HCG-Globuli zum Abnehmen: Wirkung nicht belegt, Risiken erheblich
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Untersuchungen zu populÀren Gewichtsreduktionsmethoden werfen grundlegende Fragen zur wissenschaftlichen Evidenz und Sicherheit verschiedener PrÀparate auf. Im Fokus der Kritik stehen dabei insbesondere HCG-C30-Globuli, deren beworbene Wirkung als Abnehmmethode nicht belegt ist.
Experten weisen darauf hin, dass beobachtete Gewichtsverluste im Rahmen sogenannter HCG-Kuren nicht auf die Globuli selbst, sondern auf eine begleitende extreme Kalorienrestriktion zurĂŒckzufĂŒhren sind. Diese sieht hĂ€ufig eine tĂ€gliche Aufnahme von lediglich 500 bis 800 kcal vor.
Medizinische Risiken und regulatorische Warnungen
Die DurchfĂŒhrung solcher Kuren ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Berichtet wird in diesem Zusammenhang von NĂ€hrstoffmĂ€ngeln, Muskelverlust und der Bildung von Gallensteinen. Aufgrund dieser Gefahrenpotenziale und der fehlenden Wirksamkeitsnachweise existieren bereits deutliche Warnungen internationaler Behörden, darunter die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) sowie die Federal Trade Commission (FTC).
Ein Ă€hnliches Bild zeigt sich bei dem Wirkstoff Yohimbin, der aus der Yohimbe-Rinde gewonnen wird. Zwar wird die Substanz hĂ€ufig zur Leistungssteigerung oder zum Fettabbau beworben, doch mangelt es laut Fachleuten an ĂŒberzeugender Evidenz fĂŒr diese Effekte. Problematisch ist zudem die starke Schwankung des Wirkstoffgehalts in entsprechenden PrĂ€paraten.
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Als Nebenwirkungen werden Blutdruckanstieg, Herzrasen und AngstzustĂ€nde angefĂŒhrt. Zudem besteht die Gefahr von Wechselwirkungen mit Antidepressiva und Blutdruckmitteln. Die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) warnen daher ausdrĂŒcklich vor einer Selbstmedikation mit Yohimbin.
Einordnung der medikamentösen Adipositas-Therapie
In der professionellen Medizin wird die medikamentöse Behandlung von Adipositas differenziert betrachtet. Fachleute betonen, dass eine solche Therapie kein einfacher Weg und keinesfalls ein Zeichen mangelnder Willenskraft sei. Sie fungiere vielmehr als ein Baustein in einem Gesamtkonzept, das ErnÀhrung, Bewegung und ausreichend Schlaf umfasst.
Dabei wird davor gewarnt, solche Medikamente fĂŒr einen kurzfristigen Gewichtsverlust ohne Ă€rztliche Aufsicht zu nutzen. Ein wesentliches Risiko bestehe in einer erneuten Gewichtszunahme nach dem Absetzen der PrĂ€parate. Eine Anwendung sollte daher ausschlieĂlich unter medizinischer Kontrolle erfolgen.
Betrugsmaschen und unbestÀtigte ErnÀhrungskonzepte
Ein weiteres Problemfeld stellen betrĂŒgerische Online-Angebote dar, die sich speziell an Menschen mit Diabetes richten. Diabetes-VerbĂ€nde warnen vor Produkten wie Mikronadelpflastern oder angeblich nichtinvasiven BlutzuckermessgerĂ€ten, die oft mit unrealistischen Wunderversprechen beworben werden.
Hinter diesen Angeboten verbergen sich hÀufig unseriöse Anbieter, erkennbar an fehlenden Impressumsangaben oder der Verwendung gefÀlschter Logos bekannter Organisationen. Die PrÀsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) stellte hierzu klar, dass der Verband grundsÀtzlich keine Produkte verkaufe.
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Parallel zu diesen Warnungen wird auch der sogenannte Blutzucker-Trick kritisch bewertet. Das Konzept, das unter anderem von Jessie InchauspĂ© propagiert wird, sieht vor, Blutzuckerspitzen durch eine bestimmte Reihenfolge der Nahrungsaufnahme â zuerst Ballaststoffe, dann Fett, Kohlenhydrate und zuletzt Zucker â zu reduzieren.
Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass fĂŒr diese Methode keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vorliege. Zudem könne der Fokus auf individuelle Reaktionen und die strikte Einhaltung der Reihenfolge zu erheblichem psychischem Druck bei den Anwendern fĂŒhren.
