Google-Klage, Verlage

Google-Klage: Verlage werfen Konzern Milliarden-Diebstahl für Gemini vor

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Buchverlage und Autoren verklagen Google wegen angeblichen Diebstahls urheberrechtlich geschützter Werke für das KI-Training von Gemini.

Verlage reichen Klage gegen Google wegen KI-Datennutzung ein
Ein stilisiertes neuronales Netzwerk-Gehirn leuchtet über offenen Büchern und Rechtsdokumenten, symbolisiert die Google Gemini-Urheberrechtsklage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Vorwurf: massenhafter Diebstahl geistigen Eigentums für die KI Gemini.

Die Klage wurde am 14. Juli 2026 beim US-Bezirksgericht für den Südbezirk von New York eingereicht. Zu den Klägern gehören die Verlagshäuser Hachette, Cengage und Elsevier sowie der Bestseller-Autor Scott Turow. Auch die Organisation S.C.R.I.B.E. ist beteiligt. Es handelt sich um einen der größten urheberrechtlichen Rechtsstreitigkeiten im Bereich der generativen KI.

Systematisches Abschöpfen geschützter Inhalte

Die Kläger werfen Google vor, sein gesamtes Dienstleistungs-Ökosystem für das Training von Gemini genutzt zu haben. Konkret soll der Konzern Werke aus Google Books, Google Play und Google Scholar illegal kopiert haben. Darüber hinaus sollen Inhalte von Piraterie-Seiten und hinter Bezahlschranken gescrapt worden sein.

Ein zentraler Punkt der Anklage: Google soll systematisch Copyright-Management-Informationen von den verarbeiteten Werken entfernt haben. Dadurch habe der Konzern geschütztes geistiges Eigentum nutzen können, ohne dessen Herkunft nachvollziehbar zu machen. Laut den Gerichtsunterlagen habe ein internes Google-Dokument bereits vor möglichen Strafen in Höhe von 10 bis 100 Milliarden Euro gewarnt.

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Bedrohung für die Verlagsbranche

Die Klage betont, dass Gemini-Inhalte nun in direkter Konkurrenz zu den Werken stehen, mit denen die KI trainiert wurde. Die Kläger heben die Effizienz und geringen Kosten der KI hervor: Gemini könne einen 100-seitigen Kriminalroman in rund 20 Minuten für umgerechnet etwa 35 Cent produzieren.

Die Verlage bezeichnen solche Ergebnisse als „Nachahmer-Werke", die den kommerziellen Wert echter Bücher untergraben. Der Hintergrund: Googles KI-Dienste haben eine enorme Reichweite erreicht. Aktuelle Branchendaten zeigen, dass Gemini rund 650 Millionen aktive Nutzer monatlich zählt. Google selbst meldete für das dritte Quartal 2025 einen Umsatz von umgerechnet rund 92 Milliarden Euro – eine Zahl, die nach Ansicht der Kläger durch die unerlaubte Nutzung ihres geistigen Eigentums gestützt wird.

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Welle von Urheberrechtsklagen gegen KI-Konzerne

Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Klagen gegen die KI-Branche ein. Erst im Mai 2026 wurde eine vergleichbare Urheberrechtsklage gegen Meta eingereicht. Auch OpenAI und Anthropic stehen wegen ihrer Datensammlungspraktiken vor Gericht.

Während einige Unternehmen versuchen, die Streitigkeiten durch finanzielle Vereinbarungen beizulegen, bleibt der Weg zu Vergleichen schwierig. Ein Gericht lehnte kürzlich einen vorgeschlagenen Vergleich über umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro mit Anthropic ab. Im aktuellen Fall gegen Google fordern die Verlage und Autoren sowohl Schadensersatz als auch eine einstweilige Verfügung, um die weitere unerlaubte Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Werke zu unterbinden.

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