Hochverarbeitete Lebensmittel: Studie belegt 32 Krankheitsrisiken
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 12:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das belegen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und behördliche Kontrollen.
Eine im British Medical Journal veröffentlichte Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und 32 verschiedenen Erkrankungen. Dazu zĂ€hlen Adipositas, Herzinfarkte und Krebs. Ein Mediziner der CharitĂ© erklĂ€rt: Diese Produkte der NOVA-Kategorie 4 enthalten oft zu viel Salz, Zucker und gesĂ€ttigte FettsĂ€uren â bei gleichzeitigem Mangel an Vitaminen und Ballaststoffen.
Vegane Produkte oft nicht gesĂŒnder
ErnĂ€hrungsfachleute warnen vor Produkten, die fĂ€lschlicherweise als gesund gelten. Vegane Fleischersatzprodukte sind hĂ€ufig hochverarbeitet und mit gesĂ€ttigten Fetten sowie Salz versetzt. FertigmĂŒslis enthalten teilweise bis zu 60 Gramm Zucker pro 100 Gramm â bei TrockenfrĂŒchten wie Sultaninen.
Auch SĂ€fte und Smoothies stehen in der Kritik. Ihr Zuckergehalt kann mit bis zu 13 Gramm pro 100 Milliliter den von zuckerhaltigen ErfrischungsgetrĂ€nken ĂŒbersteigen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die tÀgliche Zuckerzufuhr auf maximal 25 Gramm zu beschrÀnken.
Light-Produkte unter Verdacht
Der Einsatz von SĂŒĂstoffen wie Aspartam oder Sucralose wird zunehmend kritisch bewertet. Aspartam gilt als möglicherweise krebserregend, Xylit wird mit einem höheren Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Besonders tĂŒckisch: Viele Verbraucher greifen bewusst zu Light-Produkten, um Kalorien zu sparen â und nehmen dabei unbemerkt andere Risiken in Kauf.
Pestizide in Erdbeeren
Untersuchungen von Umweltorganisationen wie PAN zeigen eine signifikante Belastung von konventionell angebautem Obst. In einer Studie mit Proben aus elf EU-LĂ€ndern wurden in 58 Prozent der Erdbeeren RĂŒckstĂ€nde von PFAS-Pestiziden festgestellt. In Ăsterreich waren sĂ€mtliche Proben belastet.
Die gute Nachricht: Ăkologisch angebaute Erdbeeren erwiesen sich in den Stichproben als rĂŒckstandsfrei.
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Grillen: Gefahr durch Nitrosamine
Institutionen wie das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) und der VKI mahnen zur Vorsicht beim Grillen. Gepökelte Waren wie KĂ€sekrainer, Speck oder Knacker enthalten Nitritpökelsalz (E250). Bei hohen Temperaturen entstehen daraus krebserregende Nitrosamine.
Fachleute raten zu indirektem Grillen und dazu, das Verkohlen von Lebensmitteln strikt zu vermeiden. Allein in Ăsterreich wurden 2024 rund 700 GrillunfĂ€lle registriert.
Olivenöl: Jedes zweite Produkt beanstandet
Die Beanstandungsquote bei Olivenölen ist drastisch gestiegen. Laut Daten des CVUA Stuttgart fĂŒr 2024 und 2025 kletterte sie von 38 auf 43 Prozent. Besonders alarmierend: Bei Produkten, die als âNatives Olivenöl Extraâ deklariert sind, stieg der Anteil verfĂ€lschter Ăle von zwei bis drei auf elf Prozent. Die FĂ€lscher strecken das teure Ăl etwa mit Sonnenblumenöl.
In Oliventresterölen wurden zudem krebserregende MineralölrĂŒckstĂ€nde (MOAH) gefunden â mit Werten, die den Orientierungswert der EFSA um das 20-Fache ĂŒberschritten.
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Kaffee: Filter schĂŒtzt das Herz
Auch bei der Kaffeezubereitung gibt es Gesundheitsrisiken. Langzeitstudien der Harvard Medical School und der UniversitÀt Uppsala zeigen: Ungefilterter Kaffee aus Vollautomaten oder Pressstempelkannen enthÀlt bis zu 30-mal mehr Diterpene (Cafestol und Kahweol) als Filterkaffee. Diese Stoffe können den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen.
Salmonellen-Ausbruch in Europa
Aktuell warnen Gesundheitsbehörden vor einem Salmonellen-Ausbruch in 13 europĂ€ischen LĂ€ndern. Seit November 2025 wurden ĂŒber 100 KrankheitsfĂ€lle und 49 Krankenhausaufenthalte gemeldet.
Als Ursache identifizierten die Behörden Instantnudeln mit HĂŒhnergeschmack der Marke Reeva Foods. Der ukrainische Hersteller Euro Food Service rief die betroffenen Chargen zurĂŒck.
Zuckersteuer: Vorbild GroĂbritannien
Die Deutsche Allianz NichtĂŒbertragbare Krankheiten (DANK) fordert eine Herstellerabgabe auf zuckerhaltige GetrĂ€nke nach britischem Vorbild. In GroĂbritannien halbierte eine solche MaĂnahme den Zuckergehalt in GetrĂ€nken und den Zuckerkonsum bei Kindern.
Auch in Chile konnten Warnhinweise und WerbebeschrĂ€nkungen Ăbergewicht bei Kindern reduzieren. In Europa erschweren gestiegene Rohstoffpreise die Lage: Der Zuckerpreis lag zuletzt rund 70 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahres.
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