Intervallgehen: 3-3-Rhythmus steigert Herz-Lungen-Funktion um bis zu 20 Prozent
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 22:35 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine in Japan entwickelte Form des Gehens gewinnt im Bereich der prÀventiven Bewegung zunehmend an Aufmerksamkeit: die japanische Intervall-Gehmethode. Das Trainingskonzept setzt auf einen gezielten Wechsel zwischen schnellem und langsamem Gehtempo, um die körperliche LeistungsfÀhigkeit effektiv zu steigern.
Anstelle von Dauerlauf oder monotonem Spazierengehen rĂŒckt dabei die QualitĂ€t der BewegungsausfĂŒhrung in den Mittelpunkt, ohne dass zwingend gelaufen werden muss.
Das Prinzip hinter dem 3-3-Rhythmus
Der Ablauf der Methode folgt einer einfachen Struktur. Ein Zyklus setzt sich aus drei Minuten schnellem Gehen und drei Minuten langsamem Gehen zusammen. Ein vollstĂ€ndiges Training umfasst ĂŒblicherweise fĂŒnf Wiederholungen, was einer Gesamtdauer von 30 Minuten entspricht. WĂ€hrend der schnellen Phase ist kein Joggen erforderlich; die IntensitĂ€t soll lediglich zu einer schnelleren Atmung fĂŒhren.
FĂŒr die Schnellphase wird eine Belastung von etwa 70 Prozent der maximalen Leistung angestrebt. Die AusfĂŒhrenden kommen dabei leicht auĂer Atem, ein GesprĂ€ch bleibt jedoch weiterhin möglich. Fachleute weisen zudem auf die Körperhaltung hin: Empfohlen werden ein aufrechter RĂŒcken, leicht vergröĂerte Schritte und das Mitschwingen der Arme im 90-Grad-Winkel. Ziel ist es, auf eine wöchentliche Schnellgehzeit von mindestens 60 Minuten zu kommen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse der UniversitÀt Shinshu
Wissenschaftlich untersucht wird das Konzept insbesondere an der japanischen UniversitÀt Shinshu, wo es auch unter der Bezeichnung japanisches Gehen bekannt ist.
Bereits im Jahr 2007 fĂŒhrte die UniversitĂ€t eine fĂŒnfmonatige Untersuchung mit 246 MĂ€nnern und Frauen im Alter von 44 bis 78 Jahren durch. Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmenden der Intervallgruppe ihre aerobe KapazitĂ€t, die Beinkraft und ihre Blutdruckwerte im Vergleich zu Personen mit gleichmĂ€Ăigem Geh-Tempo verbessern konnten.
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Das Team um Professor Nose an der UniversitĂ€t Shinshu erforscht das System seit 2007 an insgesamt 12.000 Sportlern ab einem Alter von 40 Jahren. Die Vorgabe des Teams sieht vor, mindestens fĂŒnf SĂ€tze pro Tag â also 30 Minuten â an mindestens vier Tagen in der Woche zu absolvieren.
Klinische Daten des Forschungsteams belegen, dass sich nach fĂŒnf Monaten sowohl die Herz-Lungen-Funktion als auch die Kraft der Oberschenkelmuskulatur um 10 bis 20 Prozent steigern können. Die Studien der UniversitĂ€t verdeutlichen, dass bei einer kontinuierlichen FortfĂŒhrung des Trainings vor allem Ausdauer, Beinkraft und Blutdruckwerte profitieren.
Einfluss auf den Stoffwechsel und Hinweise fĂŒr Einsteiger
Das Intervallgehen zeigt auch Wirkungen im Bereich des Gewichts- und Stoffwechselmanagements. Bei ĂŒbergewichtigen Probanden war das 3-3-Gehen Teil eines Programms, das zu einer Verbesserung des Body-Mass-Index und relevanter Stoffwechselwerte fĂŒhrte. Allerdings weisen Daten darauf hin, dass ein gezielter Bauchfettabbau durch die Methode allein nicht möglich ist.
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FĂŒr TrainingsanfĂ€nger muss das Programm nicht sofort im vollen Umfang absolviert werden. Einsteigern wird geraten, zunĂ€chst mit zwei bis drei Zyklen statt der regulĂ€ren fĂŒnf Zyklen zu beginnen, um sich behutsam an die Belastungsspitzen heranzutasten. Zudem empfehlen Fitnessexperten, das Gehtraining ergĂ€nzend mit Krafttraining zu kombinieren, um den Bewegungsapparat optimal zu stĂ€rken.
