Griffkraft: PURE-Studie mit 130.000 Probanden belegt Lebenserwartungs-Link
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 17:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen Kraftwerten und der Lebenserwartung. Besonders die Griffkraft und Übungen für den Oberkörper gelten dabei als entscheidende Indikatoren für die allgemeine Gesundheit.
Der „Dead Hang“ als Gesundheitsindikator
Eine der einfachsten und effektivsten Übungen ist das Hängen an einer Stange. Der sogenannte „Dead Hang“ stärkt Schultern, Rücken und vor allem die Griffkraft. Die Bedeutung dieser Übung untermauert die PURE-Studie, die im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde.
Die Untersuchung mit über 130.000 Probanden zeigt: Eine geringe Griffkraft erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, funktionellen Abbau und eine frühere Sterblichkeit erheblich. Experten empfehlen, mit einer Haltedauer von etwa 15 Sekunden zu beginnen und diese kontinuierlich zu steigern.
Gezieltes Training für die Körpermitte
Für die Kräftigung der schrägen Bauchmuskulatur empfehlen Fachleute eine Kombination aus dynamischen und statischen Übungen. Dazu zählen der Seitstütz, „Bicycle Crunch“, Holzfäller-Bewegungen am Kabelzug, die „Pallof Press“ und der „Russian Twist“.
Wichtig ist eine kontrollierte Ausführung, um Fehlbelastungen im Nacken oder einseitige Überlastungen zu vermeiden. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche gelten als optimal.
Senioren: Gegen den natürlichen Muskelschwund
Besonders im Alter wird Krafttraining zur Überlebensfrage. Der natürliche Muskelschwund, medizinisch als Sarkopenie bekannt, lässt sich nur durch gezielte Übungen aufhalten. Die wirksamste Maßnahme: eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining.
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Für Menschen ab 60 Jahren stehen Übungen zur Straffung der Oberarme im Vordergrund – ganz ohne teures Equipment. Stuhlstützen mit acht bis zwölf Wiederholungen, Wandliegestütze, große Armkreise und Trizepsstrecken mit Wasserflaschen reichen völlig aus.
Frauen setzen auf Kurzhanteln
In der jüngeren Zielgruppe, besonders bei Frauen, gewinnen Übungen mit Kurzhanteln an Popularität. Im Fokus stehen Seitheben, „Butterfly Reverse“, Bankdrücken und „RDLs“ (Rumänisches Kreuzheben). Diese Bewegungsabläufe fordern den Oberkörper ganzheitlich.
Auch hier gilt: Die Vermeidung technischer Fehler ist entscheidend für langfristige Trainingserfolge.
Krafttraining als Begleittherapie bei Abnehmspritzen
Ein besonders spannendes Feld eröffnet sich in der medikamentösen Gewichtsreduktion. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) warnt: Bei der Anwendung von Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Tirzepatid oder Semaglutid geht nicht nur Körperfett verloren, sondern auch signifikant Muskelmasse.
Bei Gewichtsverlusten von bis zu 20,9 Prozent sei begleitendes Krafttraining in Verbindung mit ausreichender Eiweißzufuhr essenziell. Nur so lasse sich dem Muskelabbau und dem gefürchteten Jo-Jo-Effekt nach Absetzen der Medikation vorbeugen.
Osteoporose: Vitamin D allein reicht nicht
Auch bei der Osteoporose-Prävention zeigt sich: Einfache Lösungen gibt es nicht. Eine Metaanalyse im „BMJ“ mit über 150.000 Erwachsenen belegt, dass eine Vitamin-D-Supplementierung allein das Frakturrisiko nicht senkt.
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Erst die Kombination aus Calcium und Vitamin D reduziert das Risiko für Hüftfrakturen um 16 Prozent. Flankierend empfehlen Experten ein Training, das Kraft, Gleichgewicht und Elemente wie Tai-Chi integriert. Jährlich stürzen rund 30 Prozent der über 65-Jährigen – mit oft schwerwiegenden Folgen.
Schokoladenduft als Geheimwaffe?
Ein ungewöhnlicher Forschungsansatz aus Malaysia untersuchte den Einfluss von Gerüchen auf die Trainingsleistung. Das Ergebnis: 23 Männer, die vor dem Krafttraining an 90-prozentiger Zartbitterschokolade rochen, steigerten ihre Wiederholungszahlen.
Die Forscher vermuten einen Effekt durch Appetithemmung. Allerdings stufen sie die Ergebnisse als vorläufig ein.
Fitnessstudios boomen – sogar auf Friedhöfen
Gesellschaftlich zeigt sich ein klarer Trend zur Institutionalisierung des Trainings. In Oberösterreich besucht bereits jeder siebte Einwohner ein Fitnessstudio. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt mittlerweile über 50 Jahren.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in öffentlichen Infrastrukturprojekten wider. In Wien wurde auf dem Friedhof Meidling ein Fitnessbereich für über 35.000 Euro errichtet. Während Befürworter das Angebot angesichts sinkender Begräbniszahlen verteidigen, mahnen Kritiker die Pietät des Ortes an.
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