Fukutsuji-Methode, WHO

Fukutsuji-Methode: WHO empfiehlt 150 Minuten Bewegung statt passivem Liegen

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Dehnroutine kann die Körpermitte optisch verändern, baut laut Artikel aber kein Fett gezielt ab und ist nicht für alle geeignet.
Eine fest gerollte, weiße Handtuchrolle liegt auf einem hellen Holzboden in einem lichtdurchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Medienberichte widmen sich verstärkt der sogenannten Fukutsuji-Methode, bei der durch das tägliche fünfminütige Liegen auf einem aufgerollten Handtuch auf dem Boden ein flacherer Bauch erzielt werden soll. Wie heidelberg24.de in einem Bericht vom 16. Oktober 2026 analysiert, erfreut sich das Konzept anhaltender Aufmerksamkeit, wirft jedoch auch Fragen bezüglich seiner tatsächlichen Wirkungsweise auf.

Haltungskorrektur statt Fettverbrennung

Die Methode geht auf den japanischen Arzt Dr. Toshiki Fukutsuji zurück, der auf Reflexzonenmassage, Shiatsu und Akupunktur spezialisiert ist. Sein Buch zu der Technik verzeichnete in Asien einen großen Erfolg und verkaufte sich rund 6 Millionen Mal. Ursprünglich konzipierte Fukutsuji das Verfahren jedoch nicht als Fitnessprogramm oder Diät, sondern primär als Maßnahme zur Haltungskorrektur.

Der grundlegende Ansatz der Methode basiert auf der Annahme, dass eine Beckenfehlstellung die Entstehung oder Sichtbarkeit von Bauchfett begünstigt. Durch die gezielte Streckung und Neuausrichtung soll die Körperhaltung verbessert werden. Eine korrigierte Haltung kann die Körpermitte optisch schlanker wirken lassen, ohne dass dabei tatsächlich Fettgewebe abgebaut wird.

Ablauf und Vorgaben der Handtuch-Übung

Die praktische Durchführung der Fukutsuji-Methode erfordert lediglich ein einfaches Hilfsmittel. Ein Badetuch wird zu einer festen Rolle mit einem Durchmesser von 8 bis 15 Zentimetern geformt.

Für die Ausführung gelten präzise Vorgaben:
- Die Handtuchrolle wird quer auf den Boden gelegt, sodass sie sich beim Hinlegen genau unter dem unteren Rücken auf Höhe des Bauchnabels befindet.
- Die Arme werden hinter dem Kopf ausgestreckt, wobei sich die beiden kleinen Finger berühren.
- Die Beine liegen gestreckt auf dem Boden, während die Fersen einen Abstand von mindestens 20 Zentimetern zueinander aufweisen.
- Die Fußspitzen werden nach innen gedreht, sodass sich die großen Zehen berühren.

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In dieser position verharrt die ausführende Person fünf Minuten lang vollkommen reglos. Fukutsuji empfahl, diese Routine dreimal täglich zu wiederholen, um den gewünschten Effekt auf die Körperausrichtung zu erzielen.

Wissenschaftliche Einordnung und gesundheitliche Grenzen

Aus sportwissenschaftlicher und medizinischer Sicht muss die Wirkung der Methode klar differenziert werden. Ein gezielter Fettabbau an einer einzelnen Körperstelle gilt in der Wissenschaft als widerlegt. Fettreduktion geschieht systemisch über den gesamten Körper und erfordert in der Regel ein Kaloriendefizit sowie körperliche Aktivität.

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Internationale Gesundheitsorganisationen setzen daher auf andere Maßstäbe: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Zudem beziffert die US-Gesundheitsbehörde CDC eine gesunde Gewichtsabnahme auf maximal 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche. Diese Werte lassen sich durch passive Dehnübungen allein nicht erreichen.

Darüber hinaus birgt die intensive Streckung der Lendenwirbelsäule Risiken für bestimmte Personengruppen. Fachleute weisen darauf hin, dass die Übung bei bestehenden Rückenproblemen, Bandscheibenvorfällen, Osteoporose oder während einer Schwangerschaft keinesfalls eigenmächtig durchgeführt werden sollte. Betroffene sollten in solchen Fällen vorab zwingend ärztliche Rücksprache halten.

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