Gesichtsmassage: Studie belegt Wirksamkeit gegen Depression
26.06.2026 - 10:10:05 | boerse-global.de
Während eine aktuelle Studie die Wirksamkeit gegen Depressionen belegt, boomen gleichzeitig luxuriöse „Head Spa“-Angebote in deutschen Großstädten. Die Trennlinie zwischen Therapie und Wellness wird immer deutlicher.
Studie belegt: Gesichtstraining hilft gegen Depression
Die Fachwelt staunt über eine neue Untersuchung. Die sogenannte FaReWell-Studie, veröffentlicht in Frontiers in Psychiatry, liefert handfeste Belege für eine ungewöhnliche Methode.
Die Ärzte Prof. Axel Wollmer (Asklepios Klinik Nord) und Dr. Joe Hättenschwiler (ZADZ Zürich) entwickelten ein Programm, das Massage mit Krafttraining für die Gesichtsmuskulatur kombiniert. Das Ergebnis: 49 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression trainierten täglich 15 Minuten – nach sechs Wochen waren die Symptome signifikant zurückgegangen.
Physikalische Interventionen im Gesicht können also mehr als nur entspannen. Der medizinische Nutzen ist jetzt wissenschaftlich belegt.
Head Spa: Japans Trend erobert Deutschland
Parallel zur Forschung zieht ein neuer Wellness-Trend durch die urbanen Zentren. „Head Spa“ kommt aus Japan und verbindet TCM-Elemente wie Akupressur und Ölmassagen mit einem luxuriösen Gesamtpaket für Kopfhaut und Gesicht.
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Die Preise sind gehoben. In Köln kosten 60 Minuten rund 99 Euro, für 90 Minuten werden 129 Euro fällig. In Schwäbisch Gmünd liegt eine 70-minütige Behandlung bei etwa 120 Euro – Kopfhaut-Analysen gibt es extra.
Fachleute mahnen zur Vorsicht: Für diese speziellen Wellness-Kombinationen gibt es bislang keine wissenschaftlichen Wirkungsnachweise. Auch wenn Techniken wie Gua Sha und Wasserbögen zum Einsatz kommen.
Bildung und Institutionen ziehen nach
Die Professionalisierung schreitet voran. Das WIFI Linz bietet für Juni 2026 spezielle Seminare zur Traditionellen Chinesischen Gesichtsmassage an. Auch die Ohrakupunktur – ein weiteres TCM-Teilgebiet – wird an der Paracelsus Heilpraktikerschule in Konstanz unterrichtet.
Ein Jubiläum unterstreicht die Bedeutung der TCM im deutschsprachigen Raum: Die TCM-Klinik in Bad Kötzting feierte im Juni ihr 35-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Christina und Anton Staudinger sind international bestens vernetzt – unter anderem durch Kooperationen bei WHO-Kongressen.
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Auch die Schweiz baut ihr Angebot aus. Das Zentrum St. Anna bietet seit November 2025 Akupunktur, Tuina-Massage und Kräutertherapie in Zusammenarbeit mit Philippe Max Marty an.
Globaler Maßstab: 1,1 Millionen Behandlungen
Ein Blick nach Vietnam zeigt, wie skalierbar TCM sein kann. In der Provinz Tay Ninn wurden im Juni 2026 beeindruckende Zahlen veröffentlicht: 271 Klinikern und über 59 kostenlose Behandlungsräume führten mehr als 1,1 Millionen nicht-medikamentöse Behandlungen durch.
Während TCM in Asien als tragende Säule des Gesundheitssystems dient, steht in Europa die Integration in die psychosomatische Behandlung im Vordergrund – und der Ausbau des gehobenen Wellness-Segments. Die Schere zwischen Medizin und Kommerz öffnet sich weiter.
