FLOWPROMOTE-Studie: Kombination senkt Plaquevolumen um 21,1 Prozent
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung atherosklerotischer Gefäßveränderungen stützt sich zunehmend auf intensivierte medikamentöse Strategien zur Cholesterinsenkung. Neue klinische Daten liefern detaillierte Einblicke in das Ausmaß, in dem sich bestehende Gefäßablagerungen in den Herzkranzgefäßen zurückbilden können.
Insbesondere die Kombinationstherapie zur Senkung des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) sowie neuartige molekulare Ansätze stehen dabei im Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen.
FLOWPROMOTE-Studie belegt stärkere Plaque-Regression durch Kombinationstherapie
In der an der Universität Aarhus durchgeführten FLOWPROMOTE-Studie, die am 30. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift JAMA Cardiology publiziert wurde, untersuchten Forschende die Wirkung einer intensivierten Lipidsenkung.
An der Untersuchung nahmen 104 zuvor statinnaive Erwachsene mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK), einer Stenose von über 50 Prozent und einem FFR-CT-Wert von höchstens 0,80 teil. Das mittlere Alter der Kohorte betrug 64 Jahre, der Männeranteil lag bei 79 Prozent.
Die Teilnehmenden wiesen Angina pectoris sowie eine signifikante KHK mit Flusslimitierung auf. Der Verlauf wurde mittels CT-Angiographie zu Studienbeginn sowie nach 9 und 18 Monaten kontrolliert.
Über den Zeitraum von 18 Monaten führte die Kombination aus täglich 40 mg Rosuvastatin und 10 mg Ezetimib zu einer deutlicheren Plaque-Regression als eine Monotherapie mit 40 mg Atorvastatin pro Tag.
Unter der Kombinationstherapie sank das LDL-C von 127,4 auf 42,5 mg/dL, was einem Rückgang von 65 Prozent entspricht. In der Atorvastatin-Gruppe verringerte sich der Wert von 119,7 auf 69,5 mg/dL, was einem Minus von 38 Prozent entspricht.
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Detaillierte Messungen der Plaque-Volumina
Die intensivierte Senkung spiegelte sich in den Bildgebungsdaten wider. Das Gesamtplaquevolumen (TPV) verringerte sich unter der Kombination um 21,1 Prozent beziehungsweise 69,8 mm³, während es unter Atorvastatin um 13,6 Prozent beziehungsweise 39,0 mm³ sank. Die daraus resultierende Differenz betrug -30,9 mm³.
Beim nichtkalzifizierten Plaquevolumen (NCPV) zeigte sich ein Rückgang um 28,2 Prozent (-82,3 mm³) im Kombinationsarm gegenüber 20,0 Prozent (-53,5 mm³) unter der Monotherapie. Eine Regression des nichtkalzifizierten Plaquevolumens trat bei 98 Prozent der Patienten unter der Kombination auf, verglichen mit 77 Prozent im Vergleichsarm.
Insgesamt zeigte sich eine Plaque-Regression bei 90 Prozent (47 von 52) der Behandelten unter der Kombination und bei 75 Prozent (38 von 51) unter Atorvastatin; dieser Unterschied lag an der statistischen Signifikanzgrenze mit einem p-Wert von 0,05.
Während kalzifizierte Plaque in beiden Gruppen ähnlich zunahm, korrelierten niedrigere LDL-C-Werte linear mit einer stärkeren Plaque-Regression. Die Studienautoren ordnen die Ergebnisse jedoch vorsichtig ein: Es sei lediglich eine partielle Rückbildung erzielt worden.
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Zudem bleibe unklar, inwieweit die Befunde auf bereits medikamentös behandelte Personen oder Post-Infarkt-Patienten übertragbar seien. Da die Untersuchung primär computertomographische Veränderungen und keine harten klinischen Endpunkte wie Herzinfarkte oder Sterberaten erfasste, seien weitere Beobachtungen erforderlich.
Fortschritte bei dualen siRNA-Ansätzen
Parallel zu etablierten Wirkstoffen werden auch neuartige Substanzen zur gezielten Senkung atherogener Lipide erprobt. Arrowhead Pharmaceuticals stellte auf den AHA Scientific Sessions 2026 in Chicago Daten zu ARO-DIMER-PA vor, einer dualen siRNA, die zeitgleich gegen PCSK9 und APOC3 gerichtet ist.
In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-1-Studie mit 31 Patienten mit gemischter Hyperlipidämie senkte eine Einzeldosis im Bereich von 25 bis 400 mg die Zielwerte dosisabhängig: PCSK9 ging um 50 bis 89 Prozent zurück, APOC3 um 43 bis 95 Prozent, LDL-C um 26 bis 65 Prozent und Triglyceride um 56 bis 78 Prozent.
Bei der höchsten Dosis von 400 mg traten vermehrt Nebenwirkungen auf; die am häufigsten beobachtete Begleiterscheinung bestand in einer Rötung an der Injektionsstelle.
