Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Vom Labor in die Massenproduktion

05.05.2026 - 12:50:40 | boerse-global.de

Linkerbot dominiert Roboterhände, 1X Technologies eröffnet erste US-Fabrik. Roboter erobern Industrie und Alltag.

Humanoide Roboter: Vom Labor in die Massenproduktion - Foto: über boerse-global.de
Humanoide Roboter: Vom Labor in die Massenproduktion - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere Meilensteine markieren diesen Umbruch im Mai 2026.

Der Wettlauf um die besten Roboterhände

Eine der größten Hürden für humanoide Roboter ist die Feinmotorik. Das Pekinger Startup Linkerbot hat dieses Problem gelöst – und dominiert den Weltmarkt für hochflexible Roboterhände mit über 80 Prozent Anteil. Das Unternehmen strebt nun eine Bewertung von sechs Milliarden Euro in der nächsten Finanzierungsrunde an. Das wäre eine Verdopplung im Vergleich zur letzten Serie-B-Plus-Runde.

Anzeige

Der rasante Aufstieg der Robotik-Branche eröffnet Anlegern enorme Chancen, doch die Auswahl der richtigen Titel ist entscheidend. Dieser kostenlose Report beleuchtet die nächste industrielle Revolution und zeigt, welche Unternehmen bei Robotik und KI aktuell die Nase vorn haben. Jetzt Gratis-Report zu Robotik- und KI-Gewinnern sichern

Aktuell produziert Linkerbot monatlich 5.000 Einheiten, die Kapazität soll auf 10.000 steigen. Die Hände wiegen gerade einmal 370 Gramm, können aber bis zu 50 Kilogramm heben. Möglich macht das das hauseigene LinkerSkillNet – ein System, das über 500 verschiedene Bewegungsabläufe beherrscht.

Erste US-Fabrik für humanoide Roboter eröffnet

Am 30. April 2024 ging in Hayward, Kalifornien, die erste Fabrik für humanoide Roboter in den USA in Betrieb. Betreiber ist 1X Technologies, ein Unternehmen, das von OpenAI unterstützt wird. Auf 5.800 Quadratmetern entsteht dort der NEO-Roboter.

Die Zahlen beeindrucken: Der NEO hebt 70 Kilogramm, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 6,2 Metern pro Sekunde und arbeitet mit nur 22 Dezibel – leiser als ein Flüstern. Innerhalb von fünf Tagen nach der Eröffnung gingen 10.000 Vorbestellungen ein. Das Ziel: 100.000 Einheiten bis Ende 2027.

Chinesische Lieferketten stellen um

Auch die Zulieferer der Unterhaltungselektronik entdecken die Robotik für sich. Lingyi iTech, bislang vor allem als Smartphone-Zulieferer bekannt, baut Produktionslinien für humanoide Komponenten um. Bis Ende 2026 soll in Peking eine Fabrik mit einer Jahreskapazität von 10.000 Robotern entstehen. Für 2030 sind 500.000 Einheiten pro Jahr geplant.

Unitree Robotics eröffnete am 3. Mai 2024 den ersten eigenen Laden in Peking – dort können Kunden den humanoiden Roboter G1 und den Roboterhund Go2 direkt kaufen.

Roboter als Gesellschaft: Die soziale Wende

Neben industriellen Anwendungen entsteht ein neuer Markt: Roboter als Begleiter gegen Einsamkeit. Colin Angle, Gründer von iRobot, stellte am 4. Mai 2024 seinen Familiar vor. Das plüschige, hundeähnliche Gerät erkennt Emotionen und fördert soziale Interaktion – durch Berührung und Bewegung, nicht durch Sprache.

Angetrieben wird Familiar von generativer Künstlicher Intelligenz auf Basis der Nvidia Jetson Orin-Plattform. Mit 23 Freiheitsgraden simuliert das Gerät lebensechtes Verhalten. Zielgruppe sind Familien und Senioren. Der Marktstart ist für 2027 geplant, der Preis soll dem eines Haustiers entsprechen.

Verkehrsregelung und Putzdienst: Roboter im öffentlichen Raum

In der chinesischen Stadt Hangzhou patrouillieren seit dem 1. Mai 2024 insgesamt 15 humanoide Roboter am Westsee – einem der bekanntesten Touristengebiete des Landes. Sie helfen bei der Navigation, lenken Menschenströme und ahnden Verkehrsverstöße. Ihre Einsatzzeit: bis zu neun Stunden. Mit den Ampeln sind sie millisekundengenau synchronisiert.

