Glucosamin, Studie

Glucosamin: Studie warnt vor 25% höherem Demenzrisiko bei MCI

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 16:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Glucosamin kann bei leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung das Demenzrisiko um 25 Prozent erhöhen und widerspricht frĂŒheren Annahmen.

Glucosamin-Studie: Erhöhtes Demenzrisiko bei kognitiven EinschrÀnkungen
Nahaufnahme von NahrungsergĂ€nzungskapseln in einem klinischen Labor, die auf eine medizinische Risikobewertung hindeuten. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Glucosamin könnte bei Menschen mit kognitiven BeeintrĂ€chtigungen das Demenzrisiko erhöhen. Das legt eine neue Studie nahe, die in der Fachzeitschrift Nature Metabolism erschienen ist. Die Ergebnisse widersprechen frĂŒheren Annahmen.

25 Prozent höheres Risiko fĂŒr Demenz-Übergang

Forschende um Sun et al. untersuchten die Wirkung des NahrungsergĂ€nzungsmittels bei Patienten mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung (MCI). Das Ergebnis: Eine tĂ€gliche Einnahme war mit einer um 25 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit fĂŒr den Übergang in eine Demenzerkrankung verbunden.

Bei Patienten mit Alzheimer oder verwandten Demenzformen (ADRD) zeigte sich zudem ein um 25 Prozent erhöhtes Sterberisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren. UnterstĂŒtzt werden diese Beobachtungen durch Experimente an MĂ€usen: Glucosamin verschlechterte das GedĂ€chtnis von Tieren mit Alzheimer-Ă€hnlichen Symptomen, wĂ€hrend gesunde MĂ€use keine negativen Effekte zeigten.

Der Ausgangszustand des Gehirns entscheidet demnach darĂŒber, ob das Supplement nutzt oder schadet.

Widerspruch zu frĂŒheren Langzeitdaten

Die neuen Erkenntnisse stehen im Kontrast zu Daten der UK Biobank aus dem Jahr 2023. In dieser groß angelegten Beobachtungsstudie wurde bei kognitiv gesunden Teilnehmern eine Korrelation zwischen Glucosamin-Einnahme und einem geringeren Risiko fĂŒr Gesamtdemenz sowie vaskulĂ€re Demenz festgestellt. Die Hazard Ratios lagen damals bei 0,84 fĂŒr Demenz und 0,83 fĂŒr Alzheimer.

Die aktuellen Untersuchungen prĂ€zisieren nun: Diese positiven Assoziationen lassen sich offenbar nicht auf Personen mit bereits einsetzenden kognitiven VerĂ€nderungen ĂŒbertragen.

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Warnungen vor unkontrollierter Einnahme

VerbraucherschĂŒtzer und Fachgesellschaften mahnen generell zur Vorsicht bei NahrungsergĂ€nzungsmitteln im Alter. Eine unkontrollierte Dosierung berge erhebliche Gefahren, warnt die Verbraucherzentrale NRW. So könne eine Überdosierung von Vitamin D Nierensteine begĂŒnstigen, wĂ€hrend Brausetabletten oft versteckte Natriummengen enthalten.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Endokrinologie (DGE) wies zudem darauf hin, dass Inhaltsstoffe wie Silychristin aus Mariendistel oder Cholin die SchilddrĂŒsenfunktion beeinflussen können. FĂŒr viele PrĂ€parate wie Selen oder diverse Pflanzenextrakte fehle ein eindeutiger Wirksamkeitsnachweis. Als sicherere Alternativen empfehlen Experten eine ausgewogene ErnĂ€hrung und regelmĂ€ĂŸige Bewegung.

Weitere Faktoren fĂŒr die kognitive Gesundheit

Die Forschung identifiziert zusÀtzliche Einflussfaktoren auf das Demenzrisiko:

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  • Multivitaminsupplemente: Die COSMOS-Studie deutete 2026 darauf hin, dass die tĂ€gliche Einnahme bei ĂŒber 60-JĂ€hrigen die funktionelle Gesundheit im Alltag ĂŒber drei Jahre verbessern kann.
  • ErnĂ€hrung in der frĂŒhen Kindheit: Eine Analyse britischer Geburtskohorten der 1950er Jahre zeigte: Eine strikte Zuckerrationierung in den ersten 1.000 Lebenstagen senkte das spĂ€tere Alzheimer-Risiko um 46 Prozent.
  • MigrĂ€ne: Die Rotterdam-Studie beobachtete bei Teilnehmern mit MigrĂ€ne ein signifikant niedrigeres Demenzrisiko. Die genauen Mechanismen sind noch unklar.

Bei der Pharmakotherapie zeigen Langzeitdaten zu Antikörpern wie Donanemab (Kisunla), dass eine gezielte Behandlung den kognitiven Abbau bei Alzheimer-Patienten im FrĂŒhstadium messbar verlangsamen kann. GLP-1-Agonisten hingegen konnten in klinischen Meta-Analysen bisher keine signifikante Verbesserung der kognitiven Leistung beim Menschen nachweisen – obwohl sie im Labor erfolgreich Amyloid-Ablagerungen reduzierten.

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