Gonorrhö-Impfstoff 4CMenB: Studie belegt fehlenden Schutz
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Meningokokken-Impfung 4CMenB (Bexsero) bietet keinen wirksamen Kreuzschutz gegen die sexuell ĂŒbertragbare Infektion. Das belegt eine Studie im New England Journal of Medicine.
Studie liefert ernĂŒchternde Ergebnisse
An der randomisierten GoGoVax-Studie in Australien nahmen 654 MĂ€nner teil, die Sex mit MĂ€nnern haben. Die Infektionsrate lag bei den Geimpften bei 48,1 pro 100 Personenjahre â nahezu identisch mit der Placebo-Gruppe (47,8). Die Schutzrate fĂŒr symptomatische VerlĂ€ufe betrug magere 5,5 Prozent. Bei asymptomatischen FĂ€llen lag sie sogar im negativen Bereich.
Zudem traten bei 4,7 Prozent der Geimpften schwerwiegende Nebenwirkungen auf, in der Kontrollgruppe waren es nur 2,8 Prozent. Fachleute ziehen einen klaren Schluss: Der Impfstoff ist derzeit keine Alternative zu etablierten SchutzmaĂnahmen.
Resistente Keime auf dem Vormarsch
WĂ€hrend die Suche nach neuen PrĂ€ventionsmethoden stockt, verschĂ€rft sich die Lage bei bestehenden Infektionskrankheiten. Eine Studie in The Lancet Infectious Diseases zeigt eine deutliche Zunahme sexuell ĂŒbertragener Shigella-Varianten. Besonders betroffen sind MĂ€nner. In GroĂbritannien steigen die Fallzahlen jĂ€hrlich um rund 15 Prozent.
Besorgniserregend ist die Resistenzlage: Rund 70 Prozent der untersuchten Proben waren gegen mindestens ein gĂ€ngiges Antibiotikum resistent. Die Ăbertragung erfolgt hĂ€ufig durch Oral-Anal-Kontakt. Die Autoren fordern neue PrĂ€ventionsstrategien gegen die Ausbreitung multiresistenter Keime.
200.000 gefÀlschte Kondome beschlagnahmt
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Neben medizinischen Risiken rĂŒcken kriminelle AktivitĂ€ten in den Fokus der Behörden. Die EU-BetrugsbekĂ€mpfungsbehörde Olaf meldete die Beschlagnahme von mehr als 200.000 gefĂ€lschten Kondomen. Die Waren aus China waren als Spielzeug deklariert, um Kontrollen zu umgehen.
Die Produkte hatten weder eine CE-Kennzeichnung noch entsprachen sie der Norm ISO 4074. Solche FĂ€lschungen schĂŒtzen weder zuverlĂ€ssig vor ungewollten Schwangerschaften noch vor Krankheiten. Der Warenwert der sichergestellten Menge liegt bei rund 200.000 Euro.
Bayer verkauft Anteile an VerhĂŒtungssparte
Auch auf dem kommerziellen Markt fĂŒr VerhĂŒtungsmittel gibt es Bewegung. Bayer plant eine Neuausrichtung seines Portfolios im Bereich Langzeit-Kontrazeptiva. Die Sparte erzielte 2025 einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Der Investor Apollo erwirbt fĂŒr drei Milliarden Euro einen Minderheitsanteil. Bayer behĂ€lt die operative Kontrolle und die Mehrheit.
Der Schritt soll dem Konzern Eigenkapital zufĂŒhren, ohne die Schuldenlast zu erhöhen. Der Abschluss wird fĂŒr das dritte Quartal 2026 erwartet â vorausgesetzt, die Kartellbehörden stimmen zu.
Neue Alternative fĂŒr Frauen
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WĂ€hrend Impfungen fĂŒr MĂ€nner noch keine Erfolge verzeichnen, wird das Angebot fĂŒr Frauen punktuell erweitert. Das Unternehmen MEDINTIM bringt ein neues Frauenkondom aus latexfreiem Nitril auf den deutschen Markt. Das Produkt wird als vegane und hormonfreie Alternative beworben. ErhĂ€ltlich ist es ĂŒber Apotheken und den Fachhandel.
Experten betonen: Schutz der sexuellen Gesundheit braucht wissenschaftliche Forschung, strikte MarktĂŒberwachung und AufklĂ€rung. Soziale Medien wie TikTok erleichtern zwar den Zugang zu Informationen. Sie bergen aber auch Risiken â vor allem fĂŒr junge Menschen.
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