Intervallfasten, Morbus

Intervallfasten lindert Morbus Crohn: 50% weniger Bauchschmerzen

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 06:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Studien identifizieren genetische Risikofaktoren und zeigen, wie Intervallfasten sowie Bakteriophagen die Behandlung von Morbus Crohn verbessern können.

Morbus Crohn 2026: Neue genetische Ursachen und Therapieansätze entdeckt
Mikroskopische Ansicht von Darmzellen mit genetischen Strängen und hefeähnlichen Strukturen, die wissenschaftliche Forschung zu Morbus Crohn darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleich mehrere Studien liefern neue Ansätze für Diagnose und Therapie von Morbus Crohn.

Genetische Ursachen für schwere Verläufe entdeckt

Ein internationales Team um die LMU München hat eine entscheidende genetische Ursache für schwere Morbus-Crohn-Formen identifiziert. Mutationen im BIRC3-Gen führen zu einem Funktionsverlust und stören den RIPK1-Signalweg im Darmepithel. Die Forscher um Prof. Daniel Kotlarz untersuchten dafür 14 Betroffene aus zehn Familien. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 15. Juli in der Fachzeitschrift Gastroenterology.

Parallel dazu legten Forscher der National Institutes of Health (NIH) neue Erkenntnisse zum GPR15-Gen vor. Es fungiert als Navigationssystem für bestimmte Immunzellen (CD8+ TIGR-Zellen) und leitet sie zur Darmschleimhaut. Mutationen schwächen die Barrierefunktion des Darms und erhöhen die Entzündungsanfälligkeit.

Hefepilze als Auslöser pathogener Immunreaktionen

Wissenschaftler der Universität Kiel und des Exzellenzclusters PMI präsentierten am 14. Juli in Immunity eine überraschende Entdeckung: Th17-Immunzellen, die gegen den harmlosen Hefepilz Candida albicans gerichtet sind, stammen ursprünglich aus der Mundschleimhaut.

Bei Morbus-Crohn-Patienten wandern diese Zellen in den Darm ab. Dort nehmen sie einen pathogenen Charakter an und treiben chronische Entzündungen voran. Als Gegenmaßnahmen nennen die Forscher S1P-Modulatoren, Anti-IL-23-Wirkstoffe oder ?4?7-Integrin-Antagonisten.

Bakteriophagen als neue Waffe gegen schädliche Darmbakterien

Forscher der McMaster University setzen auf Viren gegen Bakterien. Eine am 14. Juli in Science Translational Medicine veröffentlichte Studie zeigt: Bakteriophagen greifen gezielt adhärent-invasive E. coli-Bakterien (AIEC) an – ohne das restliche Mikrobiom zu schädigen. In Kombination mit Steroiden verstärkte sich die entzündungshemmende Wirkung.

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Intervallfasten lindert Symptome deutlich

Neben medikamentösen Ansätzen rückt die Ernährung in den Fokus. Eine randomisierte Studie in Gastroenterology (14. Juli) untersuchte nächtliches Fasten bei 35 übergewichtigen Morbus-Crohn-Patienten. Die Probanden fasteten an sechs Tagen pro Woche für jeweils 16 Stunden – bei gleichbleibender Kalorienzufuhr.

Das Ergebnis: Bauchschmerzen reduzierten sich um 50 Prozent, die Stuhlfrequenz um 40 Prozent. Zudem sank der BMI durchschnittlich um einen Punkt, das viszerale Fett nahm ab. Die Autoren führen die Effekte auf stabilisierte zirkadiane Rhythmen zurück.

Joghurt und Probiotika senken Darmkrebsrisiko

Eine Studie der Chung Shan Medical University (15. Juli in Nutrition & Diabetes) untersuchte den Zusammenhang zwischen Probiotika-Konsum und Darmkrebsrisiko. Basis waren Daten von über 9.400 US-Amerikanern. Regelmäßiger Joghurt- und Probiotika-Konsum senkte das Risiko demnach um etwa die Hälfte.

Neue Diagnostik: Weniger Artenvielfalt, mehr Gesamtmenge

In der Diagnostik zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Eine Studie der Universität Hohenheim (15. Juli) deutet darauf hin: Für die Beurteilung der Darmgesundheit ist weniger die exakte Artenzusammensetzung des Mikrobioms entscheidend – sondern quantitative Eigenschaften der Gesamtmenge.

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Klug entscheiden: Neue Leitlinien für die Gastroenterologie

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) veröffentlichte Mitte Juli im Deutschen Ärzteblatt aktualisierte Empfehlungen. Sie betreffen die Diagnostik des Reizdarmsyndroms und das Screening des Barrett-Ösophagus. Ziel: Über- oder Fehlversorgung vermeiden. Zudem betonen die Experten die Bedeutung gezielter Behandlung von Mangelernährung bei Krebspatienten.

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