Das Unternehmen X Square Robot setzt auf eine Mischung aus Mensch und Maschine: In chinesischen Städten reinigen Mensch-Roboter-Teams gemeinsam Büros. Für 149 Yuan (etwa 19 Euro) pro Drei-Stunden-Session übernimmt der Roboter rund 30 Prozent der Arbeit. Ein kosteneffizientes Modell für die Teilautomatisierung.

Industrie setzt auf Robotik gegen Fachkräftemangel

Die Japan Airlines (JAL) startete im Frühjahr 2024 ein Pilotprojekt am Flughafen Haneda. Humanoide Roboter übernehmen dort das Gepäckhandling und Frachtaufgaben – eine Antwort auf den Arbeitskräftemangel in der alternden japanischen Gesellschaft.

In London testet die Sharp Group den Roboter Alpha in der Abfallwirtschaft. Entwickelt von TeknTrash und RealMan Robotics, sortiert Alpha per VR-Training Müll. Die Branche leidet unter einer Personalfluktuation von 40 Prozent. Experten der Yale University sehen in solcher Automatisierung den einzig gangbaren Weg.

Toyota Canada setzt seit dem 3. Mai 2024 den Digit-Roboter von Agility Robotics im Werk Woodstock (Ontario) ein. Er transportiert Teilebehälter und entlastet Mitarbeiter von monotonen Hebearbeiten. Ein trend, der sich in sogenannten „Dark Factories" wie dem Zeekr-Werk in Ningbo fortsetzt – dort arbeiten Hunderte Roboter nahezu menschenleer.

Meta steigt ein, ABB setzt auf Plug-and-Play

Am 1. Mai 2024 übernahm Meta das Startup Assured Robot Intelligence (ARI). Ziel: Die KI-Fähigkeiten humanoiden Roboter stärken. Metas Superintelligence Labs sollen Systeme entwickeln, die menschliches Verhalten besser verstehen und vorhersagen.

ABB Robotics bringt im Mai 2024 die OmniVance-Oberflächenbearbeitungszelle auf den Markt. Das „Plug-and-Play"-System reduziert Programmierzeit um bis zu 90 Prozent. ABB hatte zuvor den Verkauf seiner Robotik-Sparte an SoftBank für 5,3 Milliarden Euro angekündigt.

Anzeige

Wer das volle Potenzial von Wachstumsmärkten wie Industrie 4.0 und Robotik ausschöpfen möchte, sollte die aktuellen Marktbewegungen genau im Blick behalten. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, wie Sie sich jetzt positionieren, um von Renditechancen im vierstelligen Prozentbereich zu profitieren. Kostenlosen Report zum Tech-Comeback jetzt herunterladen

Wenn Roboter den Flug verspäten

Doch der Weg in den Alltag ist holprig. Am 30. April 2024 verspätete sich ein Southwest-Airlines-Flug von Oakland nach San Diego um eine Stunde. Grund: ein humanoider Roboter namens Bebop mit überdimensionierten Lithium-Batterien und Sitzplatzverstößen. Der Vorfall zeigt: Roboter im öffentlichen Raum werfen Sicherheits- und Regulierungsfragen auf, die noch nicht gelöst sind.

Ausblick: Hunderttausende Roboter bis 2030

Die Analysten haben ihre Prognosen für 2024 nach oben korrigiert – teilweise verdoppelt. Unternehmen wie UBTech und 1X Technologies gehen in Serie. Doch der Erfolg hängt von der Regulierung ab. Am 3. Mai 2024 verabschiedete die kalifornische Straßenverkehrsbehörde neue Regeln für autonome Fahrzeuge und Roboter. Sie betonen Sicherheitsaufsicht und Datenmeldung.

Die Botschaft ist klar: Je mehr Roboter im Alltag auftauchen, desto strenger werden die Gesetze. Mit Produktionszielen von Hunderttausenden bis 2030 entscheiden die kommenden Jahre, ob humanoide Roboter vom Spezialwerkzeug zum Alltagshelfer werden.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69280429 |