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Gesundes Altern: Deutsche verbringen 11 Jahre krank – so geht es besser

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Longevity-Expertin Nina Ruge stellt zum 70. Geburtstag realistische Ansätze für ein gesundes Altern vor und warnt vor ungeprüften Trends.

Nina Ruge zum 70. Geburtstag: Longevity-Expertin teilt Strategien für gesundes Altern
Ein älteres Paar geht aktiv und gesund durch einen sonnigen Park. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Langlebigkeit gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Anlässlich ihres 70. Geburtstages im August 2026 präsentierte die Longevity-Expertin Nina Ruge umfassende Strategien und Erkenntnisse zur Erhaltung der physischen und kognitiven Vitalität. Dabei rückt vor allem die Differenz zwischen der reinen Lebensspanne und der sogenannten Gesundheitsspanne in den Fokus der Analyse.

Realistische Zielsetzungen statt Maximierungsversprechen

Ein zentraler Aspekt der von Ruge dargelegten Longevity-Ansätze ist die Abkehr von unrealistischen Erwartungen an die moderne Medizin. Die Expertin bezeichnete Versprechen, ein Alter von 120 oder gar 150 Jahren zu erreichen, als unbegründet. Selbst für die heutige Generation von Neugeborenen sei das Erreichen der 100-Jahre-Marke statistisch nicht ohne Weiteres zu erwarten.

Stattdessen orientiert sich Ruge an dem japanischen Konzept „Pin Pin Korori“. Dieses verfolgt das Ziel, bis ins hohe Alter – etwa bis zum 90. Lebensjahr – gesund und aktiv zu bleiben, um nach einer nur sehr kurzen Phase des Abbaus zu versterben. Hintergrund dieser Zielsetzung ist die aktuelle Situation in Deutschland, wo Menschen im Durchschnitt die letzten 11 Jahre ihres Lebens in einem krankheitsgeprägten Zustand verbringen.

Prävention durch Ernährung und körperliche Aktivität

Die vorgestellten Strategien zur Förderung der gesunden Langlebigkeit basieren maßgeblich auf Verhaltensanpassungen in der alltäglichen Lebensführung. Ruge identifizierte Zucker, mangelnden Tiefschlaf und langes Sitzen als die primären Risikofaktoren für vorzeitige Alterungsprozesse. Insbesondere die sitzende Lebensweise wurde dabei als gravierendes Gesundheitsrisiko eingestuft.

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Zu den konkreten Empfehlungen gehören:
* Ernährung: Fokus auf eine gemüsebasierte Kost und die Anwendung von Proteinfasten statt übermäßiger Proteinzufuhr.
* Bewegung: Ein intensives Pensum, das unter anderem tägliche Einheiten von 140 Kniebeugen, Bergauflaufen sowie Schwimmstrecken von 800 Metern umfasst.
* Prävention: Regelmäßige Messungen von Blutzucker, Blutfettwerten und Blutdruck sowie die Vermeidung von Parodontitis, da die Gesundheit der Mundhöhle unmittelbare Auswirkungen auf den Gesamtorganismus hat.

Wissenschaftliche Einordnung von Trends und Supplementen

In der Longevity-Gemeinde, insbesondere an der US-amerikanischen Westküste, verbreiten sich zunehmend Trends wie die Verabreichung von Peptid-Kombinationen oder NAD-Plus-Infusionen. Ruge warnte im August 2026 vor diesen Entwicklungen und verwies darauf, dass für viele dieser Anwendungen die klinische Prüfung noch ausstehe. Trotz eines boomenden Marktes sei bei solchen „Peptid Stacks“ Vorsicht geboten.

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Gleichzeitig wurde die gezielte Supplementierung mit Stoffen wie Urolithin A, Kreatin und Spermidin als Bestandteil ihrer eigenen Strategie thematisiert. Die Expertin betonte zudem die Notwendigkeit, fundierte wissenschaftliche Fakten strikt von unbelegten Behauptungen zu trennen.

Psychische Resilienz und beruflicher Wandel

Neben physischen Faktoren spielt die psychische Gesundheit eine wesentliche Rolle für ein gesundes Altern. Ruge führt soziale Bindungen, das Empfinden von Sinnhaftigkeit und positive Emotionen als tragende Säulen der Resilienz an. Auch die persönliche Annahme von Lebensumständen, wie etwa der eigenen Kinderlosigkeit, sei ein faktor für die seelische Stabilität im Alter.

Die berufliche Laufbahn der Expertin spiegelt das Thema der stetigen Weiterentwicklung wider. Nach ihrem Studium der Germanistik und Biologie war sie zunächst bis 1987 im Schuldienst tätig, bevor sie in die Medienbranche wechselte.

Bekanntheit erlangte sie insbesondere durch die Moderation der ZDF-Sendung „Leute heute“ zwischen 1997 und 2007. Heute nutzt sie ihr Unternehmen staYoung, um über Podcasts und Newsletter aktuelles Wissen über Longevity-Forschung zu verbreiten.

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