Hochverarbeitete, Lebensmittel

Hochverarbeitete Lebensmittel: UK-Studie belegt Krebsrisiko

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EU verbietet krebsverdächtige Raucharomen, Behörden warnen vor Glycerin in Slush-Eis. Studien belegen Krebsrisiko durch hochverarbeitete Lebensmittel.

Lebensmittelkontrolle: Neue Risiken durch Raucharomen und Glycerin
Ein Glas mit einem dunklen Erfrischungsgetränk auf einem Tisch in einer klinisch anmutenden Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Softdrinks, Raucharomen und Glycerin in Slush-Eis rücken ins Visier von Behörden und Wissenschaftlern. Neue Studien und EU-Verbote zeigen: Der Druck auf die Lebensmittelindustrie wächst.

Hochverarbeitete Lebensmittel: Ein Zusammenhang mit Krebs?

Forscher der UK Biobank haben Daten von 20.000 Teilnehmern über fast zehn Jahre ausgewertet. Das Ergebnis: Je mehr hochverarbeitete Produkte auf dem Speiseplan stehen, desto höher das Risiko. Über 15.900 Krebserkrankungen und rund 4.000 Todesfälle wurden registriert. Der Anteil dieser Lebensmittel lag im Schnitt bei 22,9 Prozent der Ernährung. Steigt der Konsum um zehn Prozent, erhöht sich das Gesamtsterblichkeitsrisiko um sechs Prozent.

Der Ernährungsmediziner Martin Smollich vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sieht die Hauptprobleme in Softdrinks und zuckergesüßten Säften. Auch die WHO und der World Cancer Research Fund raten zur Vorsicht.

EU verbietet Raucharomen – Übergangsfristen für Fleisch und Käse

Seit dem 1. Juli 2026 sind acht Raucharomen in der EU nicht mehr zugelassen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte sie bereits 2023 als potenziell krebserregend eingestuft. Für Fleisch, Fisch und Käse gibt es Übergangsfristen bis Sommer 2029. Grillsoßen, Chips und Fertigsuppen sind sofort betroffen. Bestehende Bestände dürfen noch bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verkauft werden.

Glycerin in Slush-Eis: Warnung für Kinder

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnen vor Glycerin (E422) in Slush-Eis. Schon 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Für ein Kind mit 20 Kilogramm Körpergewicht kann bereits ein 200-Milliliter-Getränk kritisch sein. Gesetzliche Höchstmengen gibt es nicht. Verbraucherschützer raten: Nachfragen oder verzichten.

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Rückrufe: Berstgefahr und Schimmelpilzgifte

Die Peter Riegel Weinimport GmbH ruft den alkoholfreien „SPRITZ Aperitivo Pizzolato“ (MHD 04/2028) zurück. Grund: Verunreinigungen können zu Nachgärung führen – die Glasflaschen drohen zu bersten. Im Snack-Bereich sind Haferriegel der Marke „bae BITES“ betroffen. Die Sorten Cinnamon Roll, Creamy Pistachio und Cookie Dough (Haltbarkeit bis September 2026) überschreiten die Aflatoxin-Höchstwerte. Verkauft wurden sie unter anderem bei dm und Rossmann.

Zuckersteuer kommt 2027 – Erfahrungen aus Großbritannien

Deutschland plant für 2027 eine gestaffelte Zuckersteuer. Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen 26 Cent pro Liter fällig werden, ab acht Gramm 32 Cent. Die erwarteten Einnahmen: rund 650 Millionen Euro. Ernährungswissenschaftlerin June Dilger von der Verbraucherzentrale NRW verweist auf Großbritannien. Dort habe die Steuer Hersteller dazu gebracht, Rezepturen zu ändern – mit Erfolg: Die Fettleibigkeit bei jungen Mädchen ging zurück.

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Mineralwasser vs. Limo: Was ist besser für die Zähne?

Eine Studie der Purdue University zeigt: Kohlensäurehaltiges Mineralwasser senkt den pH-Wert im Mund deutlich weniger als zuckerhaltige Limonade. Das Risiko für Zahnerosion ist geringer. Beim Kaffee liefert eine UK-Biobank-Studie mit über 500.000 Teilnehmern überraschende Ergebnisse: Filterkaffee hat keinen signifikanten Effekt auf die Telomerlänge – ein Marker für Alterung. Löslicher Kaffee dagegen schon: Pro Tasse entspricht die Verkürzung rechnerisch 0,38 Jahren.

Vitaminwasser: Oft überdosiert

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt aus dem Frühjahr 2026 zeigt: Bei 12 von 35 untersuchten Vitaminwässern wird die empfohlene Tageszufuhr einzelner Vitamine bereits mit einer Flasche überschritten. Ein nachweisbarer gesundheitlicher Mehrwert? Fehlanzeige. Und die Stiftung Warentest (Ausgabe 8/26) fand in konventionellen Kirschjoghurts häufig Pestizidrückstände unterhalb der Grenzwerte – sowie Zuckeranteile zwischen 9,3 und 13,3 Prozent.

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