Flussbestattungen, Genehmigungen

Flussbestattungen: 31 Genehmigungen im Norden, vier im Süden

14.06.2026 - 08:34:00 | boerse-global.de

Neun Monate nach der Legalisierung zeigen sich deutliche regionale Unterschiede bei der Nachfrage nach Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz.

Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz: Nachfrage mit regionalen Unterschieden
Flussbestattungen - Eine biologisch abbaubare Urne sinkt sanft in einen Fluss, im Hintergrund die Ufer der Mosel oder des Rheins bei Sonnenuntergang. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Nachfrage nach Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz bleibt überschaubar – mit deutlichen regionalen Unterschieden.

31 Genehmigungen im Norden, vier im Süden

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord verzeichnete bis Juni 2026 insgesamt 31 bewilligte Flussbestattungen. 15 davon entfielen auf die Mosel, 15 auf den Rhein. An der Lahn fand bisher eine Beisetzung statt.

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Ganz anders sieht es im Süden des Landes aus: Dort wurden bislang nur vier Genehmigungen erteilt. Ein weiterer Antrag war im Juni noch in Bearbeitung, ein Gesuch wurde abgelehnt.

Der Mainzer Bestatter Sebastian Trüb (Rheinbestattung) berichtet von mehreren Dutzend durchgeführten Bestattungen seit der Legalisierung. Das zeigt: Die Nachfrage konzentriert sich auf spezialisierte Anbieter.

Lockere Regeln für Urnen

Bei der Einführung im September 2025 gab es noch Unklarheiten über die zugelassenen Urnen-Materialien. Inzwischen wurden die Vorgaben präzisiert und gelockert.

Entscheidend ist die Umweltverträglichkeit: Der Auflösungsprozess muss bei Wasserkontakt sofort beginnen. Zugelassen sind heute unter anderem:

  • Zellulose und Zucker
  • Gelatine
  • Algen-Biopolymere

Ein formelles Zertifikat für die Urnen ist nicht mehr zwingend nötig – sofern die Materialien den ökologischen Vorgaben entsprechen.

Nische mit Potenzial

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Branchenkenner sehen die Flussbestattung weiterhin als Ergänzung zum bestehenden Angebot. Bestatterin Ulrike Grandjean betont: Die Nachfrage bleibe eine Nische.

Die Gründe liegen auf der Hand: Traditionelle Naturbestattungen sind fest etabliert, und die Logistik einer Beisetzung vom Schiff aus ist aufwendig.

Dennoch: Die anfänglichen Unsicherheiten bei Antragstellung und Durchführung sind weitgehend verschwunden. Die Branche rechnet damit, dass die Flussbestattung als dauerhafte Option bestehen bleibt – für Menschen, die eine besondere Verbundenheit zu den Wasserwegen der Region spüren.

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