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Hochverarbeitete Lebensmittel: Meta-Analyse zeigt 24 Prozent mehr Herzrisiko

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Auswertung von 51 Studien verknüpft hohen UPF-Konsum mit mehr chronischen Erkrankungen; Fachleute diskutieren zugleich Grenzen der Lebensmitteldefinition.

Hochverarbeitete Lebensmittel: Meta-Analyse zeigt erhöhte Krankheitsrisiken
Frisches, unverarbeitetes Gemüse auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von hochverarbeiteten Lebensmitteln (Ultra-Processed Foods, UPF) stehen zunehmend im Fokus der globalen Ernährungsforschung.

Eine umfassende Meta-Analyse von 51 prospektiven Kohortenstudien, die in der Fachzeitschrift „Family Medicine and Community Health“ veröffentlicht wurde, liefert detaillierte Belege für einen Zusammenhang zwischen hohem UPF-Konsum und einer Vielzahl chronischer Erkrankungen.

Die Untersuchung beruht auf Daten von 8.819.894 Teilnehmern im Alter zwischen 23 und 77 Jahren aus Amerika, Europa, Asien und Ozeanien, wobei die zugrunde liegenden Studien bis April 2026 erfasst wurden.

Differenzierte Risikoprofile für chronische Erkrankungen

Die Auswertung der Daten zeigt, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an industriell stark verarbeiteten Produkten mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen assoziiert ist.

Laut der Meta-Analyse steigt die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Ereignisse um 24 Prozent und für Krebserkrankungen um 12 Prozent. Besonders deutlich ist der Zusammenhang bei Verdauungskrankheiten (+31 Prozent) sowie bei psychischen Belastungen wie Depressionen oder Angstzuständen (+27 Prozent).

Zudem wurde ein höheres Risiko für Adipositas und Übergewicht (+23 Prozent), das metabolische Syndrom inklusive Diabetes (+24 Prozent) sowie für die allgemeine Sterblichkeit (+18 Prozent) festgestellt.

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Während die Analyse insgesamt ein um 11 Prozent erhöhtes Risiko für Bluthochdruck ausweist, ergab eine tiefergehende Betrachtung ein differenziertes Bild: Acht der 51 untersuchten Studien mit insgesamt 118.946 Teilnehmern konnten keine signifikante statistische Assoziation zwischen hohem UPF-Konsum und Bluthochdruck belegen.

Korrelation zwischen Konsummenge und Krankheitsrisiko

Die Forscher identifizierten zudem einen direkten Zusammenhang zwischen der täglichen Verzehrmenge und der Risikoexposition. Jede zusätzlichen 100 Gramm UPF pro Tag erhöhen demnach das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 14 Prozent, für Krebs um 4 Prozent und für Diabetes um 2 Prozent.

Das Sterberisiko steigt pro 100 Gramm zusätzlichem Konsum um 3 Prozent. Ein Anstieg der Energiezufuhr durch hochverarbeitete Lebensmittel um 10 Prozent korreliert laut den Studiendaten mit einer um 16 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines metabolischen Syndroms oder Diabetes.

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Global betrachtet zeigen sich stark variierende Konsumtrends. In den USA lag der UPF-Anteil am Energieverbrauch im Jahr 2018 bei 57 Prozent und sank in den Jahren 2021 bis 2023 leicht auf 53 Prozent.

In Spanien wurde ein massiver Anstieg von 11 Prozent auf 31,7 Prozent beobachtet. Auch in Schwellenländern wie Mexiko und Brasilien (Anstieg von 10 auf 23 Prozent) sowie in China (von 3,5 auf 10,4 Prozent) ist ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar.

Debatte um Definitionen und regulatorische Maßnahmen

Die Klassifizierung von Lebensmitteln als UPF folgt meist der NOVA-Systematik, die Produkte als stark industriell verarbeitet definiert. In der politischen Debatte führt dies zu unterschiedlichen Ansätzen.

In Kalifornien wurde mit dem Gesetz AB 2244 eine Zertifizierung für nicht-hochverarbeitete Lebensmittel auf den Weg gebracht. Die Organisation „Non-UPF Verified“ forderte jedoch ein Veto gegen das Gesetz, da sie das Fehlen konkreter Verarbeitungsmethoden in der Definition kritisiert.

Pietro Paganini, Vorsitzender von Competere, warnte in einem aktuellen Policy-Guide vor einer zu starren universellen UPF-Definition. Er argumentierte, dass UPFs als Forschungsindikator nützlich, für eine gezielte Regulierung oder Kennzeichnung jedoch zu heterogen seien.

Laut Paganini definiere die Verarbeitung allein kein Gesundheitsrisiko; vielmehr müssten Nährwertqualität, Energiedichte, die Lebensmittelmatrix sowie individuelle Lebensstile berücksichtigt werden. Er plädierte für eine dynamische, KI-gestützte Prävention statt einer langjährigen Suche nach einer perfekten Definition.

Die vorliegende Meta-Analyse unterliegt gewissen Limitationen, wie die Autoren einräumen. Dazu zählen die subjektive Bewertung der Ernährung durch die Teilnehmer sowie der Ausschluss von Personen unter 18 Jahren. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Relevanz der Lebensmittelverarbeitung für die öffentliche Gesundheit.

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