Glucosamin-Warnung: 25% höheres Demenzrisiko bei Einnahme
30.06.2026 - 02:03:30 | boerse-global.de
Aktuelle Untersuchungen aus der ersten JahreshÀlfte 2026 zeigen: Viele populÀre Supplemente halten nicht, was Hersteller versprechen. Besonders bei Demenz-PrÀvention, Infektionsschutz und NervenschÀden bleiben die erhofften Effekte aus.
Fischöl gegen Alzheimer: Substanz erreicht Gehirn â nutzt aber nichts
Omega-3-FettsÀuren galten lange als vielversprechender Schutz vor Alzheimer. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Erwachsenen zwischen 55 und 80 Jahren enttÀuschte nun diese Hoffnung.
Zwar stieg die DHA-Konzentration im Liquor der Probanden nach sechs Monaten um 17 Prozent. Die tÀgliche Dosis von 2.000 mg erreichte also das Gehirn. Doch weder die kognitive Leistung noch das GedÀchtnis verbesserten sich. Auch die Schrumpfung des Hippocampus wurde nicht verlangsamt.
Glucosamin: Warnsignal fĂŒr Alzheimer-Risiko
Noch alarmierender sind die Ergebnisse einer Studie, die im Juni in Nature Metabolism erschien. Die Analyse von Daten zu 24.000 Alzheimer-Patienten und 42.000 Personen mit leichten kognitiven EinschrÀnkungen liefert einen deutlichen Warnhinweis.
Bei bereits bestehenden EinschrĂ€nkungen war die Einnahme von Glucosamin mit einem um 25 Prozent höheren Demenzrisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren verbunden. Ein kausaler Beweis steht zwar noch aus. Doch in einem Markt, der allein in Deutschland 2025 ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro erreichte, mahnen die Ergebnisse zur Vorsicht.
Alpha-LiponsÀure: Kein Nutzen bei NervenschÀden
Auch bei diabetischer Polyneuropathie fĂ€llt die Bilanz ernĂŒchternd aus. Eine Cochrane-Analyse wertete drei klinische Studien mit insgesamt 816 Teilnehmern ĂŒber mindestens sechs Monate aus.
Glucosamin kann das Demenzrisiko um 25 % erhöhen â das zeigt eine aktuelle Studie. Welche Supplemente sind sicher? Der kostenlose Wissens-Check gibt Klarheit. Kein medizinischer Test, keine Diagnose. Wissens-Check per E-Mail anfordern
Das Ergebnis: Alpha-LiponsĂ€ure in Dosierungen von 600 bis 1.800 mg pro Tag zeigte keinen relevanten Vorteil gegenĂŒber einem Placebo. Weder Symptome noch neurologische EinschrĂ€nkungen besserten sich signifikant. Die Experten stufen die Evidenz als moderat bis niedrig ein.
Calcium und Vitamin D: Minimaler Effekt auf KnochenbrĂŒche
Der Knochenschutz durch Supplemente hĂ€lt ebenfalls nicht, was viele erwarten. Eine Metaanalyse von 69 klinischen Studien mit ĂŒber 154.000 Erwachsenen zeigt: Die Kombination aus Calcium und Vitamin D senkt das Risiko fĂŒr Gesamtfrakturen nur um etwa einen Fall pro 100 Personen. HĂŒftfrakturen reduzierten sich um drei pro 1.000 Personen.
Die Autoren bewerten diese Effekte als klinisch nicht bedeutsam. Ihre Empfehlung: Lieber auf Bewegung und ausgewogene ErnÀhrung setzen.
Vitamin D bei Kindern: Kaum Schutz vor Infekten
Die Hoffnung, Vitamin D könne Kleinkinder vor Atemwegsinfektionen schĂŒtzen, wurde durch eine Ăbersichtsarbeit der UniversitĂ€t Auckland gedĂ€mpft. Die Auswertung von 107 Studien mit mehr als 31.500 Teilnehmern zeigte: Vitamin D reduzierte die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegsinfekten nur minimal â und statistisch nicht signifikant.
Betrifft Sie das? Viele gĂ€ngige Supplemente nutzen nichts â manche schaden sogar. Mit der kostenlosen Risiko-Checkliste sehen Sie auf einen Blick, welche PrĂ€parate Sie meiden sollten. Risiko-Checkliste anfordern
Selbst höhere Dosierungen brachten keinen durchschlagenden Effekt. Die Forscher sehen weiteren Bedarf an klinischen Studien, bevor allgemeine Empfehlungen fĂŒr diese Altersgruppe möglich sind.
WÀhrend in Deutschland jÀhrlich rund 415 Millionen Packungen Supplemente verkauft werden, fordern Experten angesichts der Studienlage eine kritischere Auseinandersetzung mit dem tatsÀchlichen Nutzen.
