Intervallfasten, Langzeitstudie

Intervallfasten: Langzeitstudie warnt vor Risiken ab 78 Jahren

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine schwedische Langzeitstudie zeigt: Bei über 78-Jährigen beschleunigen Fastenphasen ab 14 Stunden die Anhäufung chronischer Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Karolinska-Studie: Langes Intervallfasten erhöht Krankheitsrisiko bei Senioren
Ein leerer Teller und ein Glas Wasser auf einem Holztisch in einem hellen, skandinavischen Raum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Intervallfasten hat in den vergangenen Jahren als Methode zur Gesundheitsprävention und Gewichtsregulierung erheblich an Popularität gewonnen. Doch während die gesundheitlichen Vorteile für jüngere Bevölkerungsgruppen vielfach untersucht wurden, rücken nun potenzielle Risiken für hochbetagte Menschen in den Fokus der Wissenschaft.

Eine schwedische Langzeituntersuchung des Karolinska-Instituts liefert Erkenntnisse darüber, wie sich ausgedehnte Fastenperioden auf die Gesundheit von Senioren auswirken.

Methodik und Umfang der Langzeituntersuchung

Die Analyse stützt sich auf Daten der „Swedish National Study on Aging“, einer umfassenden Untersuchung zur Alterung der schwedischen Bevölkerung. Für die aktuelle Auswertung wurden Daten von 2981 Personen herangezogen, die zu Beginn der Studie mindestens 60 Jahre alt waren. Über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachteten die Wissenschaftler den Gesundheitszustand und die Ernährungsgewohnheiten dieser Probanden.

Die am 20.08.2026 im „Journal of Internal Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse differenzieren dabei nach der Dauer der täglichen Fastenphasen. Die Forscher verglichen die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen, wobei die sogenannte höchste Fastenquartile tägliche Verzichtphasen von 14 bis 24 Stunden aufwies. Diese wurde der niedrigsten Quartile gegenübergestellt, deren tägliches Fastenfenster lediglich zwischen 6 und 11,5 Stunden lag.

Beschleunigte Akkumulation chronischer Erkrankungen

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist der Zusammenhang zwischen langen Fastenintervallen und der Geschwindigkeit, mit der chronische Leiden auftreten. Laut der Studie war die Gruppe mit Fastenphasen von 14 bis 24 Stunden mit einer schnelleren jährlichen Akkumulation von chronischen Krankheiten verbunden als jene Gruppe, die nur 6 bis 11,5 Stunden fastete.

Besonders deutlich zeigte sich dieser Effekt bei kardiovaskulären sowie neuropsychiatrischen Erkrankungen. Die Forscher stellten fest, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme sowie für neurologische oder psychische Leiden bei einer ausgedehnten Fastendauer signifikant anstieg. Interessanterweise stellten die Wissenschaftler jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Fastens und der Entstehung von Muskel-Skelett-Erkrankungen fest.

Anzeige

Wer sich mit der Prävention von Krankheiten befasst, sollte auch seine inneren Werte im Blick behalten, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt verständlich, was Ihre Blutwerte wirklich bedeuten und wie Sie Ihre Gesundheit aktiv schützen. Tausende Deutsche verstehen ihre Blutwerte jetzt selbst – dank diesem kostenlosen 25-Seiten-Report

Ein entscheidender Faktor ist zudem das Alter der Betroffenen. Die beobachteten negativen Auswirkungen traten den Daten zufolge erst bei Personen ab einem Alter von 78 Jahren auf. Bei jüngeren Senioren im Alter zwischen 60 und 77 Jahren konnte dieser Zusammenhang in der vorliegenden Untersuchung nicht nachgewiesen werden.

Mögliche Ursachen und wissenschaftliche Einordnung

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Damit liefert die Untersuchung zwar wichtige statistische Korrelationen, jedoch keinen direkten Beweis für eine Kausalität. Es ist somit nicht abschließend geklärt, ob das Fasten allein die Ursache für die Verschlechterung des Gesundheitszustands ist.

Die Forscher führen jedoch verschiedene Hypothesen an, warum lange Fastenphasen im hohen Alter schädlich sein könnten. Ein wesentlicher Aspekt sei die Gefahr eines Nährstoffmangels.

Anzeige

Gerade wenn die Nährstoffaufnahme im Alter herausfordernder wird, ist es wichtig, den schleichenden Abbau der körperlichen Kraft rechtzeitig zu stoppen. Erfahren Sie in diesem Gratis-PDF, wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen für zuhause Ihre Vitalität und Muskulatur nachhaltig stärken können. Warum immer mehr Menschen ab 50 auf dieses einfache Heimtraining schwören

Wenn das Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme zu stark begrenzt wird, fiele es älteren Menschen oft schwerer, die notwendige menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen aufzunehmen. Dies könne in der Folge zu einem verstärkten Muskelabbau führen, was die Gebrechlichkeit im Alter erhöht.

Zudem könnten Wechselwirkungen mit Medikamenten eine Rolle spielen, die im hohen Alter häufig eingenommen werden und oft eine regelmäßige Nahrungszufuhr erfordern.

Zusammenfassend legen die Ergebnisse nahe, dass die im Trend liegenden langen Fastenintervalle von 14 Stunden oder mehr für Menschen über 78 Jahren mit Vorsicht zu betrachten sind. Während kürzeres Fasten zwischen 6 und knapp 12 Stunden keine negativen Auswirkungen auf die Akkumulation chronischer Krankheiten zeigte, scheint die physiologische Belastbarkeit für längere Verzichtphasen im hohen Alter abzunehmen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70004065 |