Hausnotruf, Senioren

Hausnotruf fĂŒr Senioren: Johanniter bieten vier Wochen kostenlosen Test

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Notrufdienste und automatische Sturzerkennung ergĂ€nzen sich; Empfehlungen zu VorrĂ€ten und KrisenĂŒbungen stĂ€rken die hĂ€usliche Vorsorge.

Seniorensicherheit zu Hause: Hausnotruf, Radar und Krisenvorsorge
Ein helles, freundlich eingerichtetes Wohnzimmer mit einem Sessel und einem kleinen Beistelltisch in natĂŒrlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

FĂŒr alleinlebende Senioren entscheiden bei UnfĂ€llen oder plötzlichen Erkrankungen oft wenige Minuten. Klassische Hilfsmittel und neue Sensortechnologien greifen ineinander, um schnelle Hilfe im hĂ€uslichen Umfeld zu gewĂ€hrleisten. Erfahrungsberichte und PraxiseinsĂ€tze verdeutlichen, wie sich analoge Notrufe und radarbasierte Erkennungssysteme ergĂ€nzen.

Klassische Hausnotrufe und mobile Erweiterungen

Zu den etablierten Schutzkonzepten gehört der Hausnotruf der Hilfsorganisation Johanniter, der an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar ist. Die 78-jÀhrige Monika Winkeler nutzt dieses System, um im Alltag abgesichert zu sein.

Neben dem stationÀren BasisgerÀt offerieren die Johanniter eine mobile Variante mit Freisprechfunktion und GPS-Ortung, die laut der Organisation 10 Euro mehr pro Monat kostet. WÀhrend der Sicherheitswochen im Zeitraum vom 14. September bis 2. November 2026 besteht das Angebot, den Hausnotruf vier Wochen lang kostenfrei zu testen.

ErgĂ€nzend zu individuellen Notrufdiensten veranstalten die Johanniter kostenfreie Resilienz- und Schulungskurse fĂŒr Familien, Schulen, Vereine und Unternehmen. Geleitet von Trainern der RegionalverbĂ€nde, decken die Einheiten Schutzthemen wie NotvorrĂ€te, Hausapotheken, wichtige Dokumente sowie Verhaltensweisen bei StromausfĂ€llen, Unwettern, Evakuierungen oder CybervorfĂ€llen ab. Auch die Nutzung von Warn-Apps wie NINA wird vermittelt.

SensorgestĂŒtzte Sturzerkennung ohne Knopfdruck

Wenn Betroffene nach einem Sturz das Bewusstsein verlieren, stoßen manuelle Notrufknöpfe an ihre Grenzen. In solchen Szenarien kommen automatisierte Assistenzsysteme zum Einsatz.

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In der Dai-Jiaxiang-Gemeinde im Stadtteil Gulou in Nanjing löste ein Millimeterwellen-Radar Alarm aus, nachdem eine alleinlebende 78-JĂ€hrige gestĂŒrzt war. Das seit Jahresbeginn installierte System registriert StĂŒrze sowie anhaltende Bewegungslosigkeit und ĂŒbermittelt automatische Warnungen direkt an die Gemeinde.

Gemeindevertreter fanden die Seniorin reglos im Badezimmer vor. Der Rettungsdienst traf etwa 10 Minuten spÀter ein und transportierte die Frau in ein Krankenhaus; sie befand sich nicht in Lebensgefahr.

Auch Versicherungskonzerne befassen sich mit technischer Assistenz. Die ERGO Group verweist auf vernetzte Smart-Home-Komponenten fĂŒr Ă€ltere Menschen, darunter Bewegungssensoren zur Beleuchtung und Sturzerkennung, Medikamentendosierer mit Erinnerungsfunktion sowie vernetzte Rauchmelder. FĂŒr bauliche Anpassungen verweist die Gruppe auf das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“, dessen Förderbedingungen variieren.

Krisenvorsorge und hÀusliche Pflege

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Neben technischen Assistenzsystemen spielt die körperliche Verfassung eine entscheidende Rolle fĂŒr die Sicherheit in den eigenen vier WĂ€nden. Ein spezieller Ratgeber fĂŒr Senioren zeigt, wie Sie mit einfachen Trainingshelfern und effizienten Übungen Ihre Kraft und Ausdauer von zuhause aus fördern können. Gratis-PDF: Mein kleines Fitnessstudio fĂŒr Zuhause

Das Fraunhofer IAO weist unter Berufung auf ein Gutachten des SachverstĂ€ndigenrats Gesundheit und Pflege darauf hin, dass Deutschland auf Krisen im Gesundheitswesen nicht ausreichend vorbereitet sei. Ende 2023 lebten in Deutschland knapp 5,7 Millionen pflegebedĂŒrftige Personen, von denen rund 4,9 Millionen im hĂ€uslichen Umfeld versorgt wurden.

Vorgeschlagen werden unter anderem standardisierte Datennutzung, regelmĂ€ĂŸige KrisenĂŒbungen sowie ein All-Gefahren-Ansatz. Innerhalb des BIBB-Projekts MODINA wurden zu diesem Zweck kostenfreie Unterrichtsmaterialien samt Planspielen erarbeitet.

Der Rems-Murr-Kreis und seine 31 Kommunen raten Haushalten ebenfalls zur privaten Bevorratung. Das Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt VorrĂ€te fĂŒr möglichst zehn Tage, alternativ zunĂ€chst fĂŒr drei Tage. Als Richtwert fĂŒr Trinkwasser gelten zwei Liter pro Person und Tag.

Bei einem Zwei-Personen-Haushalt entspricht das zwölf Litern fĂŒr drei Tage, 20 Litern fĂŒr fĂŒnf Tage, 28 Litern fĂŒr sieben Tage und 40 Litern fĂŒr zehn Tage. ZusĂ€tzliche Vorsorgemaßnahmen umfassen Notfallmedikamente, Kurbel- oder Batterieradios, Dokumentenmappen und Notfallbargeld.

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