Herzgesundheit: Treppensteigen senkt Risiko um 39 Prozent
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle klinische Untersuchungen und wissenschaftliche Analysen unterstreichen die Bedeutung einer spezifisch ausgerichteten Ernährung für die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems.
Im Fokus stehen dabei insbesondere die mediterrane Kost, der gezielte Einsatz von Mikronährstoffen sowie die zeitliche Planung der Mahlzeiten. Experten betonen, dass eine ausgewogene Zufuhr bestimmter Lebensmittel wie Nüsse, Portulak und Vitamin K2 maßgeblich zur allgemeinen Vitalität beitragen kann.
Gewichtsmanagement und die Qualität der mediterranen Ernährung
Im Rahmen der DELISH-Studie wurden über einen Zeitraum von 24 Monaten 360 Adipositas-Patienten in den USA untersucht. Die Ergebnisse verdeutlichen die Wirksamkeit einer mediterranen Ernährungsweise im Vergleich zu kommerziellen Programmen.
Während Teilnehmer der mediterranen Gruppe einen Gewichtsverlust von etwa 5 kg verzeichneten, lag dieser in der Vergleichsgruppe bei etwa 4 kg. Ein signifikanter statistischer Unterschied zwischen beiden Ansätzen wurde dabei nicht festgestellt.
Allerdings zeigte die mediterrane Gruppe eine deutliche Verbesserung der Ernährungsqualität durch eine höhere Aufnahme ungesättigter Fette und eine Reduktion von Kohlenhydraten. Hinsichtlich klinischer Parameter wie Blutdruck und HbA1c-Werten lieferten beide untersuchten Gruppen ähnliche Resultate.
Die Bedeutung von Mikronährstoffen und spezifischen Lebensmitteln
Eine zweijährige Untersuchung mit 180 Teilnehmern befasste sich mit der Wirkung von Vitamin K2 (MK-7) auf das Gefäßsystem. Die Daten zeigen, dass Vitamin K2 die Gefäßverkalkung um 25 % verlangsamen konnte, jedoch keine Rückbildung bestehender Verkalkungen bewirkte.
Fachleute weisen darauf hin, dass ein supplementärer Nutzen primär bei einem Mangel besteht, da eine herkömmliche Ernährung den Bedarf in der Regel deckt. Natürliche Quellen für Vitamin K2 sind unter anderem Natto, Tempeh, Eigelb und Sauerkraut. Es ist jedoch zu beachten, dass Blutverdünner wie Coumadin und Warfarin die Wirkung von Vitamin K hemmen.
Wer sich mit der Optimierung seiner Blutwerte befasst, findet in diesem Spezialreport von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid wertvolle Unterstützung. Der Ratgeber liefert 7 konkrete Tipps, um den Blutdruck auf natürliche Weise zu regulieren und das Herzinfarktrisiko zu senken. Bluthochdruck-Spezialreport kostenlos herunterladen
Für Patienten mit Typ-2-Diabetes wird zudem der regelmäßige Verzehr von 25 bis 30 g ungesalzenen Nüssen täglich empfohlen, um den Blutzuckerspiegel und das Herz-Kreislauf-Risiko zu senken.
Die Nährwerte variieren dabei: Während Walnüsse 674 kcal und 10,6 g Kohlenhydrate pro 100 g aufweisen, liegen Mandeln bei 610 kcal und 5,4 g Kohlenhydraten. Cashewkerne enthalten pro 100 g 578 kcal und weisen mit 30,5 g einen höheren Kohlenhydratanteil auf.
Auch seltener genutzte Lebensmittel wie Portulak rücken in den Fokus. Laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie von Simopoulos und Salem enthält Portulak 300 bis 400 mg Alpha-Linolensäure pro 100 g, was vergleichbar mit den Werten von Kabeljau ist. Zudem liefert die Pflanze 12 mg Vitamin E pro 100 g sowie signifikante Mengen an Kalium (585 mg) und Eisen (3 mg).
Zeitliche Aspekte der Nahrungsaufnahme und körperliche Aktivität
Wissenschaftliche Auswertungen von US-Daten (NHANES 1999–2018) mit über 31.000 Erwachsenen deuten auf einen Zusammenhang zwischen Essenszeiten und der Sterblichkeit hin.
Die Analyse ergab, dass eine erste Mahlzeit nach 12 Uhr das allgemeine Sterberisiko um 29 % und das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod um 46 % steigern kann, verglichen mit einem Frühstück zwischen 7 und 8 Uhr. Ebenso erhöhte eine letzte Mahlzeit nach Mitternacht das Sterberisiko um 27 % gegenüber einer Nahrungsaufnahme zwischen 19 und 20 Uhr.
Neben der richtigen Ernährung spielt gezielte Bewegung eine entscheidende Rolle für ein langes, beschwerdefreies Leben. Dieser kostenlose Ratgeber stellt 6 einfache Kraftübungen für zuhause vor, die gezielt Volkskrankheiten vorbeugen und die Vitalität steigern. Kostenlosen Krafttrainings-Ratgeber jetzt sichern
Ergänzend zur Ernährung spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Eine Meta-Analyse von neun Studien im American Journal of Cardiovascular Drugs mit über 480.000 Teilnehmern belegt, dass regelmäßiges Treppensteigen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 39 % senkt.
Als optimal gelten sechs Treppenabsätze täglich. Eine weitere Studie im European Journal of Preventive Cardiology zeigt zudem, dass die Kombination aus 30 Minuten zusätzlichem Schlaf, moderater Bewegung und angepasster Ernährung das kardiovaskuläre Risiko um 10 % reduzieren kann.
Ganzheitliche Prävention und gesundes Altern
Im Hinblick auf den Weltherztag raten Mediziner wie der LKH Laas-Direktor Manuel Mußhauer zu einer umfassenden Vorsorge. Neben einer salz- und zuckerreduzierten Ernährung seien sieben bis neun Stunden Schlaf sowie die Vermeidung von Fertiggerichten und übermäßigem Alkoholkonsum essenziell.
Für die ältere Bevölkerungsgruppe (65+) unterstreicht eine sechsjährige Analyse die Relevanz der Proteinzufuhr. Eine Aufnahme von mindestens 1,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich erhöhte die Chance auf gesundes Altern um 38 %.
Tierische Proteine in Verbindung mit einer mediterranen Diät zeigten dabei positive Effekte auf die Mobilität und verringerten die Sturzhäufigkeit. Ergänzend dazu weisen Experten darauf hin, dass auch eine gut geplante vegane Ernährung mit Vitamin-B12-Supplementierung das Risiko für chronische Krankheiten senken kann.
