Gebrechlichkeit: Rauchen verdreifacht Frakturrisiko im Alter
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie, die den Zusammenhang zwischen Lebensgewohnheiten und körperlicher Verfassung untersucht hat. Neben dem Rauchstopp rücken nun gezieltes Krafttraining und die richtige Ernährung in den Fokus der Medizin.
Frakturrisiko steigt mit Gebrechlichkeit
Eine im Juli 2026 in Arthritis Care & Research veröffentlichte Studie an 2.912 US-Veteranen belegt: Bereits moderate Gebrechlichkeit verdreifacht das Frakturrisiko. Bei schwerer Gebrechlichkeit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Knochenbruchs sogar um das Fünffache.
Die Autoren identifizierten Rauchen als den wesentlichen beeinflussbaren Faktor. Frühzeitiges Erkennen von Gebrechlichkeit könne schwerwiegende Verletzungsfolgen im Alter minimieren.
45 Prozent des Demenzrisikos vermeidbar
Die WHO und weitere Fachgremien haben ihre Präventionsleitlinien aktualisiert. Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind demnach durch veränderbare Faktoren vermeidbar. Dazu zählen Rauchstopp, Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes sowie regelmäßige Bewegung.
Fachleute empfehlen wöchentlich 40 bis 60 Minuten Krafttraining. Das senke nicht nur das Sturzrisiko, sondern reduziere das Demenzrisiko um schätzungsweise 45 Prozent. Einfache Übungen wie Aufstehen vom Stuhl, Kniebeugen oder der Einbeinstand reichen bereits aus. Doch nur 23 Prozent der Erwachsenen erreichen derzeit das empfohlene Pensum.
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Für Menschen ab 60 Jahren empfehlen Experten eine Eiweißzufuhr von einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Vitamin D und B12 sollten nur bei nachgewiesenem Mangel supplementiert werden.
Früherkennung wird ausgebaut
In der Rheumatologie weisen Fachgesellschaften auf spezifische Komplikationen hin. Ein Konsensus-Statement im Lancet Respiratory Medicine vom Juni 2026 zeigt: Etwa 10 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis entwickeln eine interstitielle Lungenerkrankung. Für diese Gruppe wird verstärkt ein Screening mittels hochauflösender Computertomographie empfohlen.
In Sachsen-Anhalt nehmen rund 160 Hausärzte und 30 Orthopäden an einem Disease-Management-Programm für Osteoporose teil. Rund 125.000 Betroffene profitieren davon. Das Freiburger Projekt „Redurisk“ mit 589 Teilnehmenden belegte: Ein gezieltes Risikoscreening ab 70 verbessert die Mobilität innerhalb von sechs Monaten signifikant.
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Die Bundesgesundheitsministerin plant spezielle Check-ups für Menschen ab 60 Jahren. Bereits 2025 wurden rund 734 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Prävention bereitgestellt.
Neue Medikamente gegen das Altern
Die Forschung untersucht neue Wege, Alterungsprozesse zu verlangsamen. Eine Studie der Stanford Medicine von Mitte Juli 2026 befasst sich mit dem EP2-Rezeptor auf Makrophagen. Die Blockade dieses Rezeptors verbesserte bei Tieren die Beseitigung gealterter Zellen und senkte Entzündungswerte. Das führte zu besserer kognitiver Leistung und mehr Muskelmasse.
Roche entwickelt den Antikörper Trontinemab gegen Alzheimer. Eine Phase-III-Studie mit 1.600 Teilnehmenden ab 55 Jahren soll prüfen, ob das Mittel die Ablagerung von Amyloid-beta-Plaques effizienter verhindert als bisherige Präparate. Lecanemab und Donanemab verlangsamen den geistigen Abbau derzeit um 27 bis 35 Prozent.
Analysen im JAMA Network Open deuten darauf hin, dass Diabetes-Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten das Alzheimer-Risiko um 33 bis 43 Prozent senken könnten. Für August 2026 wird zudem die Einführung einer Semaglutid-Tablette erwartet.
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