Intervallfasten, Lebensphase

Intervallfasten: Nicht für jede Lebensphase geeignet

22.05.2026 - 13:50:17 | boerse-global.de

Intervallfasten kann bei Frauen in den Wechseljahren Bauchfett fördern. Experten setzen auf Ballaststoffe, Bewegung und Kältereize als nachhaltige Alternativen.

Intervallfasten: Nicht für jede Lebensphase geeignet - Foto: über boerse-global.de
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Doch die Expertin Adaeze Wolf warnt: Besonders Frauen in den Wechseljahren sollten vorsichtig sein.

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Lange Essenspausen können den Körper belasten und die Ausschüttung von Cortisol fördern. Das begünstigt wiederum die Bildung von Bauchfett. Wolfs Empfehlung: Regelmäßige Mahlzeiten mit Pausen von vier bis fünf Stunden sowie eine zwölfstündige Nahrungskarenz über Nacht.

Der Trend zum Fasten wird zunehmend als Phänomen einer Konsumgesellschaft gesehen. Im bewussten Verzicht suchen viele eine Form der Reinigung. Doch Experten betonen: Der Erfolg basiert primär auf reduzierter Kalorienaufnahme. Eine ausgewogene Ernährung mit Proteinen und Ballaststoffen kann Fasten nicht ersetzen.

Fibermaxxing: Warum Ballaststoffe unterschätzt werden

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe. Professor Hans Hauner von der TU München sieht darin den maximalen Gesundheitseffekt. Die Realität sieht anders aus: Die deutsche Bevölkerung nimmt im Schnitt weniger als 20 Gramm pro Tag zu sich.

Eine Modellierungsstudie in der Fachzeitschrift Nutrients untersuchte den Ersatz von hochverarbeiteten Snacks durch Mandeln. Das Ergebnis: Bereits 30 bis 50 Gramm Mandeln täglich verbessern die Ernährungsqualität signifikant. Der Anteil an Proteinen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren steigt, während Zucker und gesättigte Fette sinken.

Kältereize als Stoffwechsel-Booster

Neben der Ernährung gewinnen physikalische Reize an Bedeutung. Eine Untersuchung der Universität Nottingham und des Leiden University Medical Center zeigt: Moderate Kälteanwendungen können den Körperfettanteil positiv beeinflussen.

Probanden trugen über sechs Wochen täglich zwei Stunden eine Kühlweste. Das Ergebnis: Sie verloren durchschnittlich 0,9 Kilogramm Körperfett. Die Kontrollgruppe nahm dagegen zu. Die Aktivierung des Energiestoffwechsels durch thermische Reize könnte ein unterstützendes Element im Gewichtsmanagement sein.

Supplement-Wahn: Warnung vor Risiken

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel steht unter Beobachtung. Persönlichkeiten wie Kim Kardashian nehmen täglich bis zu 35 verschiedene Präparate. Fachgesellschaften wie die DGE warnen: Supplemente sollten nur Lückenfüller bei klinisch nachgewiesenen Mängeln sein. Unkritische Einnahmen bergen Risiken von Wechselwirkungen und Überdosierungen.

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Besonders kritisch sehen Institutionen wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sogenannte „Drip Spas“. Diese intravenösen Vitamintherapien haben oft keinen Wirksamkeitsnachweis. Die Risiken reichen von Elektrolytstörungen bis zum anaphylaktischen Schock. Zu viel Vitamin C kann Nierensteine fördern, zu viel Magnesium führt zu Muskelschwäche.

Mitochondrien: Der Schlüssel zur Zellgesundheit

Wissenschaftlich fundiertere Ansätze verfolgt die Forschung zur mitochondrialen Gesundheit. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena, veröffentlicht am 18. April 2026 in Nature Communications, identifizierte einen zentralen Faktor: die sinkende Produktion des Membranlipids Phosphatidylcholin.

In Modellorganismen führte die Zufuhr von Cholin oder Phosphatidylcholin innerhalb von zwei Tagen zur Regeneration der Mitochondrienfunktion. Besonders bei Frauen um die Menopause ist der Rückgang dieser Spiegel stark ausgeprägt. Die Erkenntnisse könnten künftig neue Wege für gezielte ernährungsmedizinische Unterstützung eröffnen.

Bewegung: Die stabilisierende Säule gegen den Jo-Jo-Effekt

Eine Analyse von Daten der UK Biobank, veröffentlicht im British Journal of Sports Medicine, zeigt die Dosis-Wirkungs-Beziehung von Bewegung. Bereits 150 Minuten Sport pro Woche senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um etwa 8 bis 9 Prozent. Für eine Reduktion von über 30 Prozent sind 560 bis 610 Minuten nötig.

Dr. Felix Bertram empfiehlt zudem tägliche Bewegung im Alltag. Bereits 7000 Schritte am Tag könnten das Sterberisiko um 40 Prozent senken. Im Kraftsport sieht Bertram Potenzial für Kreatin – sofern keine Nierenerkrankungen vorliegen. Laut Verbraucherzentrale gilt Kreatin als eines der effektivsten Mittel im Kraftsport. Die tägliche Einnahme von drei Gramm über einen längeren Zeitraum ist nötig. Allerdings reagieren 20 bis 30 Prozent der Anwender nicht auf das Mittel.

Vitamin C gegen Krebsrisiko durch verarbeitetes Fleisch

Eine Studie der University of Waterloo vom 21. Mai 2026 beschreibt Vitamin C als mechanistisches Werkzeug gegen potenzielle Krebsrisiken durch verarbeitetes Fleisch. Das Vitamin kann Nitrosierungsprodukte im Magen reduzieren.

Die Forschung des Frühjahrs 2026 zeichnet ein klares Bild: Weg von radikalen Diäten, hin zu einem physiologisch fundierten Lebensstil-Management. Nachhaltige Gewichtsabnahme erreicht man weniger durch kurzfristige Interventionen als durch die dauerhafte Integration von Ballaststoffen, moderater Bewegung und der Berücksichtigung individueller hormoneller Profile.

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