĂ€lt, liegt oft darunter. Studienleiter Dr. Javier Ottaviani und Prof. Gunter Kuhnle von der University of Reading betonen: Nicht die Menge allein entscheidet â die Auswahl der Lebensmittel ist entscheidend. US-Expertengremien erwĂ€gen bereits offizielle Zufuhrempfehlungen zwischen 400 und 600 mg pro Tag.
Effiziente Quellen fĂŒr den Alltag
Die Forschung unter Beteiligung von Harvard, UC Davis und Mars Inc. identifizierte enorme Unterschiede im Flavanolgehalt. Um den Tageswert zu erreichen, mĂŒssen Verbraucher gezielt zu bestimmten Lebensmitteln greifen. Besonders effizient sind:
- Pflaumen (500 g): 450 mg
- Cranberries (250 g): 300 mg
- Brombeeren (200 g): 250 mg
- GrĂŒner Tee (250 ml): 200 mg
- Ackerbohnen (80 g): 140 mg
- Ăpfel (mittelgroĂ): ca. 110 mg
Kirschen, Erdbeeren und Blaubeeren liefern zwischen 80 und 130 mg pro Portion. Bitterschokolade enthÀlt pro zwei bis drei Quadrate etwa 22 bis 73 mg. Die British Heart Foundation warnt jedoch: Der tatsÀchliche Gehalt variiert stark je nach Sorte und Verarbeitung.
Prof. Naveed Sattar Ă€uĂerte sich kritisch zur aktuellen Evidenzlage. Weitere Studien seien nötig, um eine definitive Reduktion von SchlaganfĂ€llen oder Herzinfarkten durch Flavonoide zweifelsfrei zu belegen.
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Fortschritte bei medikamentösen AnsÀtzen
Parallel zur ErnĂ€hrungsforschung gibt es neue Erkenntnisse zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine in âNature Medicineâ veröffentlichte Analyse der DECLARE-TIMI-58-Studie untersuchte SGLT2-Hemmer bei Patienten mit genetischem Risiko fĂŒr Kardiomyopathie. Bei 12.685 Teilnehmern senkte der Wirkstoff Dapagliflozin das Risiko fĂŒr Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz bei GentrĂ€gern um 82 Prozent. Bei asymptomatischen TrĂ€gern traten unter der Medikation gar keine Einweisungen auf.
Einen komplementĂ€ren Ansatz verfolgte eine Studie in âPLOS Oneâ vom 7. Juni 2026. Bei 40 Erwachsenen mit leicht erhöhtem Blutdruck fĂŒhrte die tĂ€gliche Gabe von 0,1 ml Pfefferminzöl zu einer Senkung des systolischen Blutdrucks um etwa 8 mmHg. Experten bewerten dies als vorlĂ€ufige Hinweise â eine ErgĂ€nzung, aber kein Ersatz fĂŒr bestehende Therapien.
Neue Erkenntnisse zu Vorhofflimmern
Die UniversitĂ€tsmedizin Göttingen veröffentlichte heute Ergebnisse, die das VerstĂ€ndnis von Vorhofflimmern erweitern. Bei anhaltendem Vorhofflimmern durchlĂ€uft nicht nur der linke, sondern auch der rechte Vorhof tiefgreifende Umbauprozesse. Laut Prof. Niels Voigt könnte diese beidseitige Erkrankung erklĂ€ren, warum bisherige Therapien, die oft nur auf den linken Vorhof fokussieren, langfristig hĂ€ufig scheitern. Die Erkenntnis könnte die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien maĂgeblich beeinflussen.
