Gehirntraining, Demenzrisiko

Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent: ACTIVE-Studie

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 23:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WHO-Studie belegt: Gezielte Lebensstiländerungen können Demenzrisiko deutlich senken. Bewegung und Denksport sind zentrale Faktoren.

WHO-Studie: Lebensstil senkt Demenzrisiko um 45 Prozent
Ein gehirnförmiges Puzzle aus leuchtenden neuronalen Pfaden symbolisiert kognitive Stimulation und Demenzprävention. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Doch die gute Nachricht: Ein erheblicher Teil der Erkrankungen ließe sich verhindern.

Mehr als 57 Millionen Menschen leben aktuell mit einer Demenz, jährlich kommen fast 10 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt jetzt einen Ausweg auf.

Bewegung, Rätsel, Freunde: Was wirklich hilft

In einer aktualisierten Leitlinie vom 17. Juli betont die WHO: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind durch den Lebensstil beeinflussbar. Neu im Katalog der Empfehlungen: geistige Anregung und soziale Aktivitäten.

Lesen, Rätsel lösen oder strategische Spiele fördern die neuronale Plastizität des Gehirns. Kombiniert mit körperlicher Bewegung, gesunder Ernährung, Rauchverzicht und reduziertem Alkoholkonsum entfalten diese Maßnahmen ihre volle Wirkung.

Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es dagegen keine Belege – es sei denn, ein spezifischer Mangel liegt vor. Stattdessen empfehlen die Experten die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Hörverlust, Schlafstörungen und Depressionen. Erstmals nennt die WHO auch Luftverschmutzung als relevanten Risikofaktor.

20 Jahre Forschung: Gehirntraining senkt Risiko um 25 Prozent

Die ACTIVE-Studie liefert handfeste Belege. Über 20 Jahre begleiteten Forscher rund 2.800 ältere Erwachsene. Ergebnis: Ein spezielles Geschwindigkeitstraining senkt das Demenzrisiko um etwa 25 Prozent.

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Das Training umfasst mindestens acht Stunden, ergänzt durch spätere Auffrischungseinheiten. Die Daten aus US-Medicare-Erhebungen zeigen: Strukturierte Denksportaufgaben können die Gehirngesundheit langfristig erhalten.

Aktuell läuft in Arnheim die Europameisterschaft im Speedcubing – eine Disziplin, die kognitive und motorische Fähigkeiten extrem fordert. Die Teilnehmer lösen den Zauberwürfel einhändig oder blind. Die Meisterschaft endet am 19. Juli.

Bewegung als Schlüssel: Aachener Forscher liefern Beweise

Die Uniklinik RWTH Aachen zeigt: Kognitive Leistungsfähigkeit hängt eng mit körperlicher Aktivität zusammen. Dr. Ravi Dadsena und Priv.-Doz. Dr. Alexa Häger belegen, dass gezielte Bewegung bei beginnender Alzheimer-Erkrankung die Kommunikation in Denk- und Gedächtnisnetzwerken stärkt.

Das Projekt „ReduRisk“ der Uniklinik Freiburg untermauert diese Erkenntnisse. 589 Patienten über 70 Jahren zeigten nach nur sechs Monaten aktiver Gesundheitsförderung deutliche Verbesserungen bei Alltagsbewältigung und Mobilität. Die Botschaft ist klar: Gehirntraining wirkt am besten im Gesamtpaket aus physischer und geistiger Aktivität.

Politik zieht nach: „Check-up 60 plus“ geplant

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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant eine Präventionsoffensive. Kernstück: das Programm „Check-up 60 plus“. Ziel ist die frühzeitige Identifikation von Risikofaktoren für Alterskrankheiten.

Für 2025 sind bereits 734 Millionen Euro für allgemeine Gesundheitsförderung eingeplant. Der Hamburger Senat wies am 16. Juli zudem auf die Bedeutung allgemeiner Krisenvorsorge hin – um die Resilienz der Bevölkerung gegenüber externen Stressfaktoren zu erhöhen. Auch im klinischen Bereich zeigen sich Erfolge: Spezialisierte Rehabilitationsmaßnahmen helfen Patienten bei der Entwöhnung von Beatmungsgeräten.

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