HörgerÀte: Demenzrisiko sinkt um 23 Prozent bei Epilepsie-Patienten
29.06.2026 - 00:39:24 | boerse-global.de
Von Brain Retraining bis zu fokussiertem Ultraschall â die Methoden werden vielfĂ€ltiger.
Brain Retraining: Hoffnung fĂŒr ME/CFS-Patienten
Bei Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) rĂŒckt die Fehlregulation des Nervensystems in den Mittelpunkt. Eine Umfrage der Plattform Fasynation zeigt: Rund 59,8 Prozent der Betroffenen haben bereits Methoden des Brain Retrainings ausprobiert. Davon berichteten 65 Prozent von einer Besserung ihrer Symptome.
Zu den zentralen Techniken zĂ€hlen die Vagusnerv-Stimulation und AnsĂ€tze wie Somatic Experiencing. Ziel ist es, das Nervensystem aus einem chronischen Stresszustand zurĂŒck in eine regulierte Balance zu fĂŒhren. Der Neurowissenschaftler Hady Daboul beschĂ€ftigte sich bereits im Juni 2026 in FachvortrĂ€gen mit der Frage, wie sich das Nervensystem aktiv zur Gesundheitsregulierung nutzen lĂ€sst â besonders bei Symptomen wie Schwindel.
Dauerstress und Erschöpfung sind oft Anzeichen dafĂŒr, dass das Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihren Vagusnerv als zentralen Gesundheitsschalter aktivieren und Ihre SelbstheilungskrĂ€fte fördern können. Kostenlosen Vagus-Ratgeber inklusive Trainingsvideo anfordern
Neue Medikamente gegen Multiple Sklerose
Parallel zu verhaltenstherapeutischen AnsĂ€tzen gibt es Fortschritte in der Pharmaforschung. In einer Phase-3-Studie testete Roche den Wirkstoff Fenebrutinib. Die noch nicht von Fachkollegen geprĂŒften Ergebnisse zeigen: Das Risiko fĂŒr eine Behinderungsprogression bei primĂ€r progredienter Multipler Sklerose (PPMS) liegt 12 Prozent niedriger als mit der Standardtherapie Ocrelizumab. PPMS betrifft schĂ€tzungsweise 10 bis 15 Prozent aller MS-Patienten.
Auch bei Bewegungsstörungen etablieren sich neue Verfahren. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Ultraschall in der Medizin (DEGUM) verweist auf den MR-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS). Spezialisierte Zentren wie das Sana Klinikum Duisburg setzen die Methode ein, um Tremor-Symptome bei Parkinson oder essentiellem Tremor ohne chirurgischen Eingriff zu reduzieren. Die Wirkung ist oft bereits wĂ€hrend der Behandlung sichtbar â allerdings ist das Verfahren nicht reversibel.
HörgerÀte senken Demenzrisiko
Die Bedeutung sensorischer Reize fĂŒr die neurologische Gesundheit belegen groĂ angelegte Datenanalysen. Auf dem EAN-Kongress 2026 vorgestellte Ergebnisse einer Analyse von ĂŒber 250 Millionen Patientenakten zeigen: Die Nutzung von HörgerĂ€ten bei Erwachsenen mit Epilepsie und Hörverlust senkt das Demenzrisiko um 23 Prozent. Ăber fĂŒnf Jahre wurde eine absolute Risikoreduktion von 2,7 Prozent gemessen.
Diese Erkenntnisse flieĂen in Fortbildungskonzepte wie das âMatrix-Prinzipâ ein. Im September 2026 ist dazu eine Fachveranstaltung in Trier geplant. Sie befasst sich mit der sensorischen Matrix und Propriozeption â mit Fokus auf Schmerzphysiologie und Neuromodulation. Der Praxisanteil liegt bei 70 Prozent.
Da unbehandelter Hörverlust als einer der gröĂten vermeidbaren Risikofaktoren fĂŒr Demenz gilt, ist gezieltes Training fĂŒr das Gehirn besonders im Alter entscheidend. Dieser kostenlose PDF-Report liefert Ihnen einfache Ăbungen fĂŒr zuhause, die Ihre geistige Fitness stĂ€rken und den GedĂ€chtnisabbau verlangsamen können. 7 Gratis-HörĂŒbungen zur Demenzvorbeugung herunterladen
Spermidin: Besserer Impfschutz fĂŒr Senioren
Auch biochemische Faktoren rĂŒcken in den Fokus. Eine Pilotstudie der University of Oxford mit 40 Teilnehmern ĂŒber 65 Jahre zeigte: Die tĂ€gliche Einnahme von 6 mg Spermidin ĂŒber 13 Wochen verbesserte die Immunantwort auf COVID-19-Impfungen. Die Forscher maĂen stĂ€rkere Antikörperreaktionen und eine höhere neutralisierende AktivitĂ€t. GröĂere Folgestudien sind jedoch nötig.
Fortbildung zu neuen psychoaktiven Substanzen
Die AufklĂ€rung ĂŒber neuroaktive Substanzen bleibt ein zentrales Thema. Anfang Juli 2026 befasst sich eine Rettungsdienstfortbildung an der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen mit den Auswirkungen von Heroin und neuen psychoaktiven Substanzen. Georgia Wendling-Platz, ChefĂ€rztin fĂŒr Psychiatrie, erlĂ€utert die klinischen Herausforderungen fĂŒr die Notfallmedizin.
